Neue Exponate und Sonderausstellung

Heimatmuseum öffnet am Sonntag

Von Claudia Radzwill

Ab 5. September können die Exponate im Heimatmuseum wieder besichtigt werden: jeden Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr. „Wir freuen uns auf die Besucher“, sagt Ursula Mahler, Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV), der das Museum betreibt. Im März 2020 hatte das Haus an der Hohenfuhrstraße letztmals geöffnet. Während der coronabedingten Schließung hat das Museum auch neue Exponate entgegengenommen. Dort gelten die jeweiligen Corona-Regeln und die 3G-Pflicht.

Mit der offenen Tür am Sonntag wird auch die erste Sonderausstellung des Jahres eröffnet. Thema ist der Bau der Ennepe-Talsperre. Der Bergische Geschichtsverein (BGV), Abteilung Radevormwald, zeigt bis 31. Oktober in Kooperation mit dem Heimat- und Verkehrsverein viele Fotos, die die Bauabschnitte dokumentieren. „Die zahlreichen Industriebetriebe im Tal der Ennepe benötigten eine zuverlässige Wasserversorgung zum Antrieb ihrer Wasserräder. Nur so konnten die Unternehmer die Märkte mit ihren begehrten Erzeugnissen zuverlässig beliefern“, erklärt Bernhard Priggel vom BGV, der die Ausstellung zusammenstellte. Die Nutzer der Wasserkraft schlossen sich damals zu einer Genossenschaft zusammen und beteiligten sich an den Kosten des Talsperrenbaus.

Nicht nur die Industriebetriebe benötigten viel Wasser, auch die Trinkwasserversorgung von Schwelm, Langerfeld und Voerde war wegen der stark gestiegenen Bevölkerung nicht mehr gesichert. Unterhalb der Sperrmauer errichtete der Kreis Schwelm daher ein Wasser- und Elektrizitätswerk. „Die Ennepe-Talsperren-Genossenschaft kaufte die benötigten Grundstücke, in wenigen Fällen kam es zu Enteignungen. An der Ennepe verschwanden die Ortschaft Osenberg, die Höller-Mühle und die Hofschaft Im Hohle“, berichtet Priggel. Auch drei Eisenhämmer und Haus Rehberg am Borbach versanken in den Fluten. Noch in den 1970er Jahren mussten zwei Bauernhöfe in Bauendahl dem Bau des Wasserwerkes Rohland weichen.

„Die schwere körperliche Arbeit in den Steinbrüchen und beim Bau der Mauer erfolgte ohne elektrisch angetriebene Maschinen,“ blickt Bernhard Priggel zurück. 1904 waren dort 1300 Arbeiter, überwiegend Italiener und Kroaten, beschäftigt. Die Talsperre entstand von 1902 bis 1904, die Einweihung erfolgte am 27. Mai 1905.

www.heimatmuseum-radevormwald.de

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