Kunst

Neue Fahnen wehen am Kreisel

Am Kreisverkehr wehen seit Montag Fahnen neuen „Kreis“-Motiven.
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Am Kreisverkehr wehen seit Montag Fahnen neuen „Kreis“-Motiven.

Christoph Dahlhausen bringt mit seiner Kunst schon ein bisschen Frühling in die Stadt.

Von Claudia Radzwill

Der Frühling hält bereits in der Bergstadt Einzug. Zumindest ein bisschen. Der renommierte Künstler Christoph Dahlhausen aus Bonn hat für die neuen Fahnen, die sich am Kreisverkehr an der Hohenfuhr-, Kaiser- und Uelfestraße präsentieren, eine Installation mit Motiven aus vielen bunten Kreisen geschaffen.

„Kreis-Verteiler am Verteilerkreis“, so der Titel der Installation. „Ich liebe Wortspiele“, sagt Christoph Dahlhausen mit einem Schmunzeln. Die Motive auf den Fahnen basieren auf Werken seiner Kunstreihe „Small Windows“.

Insgesamt schuf Dahlhausen 80 verschiedene Fahnenvariationen

Der Künstler Christoph Dahlhausen schuf die aus seinen Werken „Small Windows“ die Fahnenmotive.

Hinter „Small Windows“ verbergen sich Kunstobjekte, die aus alten Kamerafiltern und -linsen gefertigt sind. Wer noch analog fotografierte (oder fotografiert), kennt sie. Auf dem Objektiv ermöglichen sie effektvolle Fotografien. Christoph Dahlhausen fügt diese Farb-, UV- oder Polfilter, die es als Schraub- oder Steckform gibt, zu Wandobjekten zusammen. Auf der dahinterliegenden Wand erzeugen sie Farbfelder, Schattenwürfe und Spiegelungen. Im Spiel wechselnder Lichteinstrahlung ändert sich die Intensität. Aus seiner vielfältigen Raum- und Farbkunst wählte Dahlhausen die „Filterwerke“ als Fahnenmotiv aus, da diese „als Abbild die Bewegung der Fahnen aufnehmen“.

Für die Fahnen hat Dahlhausen verschiedene seiner Wandobjekte fotografiert, inklusive des jeweiligen Farben- und Schattenspiels. „Alle Werke habe ich im Atelier vor einer weißen Wand fotografiert, die Effekte so mit eingefangen“, erklärt Dahlhausen. Bei zwei Motiven hat er den weißen Hintergrund belassen, bei den anderen hat er einen farbigen Hintergrund eingefügt. „Alle Bilder wurden am Ende noch mit speziellen Lichtspots und Fototechnik bearbeitet“, berichtet er. Insgesamt schuf Dahlhausen 80 verschiedene Fahnenvariationen, um die acht Motive für die Fahneninstallation auszuwählen. Für ihn war es wichtig, dass die Fahnenmotive untereinander einen „Dialog erzeugen, spielerisch miteinander laufen.“

Dabei fügen sich die Farben auch in die Umgebung ein, folgen einer exakten Reihenfolge. Christoph Dahlhausen erklärt: „Richtung Sparkasse gibt es ein Motiv, wo einer der Kreise das Rot der Bank aufnimmt.“ Gegenüber dieser Fahne weht eine Fahne mit bunten runden Filterabbildungen und orangenem Hintergrund – ein Kontrast, der sich gegenüber der dortigen Hauswände abhebt, aber nicht mit dem roten Schriftzug der Sparkasse harmoniert hätte.

Anhand einer Kreiselpapiervorlage hat Dahlhausen mit Minifahnen die Reihenfolge festgelegt, verrät er. Dem endgültigen Fahnendruck ging ein Prozess voraus, der gut ein Jahr dauerte.

Als Bernd Freudenberg, Initiator der wechselnden Fahneninstallation am Kreisverkehr, ihn ansprach, war er zunächst etwas skeptisch, erinnert sich Christoph Dahlhausen. Er beschreibt es so: „Räume sprechen zu mir. Eine solche Fahneninstallation war eine andere, neue Herausforderung.“ Eine Aufgabe, die er sich aber gerne stellte, denn: „Es war ein Experiment, was mich an einen neuen Punkt bringt.“ Ein Musenkuss, sagt er im Nachhinein. „Der Blickwinkel zur Kunst mit Schatten hat sich geändert, erweitert.“

Die Fahneninstallation ist das dritte Kunstwerk, dass der Bonner Künstler in der Bergstadt präsentiert. Er gehörte zum Ensemble der Lichtinstallation in der Reformierten Kirche, er hat die Lichtinstallation rund um die Friedenseiche am Marktplatz geschaffen.

Christoph Dahlhausen arbeitet gerne in Rade. „Kunst vor Ort zu vermitteln, gerade Kunst im öffentlichen Raum, funktioniert nur als Team“, heben Dahlhausen und Freudenberg hervor – und das klappe dank Burkhard Klein von der Stadt, dem Team des Betriebshofes sowie Michael Scholz vom Heimat- und Verkehrsverein, richtig gut.

Hintergrund

Christoph Dahlhausen beschäftigt sich mit architektur- und raumbezogener Kunst. Er stellt weltweit aus. Er lebt und arbeitet in Deutschland und Australien. In Melbourne baut er an der RMIT University eine Artothek auf. Gesponsert wurde die Fahneninstallation von der Rader Wirtschaftsförderung und „Fahnen Herold“.

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