Prozess

Mann bestreitet pädophile Neigung

Ein 45-jähriger Rader soll kinder- und jugendpornografisches Material verbreitet haben. Das ist das Urteil des Gerichts.

Von Heike Karsten

Radevormwald. Bei der ersten Verhandlung im Juni wurde einem 45-jährigen Rader vorgeworfen, kinder- und jugendpornographisches Material auf seinem Handy gespeichert und weitergeleitet zu haben. Hierbei ging es um 109 beanstandungswürdige Bilder und Videos. Dass er diese über eine Whatsapp-Gruppe erhalten hatte, gab er in der ersten Verhandlung zu. Den Vorwurf, im September 2020 noch einmal eine Internetseite mit strafrechtlich relevanten Kinderpornos aufgerufen und Bilder heruntergeladen zu haben, stritt er damals jedoch ab. Arbeitskollegen hätten sein Handy eventuell genutzt, lautete seine Erklärung. Zur Fortsetzung der Verhandlung hatte der Richter Zeugen geladen. Aussagen mussten sie nicht, denn anhand der Dienstpläne hatte sich schnell herausgestellt, dass der 45-Jährige zur Tatzeit nicht an seinem Arbeitsplatz gewesen war.

Nun tischte er dem Richter eine neue Erklärung auf: „Vermutlich ist mein Handy gehackt worden.“ Das nahmen ihm weder Richter noch Staatsanwältin ab. Der Rader, selbst Vater von zwei Kindern, bereute seine Tat: „Ich wollte mich eigentlich selbst anzeigen, habe es aber auf die lange Bank geschoben.“ Auf die Herausgabe des beschlagnahmten Handys verzichtete er.

Verurteilter glaubt, nun alles zu verlieren

Das Urteil: neun Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung. Während der dreijährigen Bewährungszeit wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Zudem muss er 1800 Euro Strafe an die Jugendgerichtshilfe Oberberg zahlen. Der Richter begründete: „Da Sie über einen längeren Zeitraum in diesem Bereich aktiv waren, habe ich keine Zweifel daran, dass sie auch im September 2020 die Bilder von der Internetseite heruntergeladen haben.“ Der Verurteilte brach am Ende der Verhandlung in Tränen aus: „Ich glaube, ich werde hiermit alles verlieren.“ Eine pädophile Neigung hatte er immer abgestritten, weshalb das Gericht von einer Therapie als Auflage abgesehen hatte.

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