Aktion

Müll sammeln mit der eigenen Familie

Auch Ronald Britschock, Max (9) und Judith Kistner gehören zu den Familien, die sich an der Rader Müllsammelaktion beteiligen.    Fotos: Claudia Radzwill
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Auch Ronald Britschock, Max (9) und Judith Kistner gehören zu den Familien, die sich an der Rader Müllsammelaktion beteiligen.

Zweiwöchige Aktion „Rade räumt auf“ hat begonnen

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Bei der Frühjahrsaktion „Rade räumt auf“ haben die Bürger und Bürgerinnen in der Vergangenheit die Stadt und die Außengebiete schon oft von wildem Müll und Unrat befreit. Dieses Jahr gibt es für die Aktion einen neuen Namen: „Wilden Müll sammeln . . . für ein sauberes Radevormwald“. Statt an einem Aktionstag wird zwei Wochen lang gesammelt.

Start war am vergangenen Montag, 19. April. Die Kampagne dauert noch bis zum 1. Mai. „Das ist den Pandemiemaßnahmen geschuldet“, erklärt Regina Hildebrandt vom Bauverwaltungsamt, Fachbereich Umwelt und Klimaschutz. Mit dem städtischen Klimaschutzmanager Niklas Lajewski betreut sie das Angebot. „Da wegen der Kontaktbeschränkungen große Gruppen nicht möglich sind, entzerren wir das Ganze, geben mehr Zeit“, erklärt Regina Hildebrandt.

Normalerweise nehmen am Müllsammeltag auch Radevormwalder Vereine, Unternehmen und Kirchengemeinden teil. „Das geht leider 2021 nicht“, sagt Regina Hildebrandt. Es dürfen Familien beziehungsweise ein Haushalt plus eine weitere Person zusammen unterwegs sein. Wer sich zuvor im Rathaus anmeldet, für den gibt es die nötigen Materialien fürs Müll sammeln kontaktlos durchs Fenster an der Pforte gereicht.

„Wir haben mal ganz viele Golfbälle entdeckt.“

Max (9 Jahre)

Die Sammelaktion organisiert die Stadt Radevormwald wie sonst auch mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband. „Der BAV stellt die Mülltüten, Greifer und Handschuhe zur Verfügung“, erklärt Regina Hildebrandt. Im Rathaus hat man im Blick, wer wo eine Straße, einen Park, ein Waldstück oder einen Spielplatz säubert. Für den gesammelten Unrat wird im Vorhinein ein Ablagestandort vereinbart. Den fahren die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs an und holen dort die abgestellten Müllsäcke ab. Wer wilden Sperrmüll findet, kann das direkt im Rathaus melden.

In diesen Tagen gehört auch sie zum Bild des Unrats auf der Straße eine gebrauchte Maske.

Im Vorfeld haben sich bereits 60 Personen angemeldet. Die ganze Zeit hindurch sind aber weitere Anmeldungen möglich. Mit dabei ist auch Judith Kistner. Sie ist mit dem eigenen Hausstand und dem Familienhund Felix dieser Tage unterwegs – ganz coronakonform. „Wir haben früher schon bei der Aktion mitgemacht. Das ist eine gute Sache,“ findet sie. Was man beim Müllsammeln alles finden kann? „Wir haben mal ganz viele Golfbälle entdeckt“, erzählt Sohn Max (9). Auch einen kleinen Grill hat die Familie schon gefunden – und einen Schreibtischstuhl sowie viele, viele Schnapsflaschen.

Judith Kistner ist Pflegschaftsvorsitzende in der Klasse ihres Sohnes in der Grundschule Stadt. Mit ihrer Stellvertreterin Nicole Kind hat sie die Müllsammelaktion auch als Klassenevent ausgerufen. „Durch Corona können die Schüler und Schülerinnen derzeit nicht viel zusammen unternehmen“, sagt sie. „Das ist eine Gelegenheit für ein wenig Gemeinschaftsgefühl.“ Die Schüler und Schülerinnen sammeln in der kommenden Woche zwar für sich, laden aber dann das Highlight ihrer Funde auf der gemeinsamen Klassenplattform hoch. „Die Teilnahme ist freiwillig. Die Hälfte der Klasse hat sich schon schnell angemeldet“, berichtet Judith Kistner. Am Wochenende fahren sie und Nicole Kind bei allen Teilnehmern vorbei und statten diese aus – auch eine kleine Verpflegung gehört zum Paket dazu. Und eine Trinkflasche, ein Geschenk der Sparkasse.

Im vergangenen Jahr sollte am 28. März „Rade räumt auf“ als Großevent stattfinden – ein Neustart nach einer Pause von zwei Jahren. Wegen eines Personalwechsels in der Verwaltung war die Aktion zuvor zwei Jahre lang ausgefallen. Geplant war 2020 auch ein Umweltmarkt. Der Nabu-Ortsverein, die rollende Waldschule, der ADFC, die Verbraucherzentrale und das Zentrum für Bio-Energie hatten ihr Kommen zugesagt. In den Grundschulen sollte bereits in der Woche zuvor das Naturmobil der Biologischen Station und das Forschermobil des Energie-Kompetenzzentrums Metabolon Station machen. Wegen der Pandemie musste dann alles abgesagt werden.

Rade räumt auf

Anmeldung: Die Anmeldungen für die Sammelaktion vom 19. April bis 1. Mai, inklusive Materialbestellung (Zangen, Müllbeutel und Handschuhe), nehmen Regina Hildebrandt und Niklas Lajewski von der Radevormwalder Stadtverwaltung entgegen. Sie sind unter Tel. (0 21 95) 60 61 50 und Tel. (0 21 95) 60 64 32 zu erreichen. Für die Abholung der Materialien werden Termine vereinbart.

BAV: Der Bergische Abfallwirtschaftsverband unterstützt die Umweltaktion. Außerdem bietet er davon unabhängig die unbegrenzte Aktion „zero waste club“ an. Informationen dazu gibt es im Internet.

www.bavweb.de

Wupperorte: Seit Jahren ist es ein guter Brauch, dass der Bürgerverein für die Wupperorte die Organisation der dortigen Aufräumaktionen in die Hand nimmt. Nachdem die Corona-Pandemie die Aufräumaktion im vergangenen Jahr verhindert hat, hoffen die Organisatoren nun, dass sie im kommenden Frühsommer durchgeführt werden kann.

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