Ehrentag

Oldie-Night-Initiatoren feiern Goldhochzeit

In ihrer gemütlichen Eigentumswohnung nahe der Radevormwalder Innenstadt fühlen sich Petra und Franz Breitkopf und Hund Nelio wohl. Kirchlich geheiratet (l.) wurde in der katholischen Kirche in Vogelsmühle.
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In ihrer gemütlichen Eigentumswohnung nahe der Radevormwalder Innenstadt fühlen sich Petra und Franz Breitkopf und Hund Nelio wohl. Kirchlich geheiratet (l.) wurde in der katholischen Kirche in Vogelsmühle.

Petra und Franz Breitkopf haben die Veranstaltung ins Leben gerufen – Am Mittwoch blicken sie auf 50 glückliche Ehejahre zurück.

Von Heike Karsten

Allen Statistiken und Scheidungsraten zum Trotz gibt es noch Ehen, die gute und schlechte Zeiten überdauern. Hierfür ist außer Liebe meist ein gerütteltes Maß an Geduld, Verständnis und Zuversicht erforderlich. Wem es gelingt, diese Tugend in den Alltag zu integrieren, hat gute Chancen, eines Tages die Goldene Hochzeit zu feiern. Petra (70) und Franz Breitkopf (75) ist das gelungen. Daher haben sie diesen Text in ihre Einladungskarten zur Goldhochzeit geschrieben.

Die Radevormwalder sind lebensfroh und bis heute sehr aktiv. Neben der Familie, den Berufen und Hobbys haben sie mit einem befreundeten Paar unter anderem die Radevormwalder Oldie-Night ins Leben gerufen. Angefangen hatte alles mit der großen Schallplattensammlung von Franz Breitkopf. Die ersten Tanzabende fanden in der ehemaligen Kirche in Krebsöge, später im Betriebssportheim der Firma Wülfing in Dahlerau, in der Aula der Grundschule Auf der Brede und zuletzt im Bürgerhaus statt. Insgesamt gab es 30 Oldie-Abende mit jeweils bis zu 350 Gästen. Der Erlös kam immer einem caritativen Zweck zugute.

Ebenfalls bei Musik und Tanz hatte sich das Paar 1967 auf einer Karnevalsfeier im Lokal Bohle in Dahlerau kennengelernt. Petra Nauß, wie sie damals noch hieß, saß mit einer Freundin und ihrem Vater an einem Tisch, während Franz Breitkopf mit seinem Freund über das ungleiche Dreiergespann lästerte. „Der Vater hat uns dann zu sich an den Tisch geholt“, erinnert sich der heute 75-Jährige an die erste Begegnung mit seiner heutigen Ehefrau. Die Beziehung wurde intensiver, bis sich die junge Frau aus Herkingrade nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau über längere Zeit um ihre deutlich jüngeren Geschwister kümmern musste, als ihre Mutter im Krankenhaus war. „Die Zeit hatte Spuren hinterlassen, weil wir uns kaum treffen konnten“, sagt der Dahlerauer.

Das Ja-Wort gaben sich Franz und Petra Breitkopf 1972 in Vogelsmühle.

Er selbst hatte 1962 die Lehre als Werkzeugmacher bei der Firma Barmag in Lennep begonnen, wo er bis zur Rente blieb. Als seine Auserwählte 18 Jahre alt war, machte er ihr einen Heiratsantrag. „Die Wohnungssuche war nicht einfach“, sagt Franz Breitkopf. 1971 fand das Paar eine Neubauwohnung, in die es nach der Hochzeit einzog. „Dazu mussten wir unser Aufgebot vorzeigen“, erinnert sich das Paar. Da die Volljährigkeit zu der Zeit erst mit 21 Jahren erreicht war, wurde mit der Hochzeit am 24. August 1972 der Bräutigam vorübergehend zum Vormund seiner 20-jährigen Braut. „Ich habe es aber nicht ausgenutzt“, betont der Jubilar und lacht. Der Polterabend in der Gaststätte Riemann in Obergrunewald wurde den Verlobten mit 1900 DM recht teuer. „Hier kennt jeder jeden, und es kamen an die 200 Leute“, erinnern sie sich. Kirchlich geheiratet wurde in der katholischen Kirche in Vogelsmühle. „Wir haben die ersten drei Jahre gearbeitet und gespart – zum Beispiel für ein Farbfernsehgerät und eine Stereoanlage“, sagt Petra Breitkopf. Auch Reisen nach England und Paris hatte das junge Ehepaar unternommen. 1975 kam Sohn Christian, 1982 Sohn Michael und 1986 Tochter Stefanie zur Welt. „Beim dritten Kind sind wir zum Hölterhof gezogen, weil die Wohnung zu klein wurde“, berichtet Franz Breitkopf. Mittlerweile gibt es drei Enkelkinder, die von ihren Großeltern verwöhnt werden, wenn sie zu Besuch sind. Seit acht Jahren lebt das Goldhochzeitspaar in einer Eigentumswohnung in Stadtnähe. Mitbewohner ist Mischlingshund Nelio. „Er kam mit sieben Monaten aus Rumänien und hat sich sofort bei uns Zuhause gefühlt“, sagt der 75-Jährige.

Die Jubilare gehen noch ein bis zweimal pro Woche arbeiten und sind auch ansonsten sehr agil. Petra Breitkopf unternimmt täglich lange Spaziergänge mit ihrem Hund und trifft sich regelmäßig mit ihrem ehemaligen Damen-Kegelclub. Auch ihr Ehemann hat in früheren Jahren gekegelt, Tennis und Fußball gespielt. Mit einem privaten Motorrollerclub war Franz Breitkopf 2008 in den Alpen und Dolomiten. Zu seinen Leidenschaften zählen heute Laubsägearbeiten und das Sammeln von alten Ansichtskarten der Stadt, die auch schon im Rader Heimatmuseum ausgestellt wurden. „Die älteste der rund 300 Karten ist laut Poststempel von 1896“, sagt der Jubilar.

Auf die Feier zur Goldhochzeit freuen sie sich sehr. Schon die Silberhochzeit vor 25 Jahren wurde groß und mit vielen Überraschungen gefeiert. So mussten die Jubilare mit Taucherbrillen und Schwimmflossen ausgestattet in einem Lkw-Anhänger voller Luftballons ihre Geschenke suchen. „Auch unser Schlafzimmer war bis unter die Decke voll mit Ballons“, fügt Franz Breitkopf schmunzelnd hinzu. Rückblickend möchten die beiden nichts an ihrem Leben ändern, bis auf eins: „Wir haben 13 Jahre in Wermelskirchen gewohnt. Das würden wir nicht noch einmal machen, weil wir dort keinen Anschluss gefunden haben“, verrät Petra Breitkopf.

Wichtig ist den Jubilaren, sich gegenseitig Freiheiten zu lassen. „Man entwickelt sich weiter, manchmal auch in verschiedene Richtungen. Aber man darf die Flinte nicht direkt ins Korn werfen.“

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