Handel

„Modellbahnstube“ öffnet neu in der Stadt

Thomas Hänsel und Marie Steinhauer, Wirtschaftsförderin der Stadtverwaltung Radevormwald. Beide freuen sich über den Erfolg des Programms.
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Thomas Hänsel und Marie Steinhauer, Wirtschaftsförderin der Stadtverwaltung Radevormwald. Beide freuen sich über den Erfolg des Programms.

Spielzeugwarenhändler kann dank des Sofortprogramms für die Innenstadt einen Neustart in Radevormwald wagen.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevornwald. Um einen Leerstand ärmer und dafür um einen Fachhändler reicher ist die Radevormwalder City. Thomas Hänsel hat in bester Lage in der Kaiserstraße 57 ein Spielwarengeschäft eröffnet. Seine „Modellbahnstube“ bietet auf knapp 30 Quadratmetern gut 8000 Artikel, die längst nicht alle mit Modelleisenbahnen zu tun haben. Brett- und Gesellschaftsspiele, Autos, Baukästen bis hin zu Sammelfiguren aus dem Erzgebirge finden sich in den Regalen wieder. Ein kleines Paradies für Kinder, aber auch für Sammler, Eltern und Großeltern, die auf der Suche nach Spielsachen für Kinder und Enkel Wert auf Nachhaltigkeit und gute Beratung legen. Denn zwar bieten auch andere Geschäfte in der Innenstadt, vorzugsweise die großen Ketten, eine Spielwarenabteilung an. Doch die Auswahl und Qualität, die Hänsel nun in die Radevormwalder Innenstadt bringt, fehlte hier bislang, ist er überzeugt. „Preislich hebe ich mich natürlich etwas von den anderen Geschäften ab. Dafür biete ich aber Qualität und bringe die fachliche Kompetenz mit“, sagt er.

Seit mehr als 20 Jahren vertreibt Hänsel schon Spielwaren, zuerst in Remscheid, danach in Wuppertal und Schwelm. Zuletzt vertrieb der Remscheider seine Ware hauptsächlich übers Internet. Mit dem Beginn der Pandemie, erzählt er, musste er 2020 sein Ladenlokal in Schwelm aufgegeben. Doch seine Leidenschaft gilt nach wie vor dem direkten Kundenkontakt. Auf der Suche nach einem neuen Ladenlokal stieß er immer wieder auf viel zu hohe Mieten, die er sich bei einem Neustart nicht leisten kann. Zudem war ihm bislang auch das Risiko zu hoch. „Es ist ja nicht nur die Miete. Da kommen ja noch allerlei Kosten obendrauf wie Nebenkosten, Versicherung und so weiter“, sagt Hänsel. Das Ladenlokal an der Kaiserstraße hatte er schon länger im Blick und suchte das Gespräch mit dem Eigentümer. „Ich habe ihn eigentlich auch auf das Sofortprogramm aufmerksam gemacht.“

So langsam gehen derStadt die Leerstände aus

Bei diesem Sofortprogramm, das vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen zur Stärkung der Innenstädte in NRW im vergangenen Jahr aufgelegt wurde, werden Neugründer bei der Miete eines leerstehenden Geschäfts unterstützt. Dabei müssen die Immobilieneigentümer den alten Mietpreis um mindestens 30 Prozent reduzieren. Der neue Geschäftsbetreiber, in diesem Fall Thomas Hänsel, zahlt dann bis zum Auslaufen des Programms Ende 2023 nur 20 Prozent der Miete. Der Rest wird über das Förderprogramm und ein Teil von der Stadt gezahlt.

Eine Win-win-Situation für alle, betont Marie Steinhauer von der städtischen Wirtschaftsförderung. „Durch das Sofortprogramm haben wir mittlerweile fünf neue Ladenlokale in der Stadt eröffnen können“, sagt sie. „Als Stadt sind wir darüber besonders froh.“

Das Programm läuft noch bis Ende 2023. Für weitere Förderungen gebe es noch Mittel im Topf, „wobei die Kapazitäten an Leerstände langsam erschöpft sind“, sagt Steinhauer. Ein bis zwei Leerstände stünden in einigen Nebenstraßen noch parat. Wenn sich weitere Interessenten für eine Ladeneröffnung finden, müssten weitere Gespräche mit Eigentümern gesucht werden. „Das Interesse es groß, und auch die Zufriedenheit der neuen Händler ist bislang groß“, bestätigt die Wirtschaftsförderin.

Musikpädagogin Ute Reinbott etwa, die im Herbst 2021 als eine der ersten das Sofortprogramm nutzte, um Musikcoaching an der Grabenstraße anzubieten, sei so zufrieden, dass das Projekt nun verlängert werde. Auf so einen Erfolg hofft auch Hänsel. „Mit den ersten vier Wochen bin ich sehr zufrieden. Mal schauen, wie es sich weiterentwickelt.“ Bis Ende 2023 läuft der Mietvertrag im Zuge des Förderprogramms. Danach müsste er diesen mit dem Eigentümer selbst neu verhandeln.

Hintergrund

Eröffnungen: Neben dem Musikcoaching „Music PP“ (Grabenstraße 19) und zuletzt der Modellbahnstube (Kaiserstraße 57) wurden über das Sofortprogramm die Eröffnungen des Ausrüstungsverleihers „E-Cooler“ (Kaiserstraße 100), das Bekleidungsgeschäft „Gabis Klamöttchen“ (Weststraße 2) und die Döner-Ecke (Kaiserstraße 57) unterstützt.

Kontakt: Wer nach einem passenden Ladenlokal sucht und Unterstützung durch das Sofortprogramm des Landes braucht, kann sich ans Citymanagement Radevormwald wenden, telefonisch unter Tel. (0178) 1434382.

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