Projekt

Naturschützer wollen Fischadler ansiedeln

Dieses Foto eines Fischadlers an der Wupper gelang dem Fotografen Jürgen Kottmann. Wenn es nach den örtlichen Naturschützern geht, soll der Greifvogel mit Nistmöglichkeiten heimisch werden. Noch steht das Projekt aber am Anfang.
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Dieses Foto eines Fischadlers an der Wupper gelang dem Fotografen Jürgen Kottmann. Wenn es nach den örtlichen Naturschützern geht, soll der Greifvogel mit Nistmöglichkeiten heimisch werden. Noch steht das Projekt aber am Anfang.

Bergischer Naturschutzverein Radevormwald gibt einen Ausblick auf neue Projekte.

Von Stefan Gilsbach

Der Bergische Naturschutzverein (RBN) in Radevormwald hatte für das Jahr 2021 einen Zuschuss des Kreises von 1276 Euro erhalten. Naturvereine, die solche Mittel erhalten, werden jährlich gebeten, einen Tätigkeitsbericht zu erstellen, damit sich die Mitglieder des Kreistages, die letztlich über die Ausgaben entscheiden, sich ein Bild machen können.

Für die kommende Sitzung des Kreis-Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherfragen hat die Geschäftsführerin des Kreises, Kathi Hentzschel, einen solchen Bericht für die Zeit von Oktober 2021 bis Oktober 2022 erstellt. 

Die Liste der Aktivitäten ist lang und kann nicht komplett wiedergegeben werden. Die Mitglieder waren viel im Freien unterwegs, so bei der Pflege der städtischen Obstwiese in Herbeck und bei der Ansiedlung mehrerer Fledermausarten durch ein neues Angebot an Nisthöhlen und -kästen an der Wupper zwischen Dahlhausen und Wilhelmstal, ebenso die Öffnung und Sicherung eines Fledermausstollens in Dahlerau. Um schon Kindern das Thema nahezubringen, wurden im Rahmen des Ferienspaßes zwei Fledermaus-Exkursionen am Uelfebad unternommen.

In der Innenstadt haben die Naturfreude unter anderem dafür gesorgt, dass der Fahnenkreisel stets nachgepflanzt und -gesät wurde. Auch bei der Aktion „Stadtterrassen“ war der RBN eingebunden, so bei der Schaffung von Heilpflanzen-Hochbeeten.

Dorfteich in Herkingrade konnte nicht renaturiert werden

Weiterhin findet das Projekt der Hautflügler-Nistwände bei Kindergärten, Schulen und Kirchengemeinden neue Nachahmer. Auf der vom Verein betreuten Orchideenwiese konnten trotz der trockenen Witterung im Sommer rund 120 Exemplare blühender Pflanzen gezählt werden.

Nicht alle Vorhaben wurden erfolgreich abgeschlossen. So hatten sich die Umweltschützer dafür eingesetzt, den Dorfteich in Herkingrade zu renaturieren, trotz mehrerer Begehungen mit der Biologischen Station Oberberg und der Stadt sei das Projekt an den Eigentümern gescheitert, heißt es in dem Bericht.

Kathi Hentzschel gibt für die Kreistagsmitglieder auch einen Ausblick auf die Projekte der nächsten Monate. So stehe der Verein in Kontakt mit der Stadt, um weitere naturnahe Blühflächen (Projekt „Bergisches Blütenmee(h)r) zu schaffen. Wiederholt seien in den vergangenen Jahren Fischadler im Bereich der Talsperren gesichtet worden. „Geplant ist, in Zusammenarbeit mit dem RWE geeignete Nistplattformen auf Masten anzubringen“, schreibt Hentzschel. Verbliebene Kleinbiotope wie alte Löschteiche oder magere Brachflächen in Außenbereichen hofft der RBN in Zusammenarbeit mit der Stadt, der Biologischen Station und dem Kreis dauerhaft erhalten zu können.

Ausschusssitzung findet am 9. November statt

Die Geschäftsführerin des Vereins geht auch noch einmal auf das Thema Karthausen ein. Der Bergische Naturschutzverein hatte das Bauvorhaben abgelehnt, die Mehrheit im Rat stimmte jedoch dafür. Nun will der RBN zumindest darauf achten, dass angesichts der Hochwassergefahr bei der Versiegelung der Fläche für einen schnellen und risikofreien Abfluss großer Mengen an Oberflächen-Wasser gesorgt sein wird. Diese Bedenken seien von der Stadt „zumindest in der Theorie“ aufgenommen worden.

„Im Bau-Bereich versuchen wir nach wie vor, energie-optimierte Vorgaben durchzusetzen, mehr und naturnahe Grüninseln zu schaffen, Versiegelungen zu minimieren oder zu beseitigen, Dach- und Fassadenbegrünungen zu fördern und Einfluss auf die leider immer noch weitgehend lebensfeindliche Gartengestaltung zu nehmen“, heißt es im Bericht. Der Widerstand gegen Schottergärten hat inzwischen mit Veränderungen in den jeweiligen Satzungen bereits Erfolg gezeigt. Die Sitzung des Ausschusses ist am Mittwoch, 9. November, um 16 Uhr im ehemaligen Kantinengebäude, Moltkestraße 42, in Gummersbach.

Hintergrund

Einen schweren Schlag für den Bergischen Naturschutzverein bedeutet der Tod von Dietmar Fennel. Der Vorsitzende des RBN war vor einigen Tagen im Alter von 73 Jahren gestorben. Bis zuletzt hatte er wichtige Projekte des Vereins begleitet, obwohl er seit längerem an einer schweren Krankheit litt.

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