Holz aus Fachwerkhäusern

Martin Scheibner hat neue „Nordstraßen-Stifte“ hergestellt

Martin Scheibner (.l.) hat eine Reihe neuer Nordstraße-Stifte hergestellt. Bei Armin Werker gibt es sie zu kaufen.
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Martin Scheibner (.l.) hat eine Reihe neuer Nordstraße-Stifte hergestellt. Bei Armin Werker gibt es sie zu kaufen.

Auch Exemplare aus geschreddertem Geld gibt es jetzt.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Sie kommen mit unterschiedlichen Maserungen daher. So wie es das Holz vorgibt. Die Stifte, die Martin Scheibner drechselt, sind allesamt Unikate. Einige erzählen eine Rader Geschichte. Denn Scheibner hat sich vier Eichenbalken der abgerissenen Fachwerkhäuser der Nordstraße geholt – aus denen er die Druck- und Drehkugelschreiber fertigt. „Die Balken werden ungefähr 200 Jahre alt sein“, schätzt der Kantor im Ruhestand.

Zunächst hat Scheibner nur mit den intakten Balken gearbeitet. „Aus dem Holz werden zunächst kleinere Rohlinge geschaffen“, sagt er. Die werden durchbohrt für die Hülse, in die später die Mine kommt. Dann wird das Holz zur Stiftform gedrechselt.

Nun kommt eine zweite Serie „Nordstraßen-Stifte“ dazu. „Seinerzeit waren auch einige recht morsche Holzteile dabei, die waren so nicht für eine sofortige Bearbeitung geeignet“, erzählt er. „Sie wären zu weich, zu instabil gewesen.“ Mit Epoxid-Harz hat er die Holzteile stabilisieren lassen. „Einige der neuen Stifte bestehen sogar nur aus Spänen“, erklärt er. Das gibt zur individuellen Maserung noch besondere Farbschattierungen.

Daneben stellte Martin Scheibner in den vergangenen Wochen Stifte mit Banderolen, oder „Bauchbinden“ her. „Die bestehen aus Holz und geschreddertem Geld,“ sagt Scheibner. „Stifte mit Symbolkraft“, erklärt er augenzwinkernd. Denn er erinnert damit nicht nur an die abgerissnen Häuser, sondern auch an die holprige Geschichte dahinter. Bekanntlich wurden das Häusertrio einst über die Wirtschaftsförderung gekauft – um es weiter zu veräußern. Martin Scheibner hat noch einmal ins Verkaufsexposé von 2013 geschaut: „Wie heute bekannt, wollte aber zu dem aufgerufenen Preis niemand die Grundstücke haben.“ Dann übernahm die Stadt selbst den Abriss, wird mit dem Projekt „WohnZimmer“ selbst neu bauen. Rückblickend sagt Scheibner: „So wurde Geld verbrannt.“ Das brachte ihn auf eine Idee: „Im übertragenen Sinne wurde das Geld da auch geschreddert.“ er. Über einen Kollegen in Berlin erfuhr er, dass man bei der Bundesbank geschreddertes Geld erwerben kann. „Das habe ich getan – und es in einige der Stifte eingearbeitet.“

Die Stifte, die er unter dem Namen „Martins Schreibschmeichler vertreibt, sind gefragt. Es gibt sie im Geschäft „GartenWerker“ an der Kaiserstraße. „Kaum hatte ich die neue Serie auf Facebook eingestellt, kamen bereits die Nachfragen“, erzählt Armin Werker.

www.schreibschmeichler.de

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