PARTEIEN Ein Votum für mehr Transparenz

Radevormwalder Pirat: Thorsten Kairies will kommunalpolitische Akzente setzen.©
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Radevormwalder Pirat: Thorsten Kairies will kommunalpolitische Akzente setzen.<br><i>©

Thorsten Kairies ist 43 Jahre, Konstrukteur von Beruf - und ein Pirat, womit allerdings nicht etwa der klassische Seeräuber gemeint ist. Kairies gehört der Piratenpartei an, die derzeit bundesweit mit Umfragewerten von über fünf Prozent für Furore sorgt und schon ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen ist.

Bundesweiter Erfolg soll auf Rade übertragen werden Kairies will dazu beitragen, dass dieser Erfolg nun auch auf Radevormwald übertragen wird. Zum zweiten Mal hatte er am Donnerstagabend zu einem offenen Stammtisch eingeladen. Schauplatz war das Café "Petit Bazar" an der Kaiserstraße, wo der Zuspruch allerdings eher dürftig war. Gerade einmal vier Besucher waren gekommen. "Das mag möglicherweise am Termin gelegen haben", erklärte der 43-Jährige mit Blick auf Weiberfastnacht, wenn dann doch eher der Karneval als die große Politik im Vordergrund steht.

Doch: Wofür steht denn eigentlich die Piratenpartei, vor allem im Hinblick auf die Radevormwalder Begebenheiten? "Zunächst einmal für Bürgerbeteiligung und für Transparenz", hebt Thorsten Kairies hervor und nennt ein Beispiel. Aus seiner Sicht ist es ein Unding, dass die Stadt Radevormwald Jahr für Jahr über eine Million Euro an das Freizeitzentrum "life-ness" überweist, ohne dass der Stadtrat darüber informiert werde, wofür das Geld eigentlich benötigt wird.

Der Grund: Für das Schwimmbad wurde eine GmbH gegründet - aus steuerlichen Gründen. Und somit entscheiden die Politiker in einem nicht-öffentlichen Aufsichtsrat über die Verwendung der Gelder. Genau dagegen haben die Piraten etwas einzuwenden. "Kungeleien in Hinterzimmern" dürfen gar nicht erst möglich sein. "Außerdem ist es doch fragwürdig, dass da eine Einrichtung mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, die ein Fitnessstudio bietet." Das sei ein Eingriff in den Wettbewerb. "Denn wir haben ja in Bergerhof auch ein Studio, das ohne diese Unterstützung auskommen muss."

Das Internet als Weg zu mehr Transparenz Den Weg zu mehr Transparenz eröffne das Internet - mit all seinen vielschichtigen Möglichkeiten. Hier stimmen die Piraten ihre Positionen ab, bündeln ihre Meinungen in einem demokratischen Prozess. "Wenn ich mich mit einem Thema nicht so gut auskenne, kann ich mein Stimmrecht weitergeben an jemanden, dem ich die nötige Kompetenz zutraue", erklärt Kairies die Spielregeln, die zum Profil der Piraten beitragen sollen. "Kungeleien im Hinterzimmer dürfen nicht möglich sein" Thomas Kairies In eine politische Schublade will er die Initiative nicht einordnen - die klassische Teilung in Links und Rechts greife nicht.

"Es geht uns um vernünftige Lösungen, um direkte Demokratie und darum, dass wir etwas für die Zukunft bewegen wollen. Von daher sind wir sicherlich nicht konservativ." Sondern offenbar eher ein Sammelbecken von Menschen, die mit der klassischen Parteipolitik nichts anfangen können. "Ich selber habe mich mal bei den Grünen engagiert. Aber mit dem Zwang, an Demonstrationen teilnehmen zu müssen, konnte ich nichts anfangen." Das "Muss", so Kairies, habe ihn massiv gestört.

Die neuen Medien, das Internet bieten ihm da mehr Freiräume. Genau um diese geht es der Piratenpartei, die unter anderem eine Änderung des Urheberrechts fordert. "Und wir wollen die Menschen davor schützen, dass sie immer weiter kontrolliert und überwacht werden."

Auf kommunaler Ebene gebe es Schnittmengen zu allen Parteien. Denkbar wäre eine Kooperationen vor den Kommunalwahlen 2014 - zum Beispiel eine gemeinsame Liste mit einer Wählerinitiative oder Partei. "Das aber ist Zukunftsmusik", so Kairies, der lediglich die Zusammenarbeit mit "Pro NRW" ablehnt.  Die Piratenpartei lädt an jedem dritten Donnerstag im Monat zum Stammtisch ein - das nächste Mal am 15. März um 19 Uhr im "Petit Bazar" an der Kaiserstraße.

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