Kommunalwahl 2020

Nachholbedarf bei Freizeitangeboten für die Jugend

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Freizeitangebote für Jung und Alt stehen im Fokus.

Wahlprüfstein: Eine attraktive Stadt braucht Treffpunkte für Jung und Alt

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Für den 13. September steht die Kommunalwahl an. Der RGA/Radevormwalder Zeitung hat Wahlprüfsteine formuliert: Fragen, zu denen sich die für den Stadtrat kandidierenden Parteien äußern konnten. Heute geht es um Angebote, die man speziell der älteren Generation und den Jugendlichen in Rade machen kann.

CDU: Das Angebot für die ältere Generation ist nach Meinung der CDU fast vorbildlich in Radevormwald. Hier leisten die verschiedenen Organisationen wie Aktiv 55plus und auch der Seniorenbeirat hervorragende Arbeit. Analog dazu möchte die CDU gemeinsam mit einer Jugendvertretung (Jugendrat) Ideen für die jüngere Generation entwickeln.

SPD: Für die Jugendlichen wird das Angebot an speziellen Jugendeinrichtungen erhöht werden müssen. Sie brauchen auch einen vernünftigen ÖPNV, um am Wochenende zu späterer Stunde aus den Großstädten nach Radevormwald zurückzukommen. Clubs, Festivals und Ähnliches werden aufgrund der Größe der Stadt und der Wirtschaftlichkeit die Ausnahme sein, sollten aber im Einzelfall von der Stadt positiv unterstützt werden. Für die ältere Generation sollten traditionelle Veranstaltungen wie der Feierabendmarkt, Seniorenkino, Museentouren und Weinfest beibehalten werden. Auch unter veränderten hygienischen Bedingungen darf nicht alles gestrichen werden. Hier müssen Konzepte entwickelt werden, um das gesellschaftliche Leben nicht ganz zum Erliegen kommen zu lassen. Die Vereine müssen ermutigt und unterstützt werden, ihre Angebote weiterzuführen.

FDP: Wir sprechen uns dafür aus, Jung und Alt in unseren Begegnungshäusern zusammenzuführen. Die Mobilität und die Barrierefreiheit müssen gefördert werden. Es müssen außergewöhnliche Freizeitangebote geschaffen werden (zum Beispiel: Ninjapark und Skaterpark).

AL: Die ältere Generation gehört zu den größten Bevölkerungsgruppen der Stadt. Nicht nur deshalb ist auf ihre speziellen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Dies ist mit der Arbeit des Seniorenbeirats recht gut gelungen. Gerade weil diese Arbeit so erfolgreich ist, fordern wir, einen Jugendbeirat zu gründen, der die Jugend an den Entscheidungen der Politik teilhaben lässt. Darüber hinaus fehlen uns Angebote im Bereich der Freizeitgestaltung außerhalb von Vereinen. Wie die Befragung der Jugendlichen gezeigt hat, erreichen die Angebote der Vereine nur ein Viertel der Jugendlichen. Deshalb treten wir für den Bau eines Jugendfreizeitplatzes ein und möchten, dass auch das Hürxthalhaus als Begegnungsstätte für Jugendliche und junge Erwachsene genutzt wird.

UWG: Der „älteren“ Generation muss neben einer Barrierefreiheit im öffentlichen Raum auch bezahlbarer Wohnraum angeboten werden. Den Jugendlichen fehlt es im Augenblick an Freizeitmöglichkeiten neben den Angeboten der Vereine. Die Wiederbelebung unter anderem des BMX-Dirt-Parks ist ein erster Schritt, reicht aber bei Weitem nicht aus, alle Jugendlichen anzusprechen. Hier muss in den nächsten Jahren eine sinnvolle Erweiterung in Angriff genommen werden. Der alte Standort des BMX-Parks ist aus Sicht der UWG kontraproduktiv, und Politik und Verwaltung sollten einen zentrumsnäheren Standort suchen (zum Beispiel Campus Hermannstraße).

Bündnis 90/Die Grünen: Der Verein Aktiv 55plus und das Netzwerk „age-friendly cities und communities“ als internationales Leuchtturmprojekt müssen weiter gefördert werden. Die Sportvereine bieten vielfältige Kurse für die ältere Generation. Unzureichend sind die Angebote für Jugendliche. Mit der Umnutzung des Jahnplatzes zum Baugebiet wurde ihnen ein Freiraum genommen. Einen Ersatz gab es nie wirklich. Auch der BMX-Platz hat sich als Flop erwiesen. Gerade der Jahnplatz, zentral gelegen, hätte zu einem Multifunktionsplatz mit sportiven Angeboten für Jung – zum Beispiel mit einem Ninja-Parkour – und Alt – zum Beispiel mit einem Fitnessparkour – umgestaltet werden können. Ein „Work-out-Park“ im Kollenberg könnte eingerichtet werden. Innenstadtnah sollte ein Jugendcafé etabliert werden. Wir unterstützen eine intensivierte Arbeit des Jugendtreffs im Bürgerhaus und dem „Life“ auf der Brede.

RUA: Geht man die Checkliste der WHO zu diesem Thema durch, schneidet Radevormwald für ältere Menschen gar nicht schlecht ab. Aktiv 55plus geht seinen Weg. Für Ältere gibt es allerdings zu wenig altersgerechten, city-nahen Wohnraum. Für Jugendliche muss etwas getan werden. Samstag oder Sonntag früh ist die Stadt immer häufiger mit Flaschen und Scherben übersäht. Der nächtliche Lärm belästigt. Eine Shisha-Bar oder Disco, wie Jugendliche sie fordern, sind wahrscheinlich ebenso nicht die langfristige Lösung, wie ein Nachtbus. Tanz in den Mai, Afterzugparty, Karibiknacht zeigen, Rade kann Attraktivität. Wir brauchen private Initiativen und müssen mit den heterogenen Gruppen von Jugendlichen in Gespräche kommen.

LF: Ältere Menschen sind in Radevormwald durchaus gut versorgt. Viele Vereine beschäftigen sich mit den Interessen und Bedürfnissen der älteren Generation in unserer Stadt. Sie bieten auch gesellschaftlich sinnvolle Beschäftigungen an. Das Wichtigste ist hier, das Vorhandene zu erhalten, sowohl städtische Dienstleistungen als auch ehrenamtliche und sonstige kulturelle Angebote, die oft mit der Stadt verwoben sind. Weit dünner ist das Angebot für junge Menschen in unserer Stadt. Die bestehenden Jugendzentren sind ein guter Ansatz, der aber nicht ausreicht. Wir unterstützen den Dirt-Park weiterhin als eine Alternative und fordern, dass den Jugendlichen eine Fläche zur selbstständigen Verwaltung zur Verfügung gestellt wird, auf der sie verschiedene Freizeitaktivitäten realisieren können. Eine weitere Verbesserung wäre es, wenn wir nach diesem Prinzip eigene Räume für Jugendliche und ihre Projekte stellen könnten. Jugendliche brauchen vor allen Dingen die Möglichkeit, ihre Freizeit selbstständig sinnvoll gestalten zu können –dann werden sie das auch tun.

AfD: Das bereits existierende Angebot für Senioren ist aufgrund der Arbeit des Seniorenbeirats wie auch der Organisation Aktiv 55plus in Ordnung. Senioren nehmen auch gern das Angebot des Bürgerbusses wahr. Für Jugendliche müssen Bolzplätze geschaffen werden. Die BMX-Anlage muss attraktiver gestaltet beziehungsweise an anderer Stelle neu gebaut werden. Ferner muss eine Skateboard-Anlage geschaffen werden.

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