Lockdown

Önkfelder Traditionen stehen auf der Kippe

Auch in diesem Jahr müssen die Önkfelder auf ihr Osterfeuer verzichten.
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Auch in diesem Jahr müssen die Önkfelder auf ihr Osterfeuer verzichten.

Kulturgemeinde bangt um die Zukunft ihrer österlichen Veranstaltungen.

Von Claudia Radzwill

Es wird ein ruhiges Osterfest. Auch in Önkfeld. Wieder ein Lockdown, wieder kein Osterfeuer. 2021 muss die dortige Kulturgemeinde die österliche Tradition zum zweiten Mal absagen. An Ostersamstag zieht es sonst viele Rader und Raderinnen zum großen Feuer am Wasserspeicher nach Oberönkfeld. Auch das Eierkippen im „Haus der Kulturgemeinde“ in Oberönkfeld – im Wettkampf geht es darum, welches Osterei das andere Ei beim „Ankippen“ zu Bruch bringt – muss erneut pausieren.

Für den Vorsitzenden Jürgen Fischer stand die Absage eigentlich schon im Januar fest. „Ich bin ein realistischer Mensch. Die Chance, dass es im Frühjahr schon größere Veranstaltungen geben würde, war angesichts der Corona-Lage nicht sehr groß“, sagt er. Anfänglich habe man überlegt, ob man nur das Osterfeuer durchführt – mit Abstandsregeln. Doch nach den aktuell geltenden Corona-Verordnungen sind Menschenansammlungen nicht erlaubt, Osterfeuer untersagt. „Die Gesundheit geht vor“, hat Fischer dafür Verständnis. Nichtsdestotrotz vermisse man die Dorf-Traditionen – und hofft auf das Jahr 2022.

„Vielleicht können wir ganz spontan ein Bratwurstlotto abhalten.“

Jürgen Fischer, Vorsitzender

Auch steht es noch nicht fest, ob es in diesem Jahr das Erntedankfest geben wird. „Der Vorstand wird jetzt im April entscheiden, ob wir mit den Planungen beginnen“, sagt Jürgen Fischer. E-Mails mit Anfragen und dem Wortlaut „können wir schon irgendwas einplanen“ habe er bereits bekommen. „Doch ob wir mit den Impfungen und Testungen im Oktober so weit sind, dass es wieder Großveranstaltungen geben kann, das wissen wir alles jetzt noch nicht“, sagt der Vorsitzende der Kulturgemeinde Önkfeld.

Er könne sich vorstellen, dass es am Sonntag nur den Erntedankzug geben könnte, da dieser eine Open-Air-Veranstaltung ist. „Ich werde auch mit dem Zelt-Wirt Kontakt aufnehmen, wie Hygienepläne umgesetzt werden könnten“, sagt er. Aber Tanz, Geselligkeit und auch das An-der-Theke-Stehen gehöre zum Fest dazu. „Das kann ich mir für dieses Jahr noch schwer vorstellen“, gibt Fischer zu.

Das Vereinsleben der Kulturgemeinde lag und liegt weitgehend brach, sagt Jürgen Fischer. Das beliebte „Bratwurstlotto“ – dem Bingo-Spiel, bei dem man Bratwürste gewinnt – fand seit Anfang 2020 nicht mehr statt. Die Termine der Frauengruppe, die Rückenschule und Gymnastikgruppe, die sich regelmäßig im Gemeinschaftshaus treffen, sind momentan abgesagt. Als 2020 gelockert wurde, trafen sich die Sportgruppen immerhin wieder für kurze Zeit. Mit reduzierter Teilnehmerzahl und Hygienekonzept. „Das hat auch funktioniert“, berichtet Fischer. Auch der Chor Serenita Önkfeld konnte proben. Die Sänger und Sängerinnen wichen aufs Bürgerzentrum am Siedlungsweg in Dahlerau aus, da dort der Platz gegeben war.

Wie alle Kulturschaffenden sehnen sich auch die Önkfelder wieder nach ihren Vereinsaktivitäten. Jürgen Fischer hat aber auch ein wenig Sorge, wie es weitergeht. „Wenn vieles eine lange Zeit nicht stattfindet, muss es sich auch erst wieder richtig etablieren“, sagt er.

Auch in diesem Jahr müssen die Önkfelder auf das Eierkippen verzichten.

Die veranstaltungsfreie Zeit hat die Kulturgemeinde genutzt, um das Dach des „Hauses der Kulturgemeinde“ zu erneuern. Das war schon länger geplant. So hatte das Corona-Jahr auch etwas Positives: „Da das Haus so gut wie nicht genutzt wurde, kollidierten die Arbeiten nicht mit Veranstaltungsterminen“, räumt Fischer ein. Die Kulturgemeinde bekam für die Sanierung der ehemaligen Landschule Fördermittel, einen Eigenanteil habe man selbst finanziert.

Apropos Finanzen: Derzeit kann die Kulturgemeinde noch auf Rücklagen zurückgreifen. Trotz aller realistischen Blicke auf die nächsten Monate: Die Hoffnung auf ein wenig „normales Vereinsleben“ für den Sommer bleibt. „Vielleicht können wir ganz spontan ein Bratwurstlotto abhalten“, wünscht sich Fischer: „Als Treffen unter freiem Himmel.“

Kulturgemeinde

Mitglieder: Die Mitglieder bleiben der Kulturgemeinde treu. Austritte wegen Corona gab es nicht.

Königin: Die Erntedankkönigin des Jahres 2019, Mona Osenberg, blieb auch für 2020 auf dem Thron. Gibt es 2021 kein Erntedankfest, könnte es sein, dass sie ein weiteres Jahr Königin bleibt. Das wäre ein Novum in der Vereinsgeschichte.

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