Personalrat wendet sich gegen den geplanten Stellenabbau

Fritz Ullmann (
+
Fritz Ullmann (

In einem Protestbrief an die Ratsmitglieder wendet sich Personalrat Volker Grossmann gegen den geplanten Stellenabbau bei der Stadtverwaltung. "Recht hat er", befindet Ratsmitglied Fritz Ullmann mit Blick auf ein Schreiben, das er in den letzten Tagen vom Personalrat der Rader Stadtverwaltung erhielt.

Volker Grossmann (Foto: Roland Keusch) hatte in dem Brief an die Fraktionen deutlich gemacht, dass der geplante Stellenabbau der Stadtverwaltung aus seiner Sicht nicht hinnehmbar sei. Im Rathaus sollen nach einem Ratsbeschluss in den kommenden Jahren über sieben Arbeitsplätze sozialverträglich wegfallen - also immer dann, wenn ein Mitarbeiter ausscheidet. 4,5 Stellen sollen allein das Finanzwesen und das Sozialamt verlieren.

Personalrat appelliert andie Fürsorgepflicht

In deutlichen Worten appelliert Volker Grossmann an die Ratsfraktionen, davon abzusehen. "Sie haben eine Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung." Es sei bereits heute so, dass die Kollegen im Durchschnitt 46 Überstunden vor sich her schieben. Diese sollen zwar minimiert werden. "Ich frage Sie ernsthaft, wie das aber gehen soll, wenn immer weniger Mitarbeiter immer mehr Aufgaben erledigen?"

Grossmann vertritt seit Mai letzten Jahres die Interessen von über 200 Kollegen, die zur Rader Stadtverwaltung zählen. Er erinnert daran, dass schon seit langem überprüft wird, ob in den einzelnen Abteilungen frei werdende Stellen wieder besetzt werden müssten. Das aber geschah bislang intern. Nun kümmert sich ein externer Gutachter darum, Einsparpotenziale zu erkunden. Er wurde wurde unter anderem im Finanzwesen fündig, wo 3,5 Stellen wegfallen sollen: "Wir sehen dies anders. Und das haben wir dem Bürgermeister auch schon mitgeteilt", erklärt Grossmann im RGA-Gespräch, der die siebenköpfige Mitarbeitervertretung im Rathaus leitet.

Schon jetzt seien viele Kollegen an ihre Belastungsgrenze angekommen, Arbeiten würden teilweise am Wochenende oder abends zuhause erledigt. Der Personalrat werde jedem ratsuchenden Mitarbeiter empfehlen, "seine Überbelastung schriftlich darzulegen und die Verantwortung für sein Handeln an den Bürgermeister durch eine Überlastungsanzeige abzugeben". Sollte noch mehr Personal abgebaut werden, bestehe erst Recht die Gefahr, dass Mitarbeiter krank werden.

Dies liege auch daran, dass immer neue Aufgaben auf sie zukommen, erläutert Grossmann am Beispiel des neuen Sportplatzes. "Sie beschließen einen pflegeintensiven Kunstrasenplatz an einer Waldrandlage", schreibt er an die Adresse der Politiker. "Hier stellt sich die Frage, wer die Pflege der Anlage gerade im Herbst und Winter übernehmen soll." Die Hausmeister an der Hermannstraße müssten sich bereits jetzt um drei Schulen und eine Doppel-Sporthalle kümmern. "Da bleibt meines Erachtens keine Zeit mehr für den Sportplatz. Wer soll denn dort den Wochenend- und Abenddienst machen?" Das ließe sich nur durch Überstunden gewährleisten. "Doch die sollen ja abgebaut werden."

"Sie überhäufen dieMitarbeiter mit Arbeit"

Personalrat Volker Grossmannüber die Kommunalpolitiker

Seiner Meinung nach tragen auch die Kommunalpolitiker zur Belastung bei. "Sie überhäufen die Mitarbeiter durch Anträge und Beschlüsse mit Arbeit. Und wenn etwas nicht zu ihrer Zufriedenheit ist, werden die Mitarbeiter wie zuletzt im Bauausschuss öffentlich kritisiert." Eine solche Kritik verurteile der Personalrat zutiefst.

Rückendeckung erhält er von dem fraktionslosen Ratsmitglied Fritz Ullmann (Foto: Roland Keusch), der bereits im Stadtrat gegen den Stellenabbau votiert hat. "Einsparungen beim Personal erhöhen die Belastung und mindern die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Dadurch wird die Qualität der Dienstleistungen für die Einwohner Radevormwalds gefährdet." Ob dabei tatsächlich Kosten gespart werden, sei zudem zweifelhaft - meint Ullmann mit Blick auf Aufgaben, die wohl künftig per Fremdvergabe an externe Anbieter vergeben werden müssten. "Guten Morgen

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Rader Grüne senken das Beitrittsalter auf 14 Jahre
Rader Grüne senken das Beitrittsalter auf 14 Jahre
Rader Grüne senken das Beitrittsalter auf 14 Jahre
Erstmals finden digitale Elternabende statt
Erstmals finden digitale Elternabende statt
Erstmals finden digitale Elternabende statt
Schüler haben ihren Abschluss geschafft
Schüler haben ihren Abschluss geschafft
Schüler haben ihren Abschluss geschafft
Fachkräfte fehlen in Schulen und Kitas
Fachkräfte fehlen in Schulen und Kitas
Fachkräfte fehlen in Schulen und Kitas

Kommentare