Bedarsplan

Politik berät über künftigen Brandschutz

Radevormwalder Feuerwehrleute bei einem Einsatz im Februar. In diesem Fall war es zum Glück nur eine brennende Mülltonne.
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Radevormwalder Feuerwehrleute bei einem Einsatz im Februar. In diesem Fall war es zum Glück nur eine brennende Mülltonne.

Feuerwehr: Stadt legt am 23. Juni im Rat ihren Entwurf für einen neuen Bedarfsplan vor.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Der Ratsmitglieder in Radevormwald hatten in diesen Tagen einiges durchzuarbeiten. Am Donnerstag, 23. Juni, wird in dem Gremium über den Entwurf des neuen Brandschutzbedarfsplans beraten. Und der ist äußerst umfangreich.

Detailliert werden unter anderem in dem Entwurf, den das Ordnungsamt in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr erstellt hat, die Infrastruktur und die geografischen Gegebenheiten der Stadt dargestellt, denn dies alles kann auf das Einsatzgeschehen Einfluss haben. Schließlich ist die Feuerwehr nicht allein zur Bekämpfung von Feuer da, sie leistet auch bei Unfällen und Naturkatastrophen – etwa dem Hochwasser im vergangenen Jahr – lebenswichtige Hilfeleistungen.

Das Hauptziel des Brandschutzbedarfsplans ist es, abzusichern, dass die Freiwillige Feuerwehr vor Ort in der Lage ist, der Bevölkerung in Notlagen zu helfen. Was nicht heißt, dass in den vergangenen Jahren auf diesem Gebiet nichts getan wurde.

Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen, die Feuerwehrgerätehäuser auf den neuesten Stand zu bringen. Der Neubau der Wache in Wellringrade wurde bereits von der Politik beschlossen, weitere Vorhaben sind vorgesehen für die Standorte Remlingrade und Önkfeld.

Unsere Feuerwehr ist gut aufgestellt. Aber Verbesserungspotenzial gibt es natürlich immer.

Jochen Knorz, Ordnungsamtsleiter

Was die Hauptwache der Feuerwehr Radevormwald betrifft, die sich an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße befindet, so wird in dem Entwurf darüber nachgedacht, „eine günstigere Positionierung“ des Standortes umzusetzen, damit die Wache besser erreicht werden kann und generell gut an die Hauptverkehrsstraße angeschlossen ist.

Wohlgemerkt: Von konkreten Plänen, die Wache nun bald zu verlegen, ist nicht die Rede. Es handelt sich um eine langfristige Perspektive. Ob es so kommt, darüber ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen. Denn der Entwurf muss erst einmal der Bezirksregierung Köln vorgelegt werden, deren Zustimmung notwendig ist. Dies soll bereits in den kommenden Tagen erfolgen.

Viele verschiedene Aspekte werden in dem Plan abgedeckt, beispielsweise die Versorgung mit Löschwasser, hier soll in den  Außenbereichen mancherorts nachgebessert werden. Die Internetgeschwindigkeit an einigen Standorten – etwa in Herkingrade, Remlingrade, Wellringrade, Borbeck – sei derzeit noch unzureichend, heißt es in der Aufstellung.  Die Notstromversorgung soll fit gemacht werden für einen möglichen Blackout.

Und es gibt Maßnahmen, die durch neue gesetzliche Bestimmungen notwendig werden, zum Beispiel die Trennung von Schutzkleidung und privater Kleidung in den Spinden, die so genannte Schwarz-Weiß-Trennung. Das ist nicht etwa der Ausdruck eines besonderen Ordnungsfimmels, sondern soll verhindern, dass kontaminierende Substanzen über die Kleidung verbreitet werden.

Die ausführliche Liste der nötigen Maßnahmen sollte allerdings nicht den Eindruck erwecken, als läge bei der Feuerwehr vor Ort vieles im Argen. Im Gegenteil, betont Ordnungsamtsleiter Jochen Knorz: „Unsere Feuerwehr ist gut aufgestellt. Aber Verbesserungspotenzial gibt es natürlich immer.“

Eine wesentliche Rolle in dem Entwurf für den neuen Bedarfsplan spielt neben Gebäuden, Technik und Personalversorgung auch das Thema Brandschutzerziehung und -aufklärung. Dieser Bereich solle gestärkt werden, kündigt Knorz an, und zwar für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

Dass Bürgerinnen und Bürger auch selber Maßnahmen zur Vorbeugung treffen sollten, habe ebenfalls die Flutkatastrophe des vergangenen Jahres gezeigt.

Bereits gibt es erste Stimmen aus der Politik zu dem neuen Entwurf. Rolf Ebbinghaus, Fraktionsvorsitzender der Alternativen Liste (AL), kritisiert, dass der Plan so kurzfristig vorgelegt wurde. „Seit Jahren haben wir danach gefragt, jetzt müssen die Ratsmitglieder diese 100 Seiten innerhalb von zwei Wochen durcharbeiten und darüber beschließen“, bemängelt er.

Der Entwurf des Plans war im Haupt- und Finanzausschuss in der vorvergangenen Woche eingebracht worden.

Feuerwehr

Überblick: Die Freiwillige Feuerwehr in Radevormwald schaut auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück. Heute ist das Stadtgebiet in neun Löschgebiete aufgeteilt, die Einheiten mit insgesamt 240 Einsatzkräften sind in drei Löschzüge zusammengefasst. Auch über eine Kinder- und Jugendfeuerwehr verfügen die Radevormwalder Einheiten. Wehrführer ist Dietmar Hasenburg, seine Stellvertreter sind Torsten Kleinschmidt und Dirk Rodermann.

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