Adventskonzert

Musiker sorgen für wohltuende Auszeit

Beim Adventskonzert in der Lutherischen Kirche spielte auch das Instrumental-Ensemble der Rader Musikschule.
+
Beim Adventskonzert in der Lutherischen Kirche spielte auch das Instrumental-Ensemble der Rader Musikschule.

Lutherische Gemeinde lud zum Adventskonzert ein.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Knapp 30 Besucher zog es am Samstagnachmittag zu einem kurzweiligen Adventskonzert in die Lutherische Kirche. Eine besondere Aufführung vor dem Hintergrund einer schrumpfenden Gemeinde und einer sich im Wandel befindenden Kirchenmusik.

Es gab Zeiten, da standen Besucher der kirchlichen Weihnachtskonzerte in den Gängen, weil sämtliche Plätze belegt waren. Zeiten, in denen der Altarraum mit so vielen Musikern besetzt war, dass man sie kaum zählen konnte. Es sind lang zurückliegende Zeiten. Ein Orchester gibt es in der Lutherischen Kirche schon lange nicht mehr, und auch die Kirchenbänke füllen sich selbst zu einer Traditionsveranstaltung wie dem alljährlichen Adventskonzert nur noch punktuell. Ganz auf die musikalische Verarbeitung eines der größten Kirchenfeste zu verzichten, das wollte Kantorin Angelika Kozinowski-Werler trotzdem nicht. Zum Glück, denn sonst hätte es am späten Samstagnachmittag kein so schönes und besinnliches Adventskonzert in der lutherischen Gemeinde gegeben.

Stimmen schallen engelsgleich durchs Kirchenschiff

„Wir wollen sie mit Musik begleiten in eine erwartungsfrohe Adventszeit“, sagte Angelika Kozinowski-Werler zu Beginn des Konzertes. Weil ein Orchester für eine normale Gemeinde heutzutage nicht mehr finanzierbar sei und die Gemeindemitglieder damit sonst auf das beliebte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach verzichten müssten, hatte Kirchenmusikdirektor Carsten Klomp schon während der Pandemie das Orchestermaterial der Gemeinde auf die Orgel übertragen.

Die Kantorin legte dann noch selbst Hand an und passte die erste Kantate von Bachs Weihnachtsoratorium für Chor und Orgel an.

Neben der Kantorin selbst, die sich als Musikerin gleich mit mehreren Instrumenten beteiligte und nacheinander sowohl an einem mittelalterlich klingenden Cembalo als auch Flöte, Cello und Orgel spielte, wurde Kozinowski-Werler sowohl vom Instrumental-Ensemble der Radevormwalder Musikschule begleitet als auch vom Paul-Gerhardt-Chor. Letzterer hatte sich auf der Empore der Kirche aufgestellt. Die Stimmen des Chores – wenngleich krankheitsbedingt reduziert – schallten bei der ersten Kantate des Weihnachtsoratoriums engelsgleich durch das Kirchenschiff. Pfarrer Philipp Müller las zwischen den musikalischen Beiträgen die Weihnachtsgeschichte vor.

In wenig beständigen Zeiten sind Traditionen ein wichtiger Anker und Adventskonzerte wie dies eine wohltuende Auszeit.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Stadt Rade bildet erfolgreich aus
Stadt Rade bildet erfolgreich aus
Stadt Rade bildet erfolgreich aus
Kunden rätseln über ihre Rechnung
Kunden rätseln über ihre Rechnung
Kunden rätseln über ihre Rechnung
50 Jahre danach - das Zugunglück bleibt ein Trauma
50 Jahre danach - das Zugunglück bleibt ein Trauma
50 Jahre danach - das Zugunglück bleibt ein Trauma

Kommentare