Lockdown

Novemberhilfe lässt auf sich warten

Die Tische bei Arnold Tönges bleiben bis Februar 2021 leer. Am 23. Februar wird das Landgasthaus Honsberg wieder öffnen. Foto: Claudia Radzwill
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Die Tische bei Arnold Tönges bleiben bis Februar 2021 leer. Am 23. Februar wird das Landgasthaus Honsberg wieder öffnen.

Landgasthaus Honsberg öffnet erst im Februar 2021 wieder.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Der zweite Lockdown trifft erneut die Gastronomie. Auch Arnold Tönges vom Landgasthaus Honsberg musste Anfang November zum wiederholten Mal in diesem Jahr schließen. November und Dezember sind für ihn eigentlich mit die Hauptgeschäftszeit, sagt er. Er hatte viele Reservierungen und schon eingekauft. Seine Gäste freuten sich aufs Gänsebratenessen. „Ich musste ihnen alle absagen“, erzählt Tönges – dabei hat er von den Gästen aber viel Mut zugesprochen bekommen.

Ein Verlust von rund 5000 Euro bleibe dennoch, berichtet er – und wartet jetzt auf die Novemberhilfe des Staates. Der Antrag ist gestellt. Er hat Verständnis für die Maßnahmen der Regierung, sagt aber auch: „Mir ist kein Fall einer Infektion im Restaurant persönlich bekannt. Man hätte auch differenzierter entscheiden können. Die meisten Restaurants haben wie wir sehr gute Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt und Geld investiert.“ Von einer weiteren Schließung sei nie die Rede gewesen. Das mache ihn ärgerlich auf die Bundeskanzlerin, gibt Tönges zu.

Ein Lob spricht er dagegen dem Radevormwalder Ordnungsamt aus. In den vergangenen Monaten habe die Kooperation sehr gut geklappt. „Wir waren immer im Austausch, man hat mir Richtlinien und Hilfen an die Hand gegeben.“ Er sei gut durch den Sommer gekommen, sagt Arnold Tönges. Dank seiner großen Außenterrasse, wo Abstand halten kein Problem war. „Die Tische waren immer gut besetzt,“ berichtet er mit Blick zurück.

Ein Highlight war die Bestellung des „vergoldeten Steaks“. Ein Gast schwärmte davon, Tönges – 30 Jahre lang Betriebsleiter eines Großmarktes für Delikatessen – servierte es ihm. „Außergewöhnliche Wünsche erfülle ich auch mal gern“, sagt er. Auch wenn die Dinge nicht auf der regulären Speisekarte stehen. „Es gibt auch Gäste, die bestellen bei mir Austern oder Hummer. Auf Vorbestellung ist das möglich.“

Viele Besucher kommen auch wegen der regulären Speisekarte – die „mehr als 20 Gerichte unter 10 Euro“ enthält. „Dazu gibt es immer eine Vorspeise und einen Schnaps.“ Jetzt müssen sich seine Gäste gedulden. Bis zum 23. Februar 2021. Denn Arnold Tönges und Carolina Sab machen traditionell in jedem Jahr von Mitte Januar bis Mitte Februar Betriebsferien. Wenn der Lockdown am 10. Januar enden sollte, wovon Arnold Tönges nicht ausgeht, würde er nur für ein paar Tage noch öffnen können. Das mache für ihn keinen Sinn. Auch ein Außerhausverkauf bietet sich für Tönges nicht an. „Wir sind hier im Außenbezirk. Für viele zu weit draußen für einen Holservice.“ Anfragen habe er zwar gehabt. Aber für zwei Essen die Küche zu betreiben, das lohne sich einfach auch nicht.

Im zweiten Lockdown werden viele Gastronomen kreativ. Das Landhaus Filde bietet beispielsweise ein Wohnmobil-Dinner an.

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