Wohnungen stehen leer

Lösung für soziales Wohnen gesucht

Erschwinglicher Wohnraum – hier Häuser auf der Brede, die der Brookfield-Gruppe gehören – ist in Rade seltener geworden. Verwaltung und Politik diskutierten im Ausschuss darüber.
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Erschwinglicher Wohnraum – hier Häuser auf der Brede, die der Brookfield-Gruppe gehören – ist in Rade seltener geworden. Verwaltung und Politik diskutierten im Ausschuss darüber.

Erschwinglicher Wohnraum wird in Rade immer seltener.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Das Problem ist seit längerem bekannt, eine vielversprechende Lösung gibt es derzeit nicht: In Radevormwald gibt es einen wachsenden Mangel an bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit kleinem Geldbeutel. Die SPD-Fraktion hatte dieses Thema erneut auf die Tagesordnung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Sport, Integration und Demografie gesetzt.

Ausschussmitglied Felix Anders brachte für die Sozialdemokraten erneut die Option einer Wohnungsbau-Genossenschaft ins Spiel. Doch Simon Woywod, Beigeordnete und Kämmerer, äußerte sich skeptisch. Dass die Lage bei den Sozialwohnungen schwierig sei, räumt er ein. Aber das die Stadt eine Wohnungsgenossenschaft stemmen könnte, sieht er nicht: „Das würde Kapazitäten verlangen, die unsere Möglichkeiten derzeit deutlich übersteigen.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung präzisierte Woywod, dass die Stadt zu diesem Zeitpunkt weder finanziell noch personell aufgestellt sei, ein solches Projekt in die Wege zu leiten. „Ich sehe das nicht als die Lösung des Problems“, sagt der Beigeordnete.

Tatsächlich sei das Problem nicht der Mangel an Wohnraum, hatte Woywod bereits im Ausschuss erklärt:  „Wohnungen sind da, viele von ihnen stehen aber leer.“ Auch mit Blick auf die Wohnungssituation in der Stadt plane die Stadt im August ein Treffen mit der Brookfield-Gruppe. Dieses kanadische Unternehmen ist Eigentümer jener Immobilien, die in Rade durch Firma Belvona verwaltet werden, diese befinden sich vor allem auf der Brede und in der Südstadt. Man wolle mit den Vertretern von Brookfield darüber sprechen, wie die Gesellschaft ihre künftige Entwicklung am Standort Radevormwald sehe.

Alle drei Jahre seienMieterhöhungen möglich

 Problematisch für betroffene Mieterinnen und Mieter ist der Wegfall der Sozialbindung für viele Wohnungen. Bis zum 31. Dezember 2021 hatte es laut Verwaltung in der Stadt 846 Wohnungen mit diesem Status gegeben. Ein Großteil dieser Wohnung hat die Bindung allerdings im Januar 2022 verloren, nämlich 649 Einheiten. Mieter berichten davon, dass prompt die Ankündigungen von Mieterhöhungen eingetroffen seien. Alle drei Jahren sind laut dem Gesetzgeber solche Erhöhungen gestattet, wenn sie nicht 20 Prozent übersteigen.

Anke Schröder, ehemalige Leiterin des Radevormwalder Sozialamtes und nun für die FDP Mitglied im Fachausschuss, wies darauf hin, dass es für die Mieter durchaus Möglichkeiten gebe, solchen Erhöhungen zu widersprechen, ohne teure Gerichtskosten zu riskieren. Dazu böten beispielsweise Mietervereine Beratungen an.

Die Stadt vermarktet derzeit das neue Baugebiet Karthausen. Sozialwohnungen werden dort nicht entstehen. Der Wohnungsbau für diese Zielgruppe sei wenig attraktiv, kaum ein Investor lasse sich derzeit darauf ein, beklagte Woywod gegenüber den Ausschussmitgliedern. Hier sei nicht zuletzt die Landespolitik gefragt, um Programme aufzulegen und somit Anreize für die Branche zu schaffen.

Volker Grossmann, der Leiter Sozialamt, teilte im Ausschuss mit, aktuell seien rund 120 Wohnungsberechtigungsscheine in Radevormwald ausgegeben worden. In Härtefällen können Betroffene das Wohngeld erhöhen lassen.

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