Er wünscht sich Gesundheit

Marschmusik zum 100. Geburtstag für Günter Papendick

Jubilar Günter Papendick mit einem Teil der Gratulanten, darunter (v.l.) Tochter Heide Berkemann, stellvertretende Bürgermeisterin Sigrid Augst-Hedderich, stellvertretender Landrat Friedrich Wilke, Sohn Ralf Papendick und Schwiegersohn Christoph Breucker.
+
Jubilar Günter Papendick mit einem Teil der Gratulanten, darunter (v.l.) Tochter Heide Berkemann, stellvertretende Bürgermeisterin Sigrid Augst-Hedderich, stellvertretender Landrat Friedrich Wilke, Sohn Ralf Papendick und Schwiegersohn Christoph Breucker.

Günter Papendick feierte am Samstag im Kreise der Familie. Das Feuerwehrorchester gratulierte mit einem Ständchen.

Von Heike Karsten

Radevormwald Aus dem Garten des Seniorenwohnzentrums an der Uelfestraße erklingt am Samstagvormittag fröhliche Blasmusik. Eine Abordnung des Radevormwalder Feuerwehrorchesters hat sich dort zu einem Geburtstagsständchen eingefunden. Der musikalische Gruß geht an Günter Papendick, der an diesem Tag seinen 100. Geburtstag feiert. Zum Gratulieren sind seine drei Kinder und der Schwiegersohn gekommen. Ebenso gratuliert die stellvertretende Bürgermeisterin Sigrid Augst-Hedderich im Namen der Stadt. Auch Prof. Dr. Friedrich Wilke, stellvertretender Landrat, übermittelt herzliche Geburtstagsgrüße: „Ich überbringe Ihnen die Glückwünsche von fast 300 000 Einwohnern des Oberbergischen Kreises.“

Der Jubilar nimmt die vielen Glückwünsche gelassen entgegen. Von Aufregung oder einer schlaflosen Nacht keine Spur. „Man hat so viel durchgemacht, da kann einen nichts mehr aufregen“, sagt Günter Papendick und schmunzelt. Geboren wurde der Jubilar am 16. Juli 1922 in Neuenhammer, seine Heimat ist Bergerhof. „Ich bin echter Herbecker“, betonte der 100-Jährige. In die Innenstadt hätte es ihn nur selten gezogen. „Ich war früher viel auf dem Uelfesportplatz, habe Handball gespielt und war Vorturner im Schalksmühler Turnverein“, erinnert er sich.

Miterlebt hat Günter Papendick den Zweiten Weltkrieg, bei dem er in französische Gefangenschaft geriet. „Es war die härteste Zeit meines Lebens – mein Gewicht ging von 90 auf nur noch 60 Kilogramm runter“, berichtet er. Mit einem heißgeriebenen Fieberthermometer hatte er sich damals ins Feldlazarett gemogelt, wo er von den Amerikanern befreit und nach Texas geschickt wurde. „Dort habe ich Baumwolle gepflückt und Englisch gelernt“, erzählt Papendick. Auch in England sei er für ein Jahr gewesen. Die Sprachkenntnisse waren ihm später in seinem Beruf als Exportkaufmann sehr nützlich.

Entstanden sind drei Kinder, fünf Enkel iund vier Urenkel

Die Lehre absolvierte er im Bismarckwerk in Bergerhof, später arbeitete er fürs Elektroinstallationsunternehmen Berker in Schalksmühle. Mit Ehefrau Erika (geborene Häcker) aus Wilhelmstal war Günter Papendick mehr als 65 Jahre verheiratet. Drei Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel sind aus der Ehe entstanden. Sohn Ralf Papendick, Polizeibeamter aus Schalksmühle, und Tochter Heide Berkemann, Lehrerin aus Herdecke, sind bereits im Ruhestand. Tochter Sabine Papendick, Leiterin im Vertrieb bei den Remscheider Stadtwerken, wurde als Nachzüglerin 1968 geboren. „Ich habe meine Eltern jung gehalten“, sagt sie.

Vor drei Jahren starb Papendicks Ehefrau im Alter von 95 Jahren. Aus eigener Entscheidung heraus hatte das Paar sein Haus in Bergerhof verkauft und war zunächst in die Anlage für betreutes Wohnen an der Muskatorstraße gezogen, vor etwa acht Jahren dann ins Haus Wiesengrund des Seniorenwohnzentrums Uelfestraße. Hier fühlt sich der 100-Jährige wohl. „Es herrscht immer gute Stimmung“, ist Heide Berkemann froh. Ihren Vater beschreibt sie als Genießer. Beim gemeinsamen wöchentlichen Eisdielenbesuch würde er immer drei Kugeln, einen Cappuccino und einen Grappa bestellen. „Mein Vater ist ein sehr zufriedener Mensch, der aus jeder Lage das Beste macht. Vielleicht ist das das Geheimnis für ein langes Leben“, vermutet sie.

Die gesundheitlichen Einschränkungen, die das Alter mit sich bringt, nimmt Papendick gelassen. „Mit dem Laufen und Sehen klappt es nicht mehr so gut“, berichtet der Jubilar. Wenn ein Gratulant etwas lauter mit ihm sprechen will, winkt der 100-Jährige ab: „Mit dem Hören klappt es noch.“ Erst vor vier Jahren hat Papendick eine neue Hüfte bekommen. „Er musste noch etwas durchhalten, sonst hätte sich das nicht gelohnt“, witzelt Schwiegersohn Christoph Breucker. Zu seinem Geburtstag fällt dem 100-Jährigen nur ein Wunsch ein: „Gesundheit. Ich habe doch sonst alles“, sagt er zufrieden.

Hintergrund

Auftritt: Für das Feuerwehrorchester war das Ständchen am vergangenen Samstag im Seniorenheim nicht nur ein besonderer Anlass, sondern auch der erste öffentliche Auftritt seit Ausbruch der Corona-Pandemie.

Beifall: Viel Applaus erhielten die Musiker von den Geburtstagsgästen und den Bewohnern an den offenen Fenstern.

Wettbewerb: Das Radevormwalder Feuerwehrorchester bereitet sich derzeit auf eine Teilnahme an den Bundeswertungsspielen des Deutschen Feuerwehrverbandes im September vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Das Beliebige war ihm ein Gräuel
Das Beliebige war ihm ein Gräuel
Das Beliebige war ihm ein Gräuel
In der Firma geht es um die Wurst
In der Firma geht es um die Wurst
In der Firma geht es um die Wurst
Kinder feiern Start des Ferienspaßes
Kinder feiern Start des Ferienspaßes
Kinder feiern Start des Ferienspaßes

Kommentare