Standesamt

100 Paare haben sich das Ja-Wort gegeben

Hochzeit im Lockdown: Derzeit können sich Paare im Haus Burgstraße 8 das Ja-Wort geben. Foto: Claudia Radzwill
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Hochzeit im Lockdown: Derzeit können sich Paare im Haus Burgstraße 8 das Ja-Wort geben. 

Im Radevormwalder Standesamt gab es im Corona-Jahr 2020 ebenso viele Trauungen wie sonst auch.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die Corona-Pandemie durchkreuzte im vergangenen Jahr auch die Pläne vieler Hochzeitspaare. Dennoch verzeichneten die Standesbeamtinnen Sandra Rausch und Dagmar Conrad im Rathaus der Bergstadt nicht weniger Trauungen als in den Jahren zuvor. „100 Paare haben wir in Radevormwald getraut“, blickt Sandra Rausch zurück. Zum Vergleich: In „normalen“ Jahren schwankt die Zahl der Trauungen zwischen 100 und 120.

Im ersten Lockdown im März vergangenen Jahres klingelte im Radevormwalder Standesamt jedoch erst einmal öfter das Telefon. „Hochzeiten wurden verschoben – nach weiter hinten ins Jahr oder ins Jahr 2021“, berichtet die Standesbeamtin. Vier Paare sagten ihre Trauung ganz ab. Ein Paar habe während dieser Zeit im Haus Burgstraße geheiratet. „Damals galt von heute auf morgen die Regelung, dass nur der Standesbeamte und zwei Personen bei der Trauung erlaubt sind“, erinnert sich Sandra Rausch.

„Viele Paare werden jetzt erst noch abwarten, wie es weitergeht.“
Sandra Rausch, Standesbeamtin

2020 seien deshalb mehr Absprachen nötig gewesen, mehr Gespräche. Mal war mehr erlaubt, mal weniger. Die Trauungen mussten den jeweiligen Corona-Einschränkungen angepasst werden. Die Standesbeamtinnen standen mit den Paaren stets in Kontakt. Was und wie etwas möglich ist, das hängt in Pandemiezeiten vom Infektionsgeschehen ab. „Die Paare haben sich immer sehr verständnisvoll gezeigt“, erklärt Sandra Rausch.

Mit dem Sommer sanken die Infektionszahlen, es kamen die Lockerungen. Eine größere Feier wurde wieder möglich. Bei der standesamtlichen Trauung durften mehr Gäste anwesend sein. „Im Saal des Hauses Burgstraße 8 konnten wir bis zu zehn Personen zulassen“, sagt Sandra Rausch. Nicht nur in der guten Stube an der Burgstraße wurde zu dieser Zeit geheiratet. Auch in den Museen – wie im Asiatischen Museum in Sieplenbusch und im Wülfing-Museum in Dahlerau - gab es die Möglichkeit, sich das Ja-Wort zu geben. „Einige wenige Trauungen gab es auch auf der Uelfebadbrücke“, erzählt Sandra Rausch.

Außen vor blieb das Heimatmuseum an der Hohenfuhrstraße. Es ist seit dem ersten Lockdown geschlossen, da es in den Räumlichkeiten schwer ist, die Corona-Abstandsregeln einzuhalten. Auch im Gartenhäuschen im Parc de Châteaubriant – sonst eine begehrte Location für Trauungen – ist es zu beengt. Die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) müssen überall eingehalten werden. Das gilt und galt auch für Hochzeiten.

Egal, ob fünf oder mehr Hochzeitsgäste, für Sandra Rausch und ihre Kollegin ist jede Hochzeit ein besonderes Ereignis. „Dieser Moment ist ein schöner, ein feierlicher und unvergesslicher Moment für jedes Paar“, sagt sie. Daran ändere auch eine Pandemie nichts. Trotz der Corona-Schutzmaßnahmen werde jede Trauung „so individuell wie möglich und ganz persönlich gestaltet“, versichert die Standesbeamtin. Das sei ihnen ein Herzensanliegen.

Jetzt, im zweiten Lockdown, gilt für die standesamtlichen Trauungen erneut die Regelung: Erlaubt sind fünf Personen: die Standesbeamtin, das Brautpaar, die Trauzeugen. Dazu kommen dürfen minderjährige Kinder des Paares. Da die Museen erneut geschlossen sind, wird wieder ausschließlich im Haus Burgstraße 8 getraut. Aufgrund der aktuellen Corona-Einschränkungen im öffentlichen Raum ist auch ein Empfang vor dem Haus mit Verwandten und Freunden derzeit nicht möglich. Januar und Februar sind allerdings Monate, in denen traditionsgemäß wenig geheiratet wird. „Eine Trauung ist für Januar angemeldet“, berichtet Standesbeamtin Sandra Rausch. Bis zum Ende des Jahres hat sie bereits 40 Vormerkungen im Kalender stehen. „Mit den ersten Lockerungen wird es noch mehr Anfragen für Trautermine geben“, ist sie sich sicher. Denn: „Viele Paare werden jetzt erst noch abwarten, wie es weitergeht“, sagt die Standesbeamtin.

Standesamt

Kontakt: Das Standesamt in Radevormwald im Rathaus an der Hohenfuhrstraße ist unter Tel. (0 21 05) 606-341 und 606-342 erreichbar.

Termine: In Radevormwald werden – anders als in Großstädten – auch kurzfristig Trau-Termine vergeben. „Wer alle Unterlagen parat hat, der kann innerhalb einer Woche einen Termin bekommen,“ erklärt Standesbeamtin Sandra Rausch.

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