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Neues Tattoo-Studio im beschaulichen Dahlerau

Experten für Tattoos und Piercing (v. l.): Peter Winkel und Inhaber Lars Dörner. Mit dabei ist Hündin Lynn.
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Experten für Tattoos und Piercing (v. l.): Peter Winkel und Inhaber Lars Dörner. Mit dabei ist Hündin Lynn.

Lars Dörner hat gegenüber der Freien Evangelischen Kirchengemeinde sein Geschäft eröffnet.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist nicht unbedingt der Ort, an dem man sich ein Tattoo-Studio vorstellt. Der Ortskern von Dahlerau ist eher beschaulich als urban. Gegenüber dem am 1. April neu eröffneten Studio „Rock Tattoo Dahlerau“ von Lars Dörner befindet sich an der Kirchstraße die Freie Evangelische Kirchengemeinde, ein paar Meter weiter ist die Katholische Kirche St. Josef und dazwischen jede Menge Wohnsiedlungen.

Doch das Tattoo-Studio ist keineswegs ein Fremdkörper im Dorf, und auch der Kontakt zu den Nachbarn ist mehr als herzlich, wie der 43-jährige Inhaber sagt. „Ich komme selbst vom Dorf, wohne bei Ennepetal, aber auch hier ist es so, dass praktisch jeden Tag jemand vorbeikommt und man sich auf einen kurzen Schnack trifft.“ Er lob die Nachbarschaft, bezeichnet sie als „richtig toll“ und offen. „Wenn wir kurz draußen auf eine Zigarettenlänge sitzen, ist sofort irgendein Nachbar zum Gespräch da“, sagt er.

Dass es in Dahlerau nun ein Tattoo-Studio gibt, ist eigentlich dem Wohnort des zweiten Stammtätowierers Peter Winkel zu verdanken. „Ich bin der Inhaber und alleinige Geschäftsführer, Peter ist selbstständig und mietet hier einen Stuhl zum Tätowieren – genau wie der zweite Kollege Erik Breker“, sagt Dörner. Winkel habe kein Auto und wohne in Dahlerau in der Nachbarschaft – daher hätten die beiden, die sich schon seit über 25 Jahren kennen würden, zuvorderst nach einer Räumlichkeit in Dahlerau gesucht. „Die erste Idee, uns selbstständig zu machen, hatten wir im September 2021. Dann haben wir eine Immobilie gesucht und sind auch recht schnell fündig geworden“, sagt der 43-Jährige. Er lobt auch die „super einfache und unkomplizierte Zusammenarbeit“ mit Ordnungs-, Bau- und Gesundheitsamt. „Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Endabnahme lief das wunderbar“, sagt Dörner.

Bei „Rock Tattoo Dahlerau“ kann man sich sowohl tätowieren als auch piercen lassen. „Peter und Erik sind im Tätowierbereich tätig, ich mache die Piercings. Ich habe zwar früher auch schon mal tätowiert, bin da aber nicht so gut, deshalb habe ich mich aufs Piercen verlegt“, sagt Dörner. Bis auf sehr spezielle Themen – Body Modification oder Implantate – würde er alles piercen, was gewünscht sei. „Ich mache derzeit etwa ein Piercing pro Tag, wünschen würde ich mir zwei oder drei.“

Die meisten Kunden kommen im Moment noch zum Tätowieren, „weil Peter zuvor auch hier in Dahlerau tätig war und eine entsprechende Kundenkartei hat“, sagt Dörner. Dabei seien es vor allem Kundinnen und Kunden aus der Gegend, die in das Studio kommen würden. „Die halbe Nachbarschaft war gefühlt schon bei uns“, sagt der 43-Jährige und lächelt.

Tattoos sind auch Trends unterlegen – wie alle Formen von Schmuck. „Derzeit gehen vor allem Infinity-Symbole, aber auch die Pfotenabdrücke von Haustieren sind sehr beliebt“, sagt er. Mit zu den Aufgaben der Tätowierer und Piercer gehöre zudem die Beratung. „Wir haben eine Verantwortung und Sorgfaltspflicht gegenüber unserer Kundschaft“, betont Dörner. Und die würde man auch sehr ernst nehmen.

„Letztens war etwa ein Jugendlicher mit seiner Mutter hier, der einen Schriftzug tätowiert haben wollte, der sehr weit verbreitet ist. Ich habe ihm dann gesagt, dass in der kommenden Woche ein Kunde zu uns kommt, der exakt diesen Schriftzug gecovert – also praktisch übertätowiert – bekommen will. Ein Tattoo ist schließlich etwas Bleibendes“, sagt Dörner.

Ein Thema, das die Tattoo-Szene in den vergangenen Monaten ordentlich durcheinandergewirbelt hat, ist eine Entscheidung der EU-Kommission, Tätowierfarben zu verbieten, weil sie gefährliche Inhaltsstoffe haben.

Die Entscheidung war sehr umstritten, vor allem auch, weil es keine Alternativen gab und alle Farben bis auf Schwarz und Weiß betroffen waren. Hier könne man aber mittlerweile Entwarnung geben, sagt Dörner.

„Das ist kein Thema mehr, es gibt jetzt Farben auf dem Markt, die gesundheitlich unbedenklich sind und auch EU-weit verwendet werden dürfen.“ Allerdings – wen wundert’s – seien diese neuen Farben der großen Nachfrage wegen im Moment nur schwer zu bekommen. „Wir haben sie vorrätig, weil wir immer gleich größere Mengen kaufen, wenn sie wieder irgendwo verfügbar sind“, sagt Dörner. Wer hätte das gedacht – Rohstoffmangel gibt es auch in der Tätowierbranche.

Hintergrund

Studio: Das Tätowierstudio von Lars Dörner Rock Tattoo Dahlerau wurde am 1. April dieses Jahres geöffnet.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, Samstag von 11 bis 16 Uhr sowie nach vorheriger Vereinbarung.

Anschrift: Rock Tattoo Dahlerau, Kirchstraße 26, 42477 Radevormwald, Tel. (0 21 91) 5 99 07 20

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