"Rade integrativ" informiert Jugendliche

Sabine Maurer von "Rade integrativ" gibt Aids Infos in den Jugendräumen des Bürgerhauses. ©
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Sabine Maurer von "Rade integrativ" gibt Aids Infos in den Jugendräumen des Bürgerhauses. <br /><i>©

Nach wie vor sind Aids und HIV unheilbare Krankheiten, die jedes Jahr Todesopfer fordern. Aus diesem Anlass fand am gestrigen 1. Dezember der Welt-Aids-Tag statt.

Zu diesem Termin boten "Rade integrativ" und die Aids-Hilfe Oberbergischer Kreis am vergangenen Sonntag zwischen 15 und 20 Uhr einen Informationsnachmittag in den Radevormwalder Jugendräumen an, der Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung ansprechen und Vorurteile abbauen sollte.

"Man kann gar nicht genug über HIV und Aids sprechen", so Sabine Maurer von "Rade integrativ", die verantwortlich für den Informationsnachmittag und das Programm ist. "Leider hat die Thematik sehr an Aktualität eingebüßt, so dass Aufklärung weiterhin wichtig ist."

Ins Thema steigt Sabine Maurer mit dem Hollywood-Film "Philadelphia" ein. Dieser erzählt die Geschichte eines HIV-positiven Anwalts und zeigt die Vorurteile auf, mit denen man als Erkrankter konfrontiert wird. Aber der Film zeigt auch, wie diese bekämpft und aufgelöst werden. Nach dem Film stellt sich eine Mitarbeiterin der Aids-Hilfe Oberbergischer Kreis den Fragen der Kinder und Jugendlichen.

Die größte Gefahr sieht Sabine Maurer in der Sorglosigkeit der Jugendlichen. "Kaum jemand hat sein ganzes Leben lang noch ein und denselben Partner, so genannte One-Night-Stands sind nichts Unnormales mehr bei den Jugendlichen", erzählt Sabine Maurer, die den Jugendlichen deswegen die Nutzung von Kondomen nahe bringen möchte. Flyer und Bücher, die von der Bergischen Buchhandlung als Leihgabe bereitgestellt werden, liegen zusätzlich aus, um einen informativen Überblick über die Thematik zu geben.

Daniela Salamino ist mit ihrem Freund Yasin Tutar in die Jugendräume gekommen, um ihr Wissen über die Krankheit zu verbessern. Jemanden, der mit HIV infiziert ist, kennen die beiden nicht. "Aber man fragt sich schon, wie man sich selbst verhalten würde, wenn ein Freund daran erkrankt", erklärt die 19jährige.

Sexualität und HIV sind nicht nur wichtige Themen für gesunde Jugendliche, auch für Heranwachsende mit Behinderung ist Aufklärung wichtig.

"Gerade Kinder mit Behinderungen sind stark abhängig von anderen Leuten, was leider oftmals sexuell ausgenutzt wird", sagt Sabine Maurer. Die Kinder sollen gestärkt werden, damit sie erkennen, wann ihnen Unrecht getan wird, und sie mit einem klaren Nein für sich einstehen können. "Zwar schützt ein Nein nicht immer vor einem Übergriff, aber meist haben diese Kinder den Mut, sich später jemandem anzuvertrauen", so Sabine Maurer. Und so kann man auch eventuelle Ansteckungen mit HIV entdecken und behandeln.

Bis zum späten Nachmittag haben sich zehn Kinder und Jugendliche in den Jugendräumen eingefunden. Weniger, als sich Sabine Maurer gewünscht hätte. "Vielleicht liegt es am schlechten Wetter." Aber vielleicht ist die Wichtigkeit dieser unheilbaren und immer tödlich verlaufenden Krankheit auch noch nicht bei vielen Heranwachsenden angekommen.

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