40 Jahre Städtepartnerschaft

Pandemie setzt der Freundschaft enge Grenzen

Erni Huckenbeck, Dejan Vujinovic (Mitte) und Helmut Stoffel im nach der französischen Partnerstadt Radevormwalds benannten Parc de Châteaubriant. Foto: Claudia Radzwill
+
Erni Huckenbeck, Dejan Vujinovic (Mitte) und Helmut Stoffel im nach der französischen Partnerstadt Radevormwalds benannten Parc de Châteaubriant.

Städtepartnerschaft mit Châteaubriant feiert heute 40-jähriges Bestehen.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Heute vor genau 40 Jahren, am 6. März 1981, trafen sich die damaligen Bürgermeister von Radevormwald und der französischen Stadt Châteaubriant für Unterschriften, die in die jeweiligen Stadtgeschichten eingehen. Heino Janßen und Xavier Hunault unterzeichneten die Urkunde für die Städtepartnerschaft. Ein Akt der Völkerverständigung, ein Zeichen der Versöhnung zwischen einstigen Kriegsgegnern. „Ab den 1970er Jahren wurden viele Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Städten geschlossen“, erzählt Erni Huckenbeck, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Radevormwald-Châteaubriant.

In den folgenden Jahrzehnten nach Gründung der Städtepartnerschaft folgte ein reger Austausch von Vereinen, Einrichtungen und Schulen zwischen den Städten. Einheiten der Feuerwehren, Bewohner der Altenheime, Orchester und Chöre besuchten sich gegenseitig. Offizielle Delegationen reisten über die Grenze in die Stadt in der Bretagne und umgekehrt. „Es gab Besuche und Gegenbesuche auf vielen Ebenen“, sagt Erni Huckenbeck: „Die Partnerschaft wurde mit Leben gefüllt.“

„Wir nutzen jetzt viele digitale Möglichkeiten. Das eröffnet uns ganz neue Perspektiven für die Kontakte nach Châteaubriant.“

Dejan Vujinovic, Vorstandsmitglied im Partnerschaftskomitee

Besonders der Schüleraustausch hatte großen Zulauf. „Der einst so rege Jugendaustausch ist in den letzten Jahren allerdings zurückgegangen“, bedauert Erni Huckenbeck. Bei den Schülern liege es daran, dass öfter Spanisch als zweite Fremdsprache gewählt wird. Rege bleibt bis heute der Austausch zwischen dem Fußballverein SC 08 und den Kickern der Voltigeurs.

Begleitet wurden ab 1981 die Kontakte zur Partnerstadt von Rader Seite aus von einem Partnerschaftsrat. Kurt Scheffels, damals Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium, engagierte sich dort federführend. Ab 1998 übernahm Roswitha Geuter, ebenfalls Französisch-Lehrerin am THG, diese Aufgabe. Aus dem Partnerschaftsrat wurde das Partnerschaftskomitee. Seit Jahr 2007 ist das Komitee ein eingetragener Verein, Erni Huckenbeck übernahm den Vorsitz.

Die Mitglieder des Komitees sind bis heute regelmäßig in Châteaubriant zu Gast. Ein Muss ist für das Komitee der Besuch auf Châteaubriants Wirtschaftsmesse „Foire de Bére“, wo Radevormwald schon mit eigenem Stand vertreten war. 2019 fand sie zum letzten Mal statt. Da war auch Bürgermeister Johannes Mans mit dabei.

Derzeit wünschen sich die Mitglieder des Partnerschaftskomitees ein wenig mehr Engagement vonseiten der Stadt, was die Städtepartnerschaft betrifft, sagt Erni Huckenbeck. Und Vorstandsmitglied Dejan Vujinovic ergänzt: „Die Städte schlossen damals den Partnerschaftsvertrag. Lippenbekenntnissen sollten Taten folgen.“ Daher hat die CDU das Thema „Städtepartnerschaften“ – neben Châteaubriant unterhält Radevormwald eine weitere mit der polnischen Stadt Nowy Targ – als Tagesordnungspunkt in die Ausschusssitzung für Kultur, Tourismus und Verkehr am kommenden Montag mit eingebracht.

Das Jubiläum sollte eigentlich im Rahmen des Rader Stadtfestes im Mai 2021 gefeiert werden. Wegen der Corona-Pandemie ist das nicht möglich. Erni Huckenbeck hofft, dass es im nächsten Jahr nachgeholt werden kann. Dass Besuche durch die Pandemie derzeit pausieren, sei nicht schön, sagt sie.

Mit dem Tod von Monique Bigot Ende 2019 sei auch eine wichtige Ansprechpartnerin –ein „Motor der Partnerschaft“ – auf französischer Seite weggefallen. Céline Galland-Plumejáult, seit 2020 stellvertretende Bürgermeisterin für internationale Beziehungen, habe jetzt aber mit ihr Kontakt aufgenommen. „Sobald wie möglich wollen wir eine Videokonferenz abhalten.“ Darin sieht Dejan Vujinovic auch eine große Chance durch die Pandemie. „Wir nutzen jetzt viele digitale Möglichkeiten. Das eröffnet uns ganz neue Perspektiven für die Kontakte nach Châteaubriant.“

Partnerschaftskomitee

Besuche: Neben regelmäßigen Besuchen in Frankreich gehören auch Touren zum Europa-Parlament oder zum Landtag in Düsseldorf zum Programm des Partnerschaftskomitees. „Uns ist der europäische Gedanke wichtig“, sagt Erni Huckenbeck.

Sitzung: Die nächste Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus und Verkehr findet am kommenden Montag, 8. März, ab 17 Uhr im Bürgerhaus am Schlossmacherplatz statt. Dort soll es auch um die Zukunft der Städtepartnerschaften gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Bauland im Nordkreis ist besonders teuer
Bauland im Nordkreis ist besonders teuer
Bauland im Nordkreis ist besonders teuer
Gastronomen wollen die Oberste Mühle in gute Hände weitergeben
Gastronomen wollen die Oberste Mühle in gute Hände weitergeben
Gastronomen wollen die Oberste Mühle in gute Hände weitergeben
Post verbessert Filiale
Post verbessert Filiale
Post verbessert Filiale

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare