Kriminalität

Polizeipräsenz wird nicht erhöht

Viele Bürger wünschen sich mehr Polizeipräsenz. Allerdings ist rein statistisch betrachtet Rade eine sichere Stadt.
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Viele Bürger wünschen sich mehr Polizeipräsenz. Allerdings ist rein statistisch betrachtet Rade eine sichere Stadt.

Kreispolizeibehörde soll sechs neue Beschäftigte bekommen.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Das Thema Polizeipräsenz wird seit Jahren in Radevormwald diskutiert. Bürgermeister Johannes Mans hatte selbst in einem Brief an NRW-Innenminister Herbert Reul dafür plädiert, mit mehr Personal vor Ort das Sicherheitsgefühl der Bürger zu verstärken. Das war 2018 – und der Anlass war ein Verbrechen, das in der Stadt für Bestürzung gesorgt hatte: Vier bewaffnete Männer hatten drei Mitarbeiterinnen eines Rewe-Markts um 22.20 Uhr am Personaleingang abgefangen, sie ins Geschäft zurückgedrängt und gefesselt. Eine Mitarbeiterin musste den Tresor öffnen. Bevor sie flohen, versprühten die Täter Reizgas. Die Frauen erlitten leichte Verletzungen. Obwohl Mans seither immer wieder auf mehr Polizeipräsenz gedrängt hat, hat sich die Situation nicht geändert.

Michael Tietze, Sprecher der Oberbergischen Polizei, sagt: „Radevormwald steht in der Kriminalitätsstatistik gut da.“ Es sei außerdem ein Trugschluss, dass eine ständig besetzte Polizeiwache vor Ort automatisch weniger Kriminalität bedeute. In Gummersbach und Waldbröl gebe es solche Wachen, doch stünden beide Städte in der Statistik weiter oben als etwa Rade.

Allerdings tut sich beim Thema Polizeipersonal auf Landesebene nun doch etwas. Jens Nettekoven, CDU-Landtagsabgeordneter für Radevormwald und Remscheid, weist in einer aktuellen Mitteilung darauf hin, dass der Entwurf zur „Belastungsbezogenen Kräfteverteilung“ von Innenminister Herbert Reul – der auch unter der schwarz-grünen Regierung im Amt bleibt – in diesem Jahr für mehr als 700 neue Beschäftigte in den 47 Kreispolizeibehörden in NRW sorgen wird.

Derzeit ist Radevormwaldmit zweieinhalb Stellen versorgt

„Nach der gelungenen Trendwende im Vorjahr, in dem die Anzahl der hinzugewonnenen Polizistinnen und Polizisten die Zahl der in den Ruhestand gehenden Polizeibeamten übertraf, bekommen jetzt erstmals alle Kreispolizeibehörden mehr Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte“, schreibt Nettekoven. Hierzu stünden zusätzliche 250 Planstellen für den Beamtenbereich zur Verfügung.

Auch das Bergische Land soll profitieren. „Nach dem derzeitigen Planungsstand wird in der Kreispolizeibehörde Oberbergischer Kreis eine neue Planstelle geschaffen. Insgesamt steigt die Zahl der Beschäftigen im Oberbergischen Kreis um sechs Stellen.“

Allerdings erwähnt die Pressemitteilung des Abgeordneten mit Bedacht das Wort „Beschäftigte“ und nicht „Polizeibeamte“. Denn wie Michael Tietze erklärt, sind von den sechs neuen Stellen für den Oberbergischen Kreis fünf so genannte „Regierungsbe-schäftigte“. Diese sind keine klassischen Polizistinnen oder Polizisten. Ihre Aufgabe bestehe darin, die Einsatzkräfte bei jenem Teil der Arbeit zu entlasten, „die nicht unbedingt Polizisten machen müssen“, so Tietze. Sie könnten etwa bei der Spurensicherung oder bei Sichtung von Material bei den Ermittlungen in Fällen von Kinderpornografie eingesetzt werden – nur eben nicht bei klassischen Polizeieinsätzen wie Hausdurchsuchungen.

Derzeit ist Radevormwald mit zweieinhalb Stellen versorgt, die „halbe Stelle“ entfällt auf Stefan Nahrgang, der als Bezirksbeamter für Hückeswagen auch Dienste in der Nachbarstadt übernimmt. Stationiert sind die Beamten für Rade in der Polizeiwache in der Lüdenscheider Straße 10 in Wipperfürth. Von dort aus werden Radevormwald, Hückeswagen und Lindlar polizeilich versorgt.

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