Panorama-Marsch

Nach 20 Stunden die 100 Kilometer geschafft

Geschafft: Lothar Freudenberg und zwei Mitstreiterinnen sind nach 100 Kilometern am Ziel.
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Geschafft: Lothar Freudenberg und zwei Mitstreiterinnen sind nach 100 Kilometern am Ziel.

Der Radevormwalder Lothar Freudenberg hat beim Panorama-Marsch die komplette Strecke gemeistert.

Von Claudia Radzwill

Von 50 gemeldeten Teilnehmern des Panorama-Marsches haben am Ende zehn Wanderer die ganze Strecke über 100 Kilometer geschafft. Darunter war der Radevormwalder Lothar Freudenberg. „Es war ein besonderes Erlebnis. Ungewohnt. Und es hat mentale Stärke gefordert“, erzählt er mit Blick zurück. Mit fast 68 Jahren – am 4. November feiert er Geburtstag – machte er sich am 3. Oktober zum Fußmarsch über den Bergischen Panoramasteig auf. Nach etwas mehr als 20 Stunden kam er im Ziel in Odenspiel an.

Lothar Freudenberg war in einer Dreiergruppe unterwegs. Am Start traf er zwei Teilnehmerinnen, die ebenfalls die 100 Kilometer anvisierten –man tat sich zusammen. Die „magische Grenze“ der Wanderung lag bei 60 Kilometern, erzählt der Rader. „Da musst du dich entscheiden, ob du weitergehst oder aufhörst.“ Gegenseitig habe man sich motiviert. „Wir haben uns gesagt, das schaffen wir. Das half.“ Alle zehn Kilometer wurde außerdem ein Foto gemacht: Seine Mitstreiterinnen hatten Din-A4-Blätter mit den jeweiligen Kilometerangaben im Vorfeld angefertigt, die dann mit in die Kamera gehalten wurden. „Das, was wir geschafft haben, zu dokumentieren, hat zusätzlich angespornt.“

„Die Blasen vergehen. Der Stolz, es geschafft zu haben, bleibt.“

Lothar Freudenberg

Start war am Samstagvormittag in Radevormwald auf dem Gelände der Firma Gira. Es ging über Wipperfürth und Marienheide zur Agger-Talsperre bis nach Odenspiel. Das Zeitlimit betrug 24 Stunden. Auf dem Weg gab es viele schöne Eindrücke. „Als wir in der Nacht aus dem Wald heraus nach Lieberhausen kamen, empfing uns eine heimelige, beleuchtete Versorgungsstation – eine tolle Atmosphäre“, berichtet Freudenberg. Im Wald seien ihnen Salamander über den Weg gelaufen. „Einmal leuchteten zwei gelbe Punkte im Dunkeln. Es stellte sich heraus, dass sie zu einem Reh gehörten. Das Licht unserer Stirnleuchten reflektierte sich.“ Die Gipfelzüge in Eckenhagen wird er nicht vergessen, obwohl dort der Wind stark wehte. Auch die Regenkleidung kam zum Einsatz – besonders in der Nacht blieb es nicht trocken. „Aber mit wetterfester Kleidung ist man gut gerüstet.“

Für Lothar Freudenberg war ein 100-Kilometer-Marsch eine Premiere. Untrainiert war er aber nicht unterwegs. Er ist passionierter Fußballer beim TV Herbeck und gehört der Nordic-Walking-Abteilung des Vereins an. Eigentlich hätte er im Oktober beim Röntgenlauf in Lennep mitgemacht. Dort ist er im Nordic-Walking-Feld über die Halbmarathon-Strecke von 21,3 Kilometern bereits rund 15 Mal gestartet und war oft schon der Bestplatzierte. Doch der Lauf wurde wegen der Pandemie abgesagt.

Teilgenommen hat Freudenberg auch schon in Roding bei der Deutschen- und der Europa-Meisterschaft im Nordic Walking. Auch im Mai 2020 sollte es wieder nach Roding gehen. Doch dann kam die Corona-Pandemie. Lothar Freudenberg hatte zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Training für die Meisterschaften begonnen. „Mit dem Nordic Walking habe ich dann pausiert, bin aber über den Sommer stattdessen mit dem Rennrad unterwegs gewesen.“ Die Tagestouren führten ihn quer durchs Bergische - insgesamt war er mehr als 4000 Kilometer auf dem Rad unterwegs, erzählt er.

Auf das Wander-Event hatte er sich auch vom Equipment her gut vorbereitet. „Ich habe recherchiert, welche Schuhe, welche Wandersocken sich für solch eine Tour eignen“, erzählt er – und hat sich ein paar neue Wanderschuhe samt Galoschen gekauft. Blasenpflaster, Powerriegel und Obst gehörten wie Regen- und Wechselkleidung zum Wandergepäck. Was er vom Panorama-Marsch mitnimmt? Da muss er nicht lange überlegen: „Die Blasen vergehen. Der Stolz, es geschafft zu haben, bleibt.“

Panorama-Marsch

Die Strecke des Panorama-Marsches führte vorbei an Talsperren über kleine, verwachsene Trails und über 2330 Höhenmeter. Nach jeweils 20 Kilometern gab es eine Verpflegungsstation. Für die Strecke hatten die Teilnehmer 24 Stunden Zeit. Organisiert hatte das Wanderevent Sven Schreiber mit seiner Firma Hammerevents. Gestartet wurde in kleinen Gruppen – aufgrund der geltenden Hygienemaßnahmen.

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