Verkaufsoffener Sonntag

Martinsmarkt war ein großer Erfolg

Beeindruckend: die Feuershow mit Estefania aus Köln, die sich auf dem Plateau vor der Reformierten Kirche am Marktplatz gut sichtbar platziert hatte.
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Beeindruckend: die Feuershow mit Estefania aus Köln, die sich auf dem Plateau vor der Reformierten Kirche am Marktplatz gut sichtbar platziert hatte.

Am Sonntagabend zog St. Martina mit Pferd Iven durch die Innenstadt.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Wer sich am frühen Sonntagabend dem Schlossmacherplatz vom Caritashaus aus nähert, sieht es an den Wänden unheilverkündend blau flackern. Zum Glück aber falscher Alarm. Denn zwar stehen mehrere Feuerwehr- und Rettungsautos auf dem Schlossmacherplatz, das Blaulicht eingeschaltet. „Wir sind aber nur hier, um uns und unsere Arbeit zu präsentieren“, sagt Tobias Funk, Leiter der Jugendfeuerwehr. Es ist das erste Mal, dass die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr beim Martinsmarkt präsent ist. „Aber natürlich passt das ganz hervorragend. Denn wir sind ja schließlich prädestiniert zum Helfen“, sagt Funk.

Der spätere Heilige Martin von Tours, der im 4. Jahrhundert gelebt hat, ist eigentlich römischer Soldat gewesen, der der Legende nach, einem Bettler im Winter vor den Stadttoren in Amiens in Frankreich seinen halben Mantel gegeben haben soll. Später ist er dann zum Bischof geweiht worden und gehört zu den bekanntesten Heiligen der Katholischen Kirche. Seiner wird seit dem 19. Jahrhundert mit Martins-Feiern und -umzügen gedacht, bei denen Kinder mit Laternen unterwegs sind, oftmals begleitet von einem Pferd samt Martins-Darsteller, der dann auch das Teilen des Mantels nachstellt.

Auch wenn der eigentliche Martinstag erst am kommenden Freitag begangen wird, lockte auch in Rade am vergangenen Sonntag der traditionelle Martinsmarkt mit vielen Ständen und verkaufsoffenen Geschäften Besucher in die Stadt. Viele Vereine, Schulen oder Kindergärten nutzten die Gelegenheit, um sich mit einem Stand zu präsentieren – und über den Verkauf von Speisen und Getränken Geld zu sammeln. Weit voraus hatten etwa die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums gedacht: „Für unsere Abifeier 2024“ steht auf dem Schild an ihrem Stand, an dem es Hotdogs und Waffeln gibt. Waffeln und Hotdogs sind überhaupt sehr beliebt – auch beim Musikzug der Jugendfeuerwehr gibt es die Würste im Brötchen.

Für den Stand des Evangelischen Kindergartens Himmelwiese ist im Vorfeld fleißig gebacken worden. „Wir sammeln Geld für unser Baumhaus“, sagt Leiterin Sylvia Köster. Sie sei sehr zufrieden mit der Zahl der Besucher: „Der Tag war ja auch ein wirklich schöner Herbsttag, kalt zwar, aber trocken und sonnig.“ Erst am frühen Abend beginnt es für eine knappe Stunde zu regnen. Was die großen und kleinen Rader aber nicht abschreckt. In großer Zahl zieht es sie zum Marktplatz. Dort ist ein Stück abgezäunt, um das sich die Kinder mit ihren Laternen sammeln. Im Inneren richten Feuerwehrleute einige Paletten zu einem Haufen an, der mit Gasbrenner entzündet wird.

Doch das Holz ist nassgeregnet worden, so dauert es lange, bis das Feuer in den nun wolkenlosen Nachthimmel lodert. Alles wartet auf „St. Martina“ und ihr Pferd Iven. Der Zug hatte sich um 18 Uhr auf den Weg gemacht, einmal vom Rathaus aus die Altstadt umrundet, um dann die Kaiserstraße zum Markt hochzuziehen. Eigentlich. Denn um 18.30 Uhr kommen nur die Bergstädter Musikanten unter den Klängen des St.-Martins-Lieds die Fußgängerzone hoch. Das Pferd sei nicht mehr mit auf den Marktplatz gekommen, es habe wohl Scheu vor dem Feuer gezeigt. So kam das große Pferd mit seiner Reiterin Verena Klein nun doch nicht zum Finale mit der Mantelteilung auf den Marktplatz.

Estefania aus Köln hat sich mit ihrer Feuershow auf dem Plateau vor der Reformierten Kirche am Marktplatz deutlich sichtbar positioniert. Es ist eindrucksvoll zu sehen, wie die junge Frau in der Dunkelheit ihre Fackeln, Feuerräder und Feuerkugeln in atemberaubender Geschwindigkeit durch die Nachtluft wirbeln lässt. Es ist eben ein bunter Markt mit ebensolchem Rahmenprogramm – und in diesem Kontext geht das Konzept wunderbar auf, denn der Applaus, den die Feuerkünstlerin bekommt, ist groß und lautstark.

Hintergrund

Tierschutz: Die Tierschutzorganisation PETA betont, dass Pferde bei Umzügen oder Massenveranstaltungen stets großem Stress ausgesetzt seien – es liege in der Natur der Tiere, vor diesen Stresssituationen weglaufen zu wollen. Das sei aber natürlich nicht möglich.

Brauchtum: Auf der anderen Seite gilt die Teilnahme von Pferden bei Umzügen, ob nun im Karneval oder an St. Martin, als Brauchtum. Heutzutage seien zudem viele Regeln einzuhalten, die die Teilnahme für die Pferde möglichst stressfrei gestalten sollten.

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