Tradition

Preise für Weihnachtsbäume bleiben bei ihm stabil

Die Tannenbäume von Lothar Kirschsieper bleiben auch 2020 auf dem gewohnten Preisniveau. Fotos: Claudia Radzwill
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Die Tannenbäume von Lothar Kirschsieper bleiben auch 2020 auf dem gewohnten Preisniveau.

Für Lothar Kirschsieper hat die Pandemie Folgen – Aushilfen aus Polen und Rumänien fehlen.

Von Claudia Radzwill

Die ersten Kunden waren schon da, berichtet Lothar Kirschsieper. Sie haben einen Tannenbaum für die Terrasse gesucht – und bei ihm auf dem Hof in Jakobsholt gefunden. 1978 hat Kirschsieper den ersten Baum verkauft. „Heute habe ich einen der qualitativ größten Tannenbaumhandel in Deutschland“, sagt er nicht ohne Stolz.

Und er hat eine gute Nachricht: „Bei uns werden die Preise für die Tannenbäume nicht erhöht“. Der reguläre Meterpreis beträgt 20 Euro. Über die Saison gibt es außerdem Aktionsangebote. Da kostet der Baum zwischen 1,15 und 1,50 Metern 11,50 Euro, größere Tannen kosten 19,90 bis 24,90 Euro. Sein Betrieb „KiRa Weihnachtsbäume“ liefert aus der Radevormwalder Ortschaft heraus Tannenbäume deutschlandweit aus.

Stift und Zettel liegen parat, um Bäume zu reservieren.

Auch dieses Jahr sind die Auftragslisten gut gefüllt. Dann gibt es noch den direkten Hofverkauf vor Ort in Jakobsholt. Lothar Kirschsieper betreibt außerdem verschiedene eigene Verkaufsstellen. Unter anderem in Radevormwald an der Poststraße (gegenüber Rewe), in Lennep am Bahnhof und in Remscheid bei Möbel Knappstein und auf dem Schützenplatz.

„Die sind dann zu trocken und rieseln schnell. Das will keiner, auch ich nicht.“
Lothar Kirschsieper über zu früh geschlagene Weihnachtsbäume

Allerdings rechnet auch Lothar Kirschsieper für 2020 mit Umsatzeinbußen. „Die Gastronomie wird als Kunde komplett wegfallen“, befürchtet er. „Einige Menschen werden nicht zu den Verkaufsständen kommen, aus Angst vor der Ansteckung.“ Das Pandemie-Jahr beschäftigt ihn auch aus einem anderen Grund. Derzeit fehlen ihm schlicht Mitarbeiter. „Sonst beschäftige ich Aushilfen aus Polen und Rumänien. Manche können nicht ausreisen, andere haben Angst vor dem Virus.“

Jetzt muss er mit einer kleineren Mannschaft in die Schonungen und die Bäume schlagen. Da der November noch ungewöhnlich warme Tage hatte, verzichtete Kirschsieper darauf, am Anfang des Monats schon Bäume zu sägen. „Die sind dann zu trocken und rieseln schnell. Das will keiner, auch ich nicht.“

Weil die ersten Lieferungen Ende dieser Woche schon anstehen, gibt es nun eine Menge Arbeit. Nordmanntannen sind nach wie vor gefragt. Sie machen 90 Prozent vom Verkauf aus, sagt Kirschsieper. Nobilist- und Koreatannen hat er auch im Sortiment sowie Blaufichten.

46 Hektar Land bewirtschaftet Kirschsieper. Er legt Wert auf Qualität. Jungpflanzen kommen sorgfältig in ein vorbereitetes Pflanzbeet und werden dort gehegt und gepflegt. Umweltschonend – das ist Lothar Kirschsieper wichtig. Er richtete sogar Grünstreifen in den Schonungen ein, die sich zum Tummelplatz für Insekten entwickelt haben.

Glühwein, Würstchen und Waffeln gibt es in diesem Jahr nicht

Was woanders gilt, gilt im Winter 2020 auch für den Weihnachtsbaumverkauf: Maske tragen, Abstand halten, nur eine gewisse Anzahl an Leuten darf auf den Hof beziehungsweise in die Verkaufsstände. Kirschsieper hat Konzepte erstellt, sich mit dem Ordnungsamt abgesprochen. Da Weihnachten in diesem Jahr auf einen Donnerstag fällt, geht er von drei Wochenenden für den Weihnachtsbaumverkauf aus: am Zweiten, Dritten und Vierten Advent. Was nicht schlecht sei. „Das entzerrt die Kundenanzahl.“ Er appelliert dennoch: „Wenn es möglich ist, sollen die Kunden auch unter der Woche kommen.“

Der Hof in Jakobsholt ist von 10 bis 17 Uhr an allen Tagen geöffnet. Ein weiteres Angebot: Vor der Haustür steht ein Kästchen mit Anheftzettel und Stift. Jeder darf damit losziehen und sich seine Tanne selbst mit Namen markieren. „Auch das hilft, den Betrieb vor Ort zu entzerren.“

Verzichten müssen die Besucher dieses Mal auf den Glühweinausschank, die Wurst vom Grill oder die frische Waffel. Das „Baumaussuchen“ als vorweihnachtliches Event fällt damit in diesem Jahr aus. „Der Verkauf ist uns nicht erlaubt worden“, sagt Lothar Kirchsieper. Er hofft, dass beim Weihnachtsbaumkauf 2021 auf dem Hof wieder etwas mehr weihnachtliche Atmosphäre möglich ist.

Geschichte

Den Hof in Jakobsholt – damals ein kleiner Bauernhof – bewirtschafteten schon die Eltern von Lothar Kirschsieper. Er wurde zunächst Elektriker, war Führungsleiter in einem Elektrobetrieb. Als die Firma von Radevormwald nach Ungarn umsiedelte, ging er nicht mit. 1978 begann er mit dem Weihnachtsbaumhandel in Jakobsholt. Heute liefert er deutschlandweit.

www.kirabaum.de

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