Trauer

Musik als Trost: Gemeinde gedenkt der Opfer des Zugunglücks

Am Samstag fand das musikalische Gedenken in der Kirche am Markt statt.Foto:Claudia Radzwill
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Am Samstag fand das musikalische Gedenken in der Kirche am Markt statt.

50 Jahre nach dem Zugunglück nahe Dahlerau.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Am Samstagmorgen gedachte die reformierte Gemeinde mit einem musikalischen Requiem in die Kirche am Markt der Opfer des Zugunglücks vor 50 Jahren. Am 27. Mai 1971 starben 46 Menschen, darunter 41 Schüler aus Radevormwald. Bereits am Donnerstag hatte es eine offizielle Gedenkfeier auf dem Kommunalfriedhof gegeben. „In Gesprächen mit Betroffenen von damals habe ich aber gemerkt, dass jeder anders mit seiner Trauer umgeht,“ sagte Pfarrer Dr. Dieter Jeschke in seinem Grußwort. Ergänzend zur Gedenkfeier habe die Gemeinde ein Angebot schaffen wollen, das den Schwerpunkt auf die Musik als Tröster legt.

Die Plätze in der Kirche – coronabedingt reduziert und mit Abstand – waren am Morgen alle besetzt. Auch Bürgermeister Johannes Mans war mit Ehefrau Kornelia gekommen. Die Ansprache der Stadt übernahm der stellvertretende Bürgermeister Gerd Uellenberg als Zeitzeuge. Er blickte zurück auf das Lebensgefühl der 1970er Jahren. Daran, dass in diesen Jahren die ersten Mondlandungen stattfanden. Dann kam der 27. Mai 1971. Die Frage nach dem „Warum“ stehe auf einem der Grabsteine der Todesopfer. Uellenberg griff diese auf: „Warum musste man trotz aller fortschrittlichen Technik so kläglich scheitern? Doch trotz allem Fortschritt gab es keinen Sprechfunk in den Zügen, der das Unglück verhindert hätte.“

Uellenberg erlebte diese Tage 1971 als Schüler. Sechs leere Plätze habe es nach dem Tag des Unglücks im Schulbus gegeben. „Sie blieben leer.“ Er erinnere sich daran, wie sie als Schüler vor den Särgen Abschied nahmen, und er erinnere sich an die Trauerfeier. „Mein Dank auch heute gilt allen Helfern von damals, auch aus den Kirchen. Stellvertretend möchte ich Pfarrer Wolfgang Motte nennen.“ Motte, heute Pfarrer im Ruhestand, hatte fünf Tage vor dem Unglück in der reformierten Kirche noch einige Opfer konfirmiert. Uellenberg sprach auch von der Zerrissenheit der Angehörigen, die dem Unglück folgte. „Nach 50 Jahren wünsche ich mir, dass mit dieser Gedenkwoche die Schuldzuweisungen überwunden werden.“

Mit dem Largo A-Moll aus der Triosonate C-Dur für Orgel von Johannes Sebastian Bach hatte Kirchenmusikerin Angelika Kozinowski-Werler das musikalische Gedenken zuvor eröffnet. Zu hören war nach den Ansprachen das „Allegro non troppo“ für Streichtrio in E-Moll des Komponisten Romberg – von Angelika Kozinowski-Werler und Marc Wingasse (beide Violoncello) und Thomas Ebbinghaus (Viola). Das „Andante grazioso“ und das „Allegretto“ folgten.

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