Kirche

Pfarrerin wagt nach fünf Jahren den Abschied

Vom Obergischen nach Niedersachsen: Tabina Bremicker verlässt Radevormwald mit dem Ziel Delmenhorst.,
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Vom Obergischen nach Niedersachsen: Tabina Bremicker verlässt Radevormwald mit dem Ziel Delmenhorst.,

Krankenhausseelsorgerin Tabina Bremicker zieht mit ihrem Mann und den drei Töchtern nach Delmenhorst.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Es ist einer der Abschiede, bei denen ein Auge trocken bleibt, das andere tränenfeucht wird. Tabina Bremicker wird mit ihrer Familie Radevormwald verlassen und nach Niedersachsen ziehen. Tabina Bremicker kam im Jahr 2008 als Theologiestudentin nach Radevormwald, ihr Studium hat sie in Wuppertal absolviert. Ihr Mann kommt aus der Stadt auf der Höhe, geheiratet haben die beiden im Jahr 2012. Zur Familie gehören drei Töchter, die 2014, 2016 und 2019 geboren wurden.

Nach ihrem Studium war sie bis 2012 in Lennep als Vikarin tätig, ehe sie die Evangelische Kirchengemeinde in Wermelskirchen unterstützte. Seit Ende 2017 ist sie Nachfolgerin von Pfarrerin Antje Blesenkemper als Krankenhausseelsorgerin im Sana Krankenhaus. „Die Tätigkeit in der Krankenhausseelsorge ist wundervoll – das ist absolut meins“, sagt die 40-Jährige.

Dennoch zieht es die Familie nun weiter. Denn die Stelle ist mit nur 25 Prozent Umfang relativ klein. „Ich möchte mich hier vergrößern, das ist nun in der neuen Stelle möglich“, sagt sie. Zudem habe sich ihr Mann Christian nach dem Ende der Radevormwalder Familienbäckerei Bremicker im Jahr 2019 beruflich neu orientiert und sich zum Redakteur in einem Fachverlag in Osnabrück ausbilden lassen. „Wir werden nach meiner Verabschiedung im Rahmen eines Gottesdienstes in der Lutherischen Kirche am kommenden Sonntag nach Delmenhorst ziehen, so dass ich Anfang Oktober meine neue Stelle in der Lutherischen Kirchengemeinde ,Zu den Zwölf Aposteln‘ in Delmenhorst antreten kann“, sagt Tabina Bremicker.

Die Stelle sei umfangreicher – bestehe aus den Bereichen der Gemeindearbeit und der Krankenhausseelsorge. „Das ist auch sehr schön, denn die Krankenhausseelsorge ist mir, wie gesagt, sehr wichtig“, sagt die 40-Jährige. Selbst wenn sie zu Beginn ihrer Tätigkeit am Sana Krankenhaus noch ein wenig skeptisch gewesen sei, habe sie doch sehr schnell zu schätzen gelernt, dort mit den Patientinnen und Patienten zu arbeiten.

„Im Sana Krankenhaus gehört die Seelsorge wie selbstverständlich zum Krankenhausalltag“, sagt Tabina Bremicker. Das Angebot werde auch entsprechend gut von den Menschen angenommen. „Es ist natürlich ein Angebot, das man auch ablehnen kann, aber da Schweigepflicht gilt, bin ich sehr schnell mit den Menschen ins Gespräch gekommen“, sagt die 40-Jährige.

Die Themen, die dabei zur Sprache gekommen seien, seien ganz unterschiedlicher Art gewesen. „Das ist ja das Besondere – ich bin nur zum Zuhören hier, die Person mir gegenüber ist dran und kann das Gesprächsthema bestimmen. Ich bringe nur meine Zeit und einen geschlossenen, sicheren Raum mit“, sagt Tabina Bremicker und ergänzt: „Wo hat man heute noch einen solchen geschlossenen Raum?“

Daher sei sie sehr froh, dass es sich lediglich um einen örtlichen Neuanfang handele, der nicht mit einer beruflichen Neuorientierung einherginge. „Wir haben auch immer noch die vorhandenen Beziehungen nach Radevormwald, meine Schwiegereltern bleiben ja nach wie vor hier“, sagt sie.

Für die Kinder gehe der Neuanfang indes sicherlich mit gemischten Gefühlen einher. „Auf der einen Seite sind sie sehr aufgeregt und freuen sich auf das, was nun kommt. Ganz abgesehen davon freuen sie sich auch darauf, dass sie jetzt alle ein eigenes Kinderzimmer haben werden“, sagt Tabina Bremicker.

Die Wohnung in der Radevormwalder Innenstadt sei mittlerweile etwas klein geworden, ergänzt sie schmunzelnd. „Aber natürlich werden sie ihre Freundinnen und Freunde vermissen. Letztlich ist das aber eben das Leben – man muss immer mit den Veränderungen leben und damit umgehen lernen. Das Leben verläuft nicht immer in geraden Linien“, sagt Tabina Bremicker.

Sie nehme viel aus ihrer Zeit in Radevormwald mit, sagt sie. „Ich habe viele Glaubensgespräche geführt. Von daher fühle ich mich vielen Menschen hier sehr verbunden. Und aus den Gesprächen weiß ich, dass viele Menschen auf der Suche sind“, sagt sie. Die Kirche könne an dieser Stelle viel bieten. Und wenn es nur das Angebot sei, einmal Zeit zu haben, zu geben und zuzuhören. „Das habe ich so in der Krankenhausseelsorge erlebt. Und für mich ist das auf jeden Fall eine Art Geschenk, für das ich sehr dankbar bin“, sagt sie nachdenklich.

Froh sei sie auch darüber, dass ihre Stelle übergangslos weiterbesetzt werde, sagt Tabina Bremicker. „Ab 1. Oktober ist Pfarrer Traugott Schuller aus der Gemeinde Hilgen-Neuenhaus für die Krankenhausseelsorge im Sana Krankenhaus zuständig.“

Gottesdienst

Das Presbyterium der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Radevormwald lädt für Sonntag, 18. September, zum Gottesdienst in der Kirche an der Burgstraße ein. Beginn ist um 11 Uhr.

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