Verkehr

Gesperrte Talbrücke: Lkw-Verkehr nimmt in Rade nicht zu

Städte im Märkischen Kreis ächzen unter dem Lkw-Verkehr, der Ausweichrouten für die A 45 sucht. Neben Lüdenscheid ist auch Halver stark betroffen.
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Städte im Märkischen Kreis ächzen unter dem Lkw-Verkehr, der Ausweichrouten für die A 45 sucht. Neben Lüdenscheid ist auch Halver stark betroffen.

Verkehrsprobleme durch gesperrte Talbrücke Rahmede in der Nachbarschaft.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Seit die Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid gesperrt ist – die Sprengung des Viaduktes ist geplant –, gibt es im benachbarten Märkischen Kreis Verkehrsprobleme. Weil wegen des maroden Zustandes der Brücke ein Abschnitt der A 45 nicht mehr befahren werden kann, weicht auch der Schwerlastverkehr auf Bundes- und Landstraßen aus. Die Folge ist ein enormes Anwachsen des „Brummi“-Verkehrs in den Städten und Dörfern.

Radevormwalds Nachbarstadt Halver gehört zu den Kommunen, die besonders gebeutelt sind. Der schwere Lkw-Verkehr nutzt die B 54 und die L 528 als Alternativrouten, was zu einer erhöhten Frequentierung der Strecken führt und auch Auswirkungen auf den Zustand der Fahrbahnen hat, die für eine solche Belastung nicht ausgelegt sind.

Obwohl in der Nachbarschaft, ist Radevormwald bislang von dem verstärkten Lkw-Verkehr verschont geblieben. Zwar konnte man in den vergangenen Monaten den Eindruck bekommen, dass mehr Lkw als sonst auf der B 229 unterwegs waren, doch das ist nach Einschätzung der Verwaltung ein subjektiver Eindruck. „Eine Zunahme des Schwerlastverkehrs in Radevormwald können wir nicht feststellen“, sagt Jochen Knorz, Leiter des Ordnungsamtes. „Das wäre uns aufgefallen, weil wir regelmäßige Messungen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet durchführen.“ Grundsätzlich sei das Verkehrsaufkommen, auch was die Lastwagen angehe, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, einen besonderen Effekt durch die gesperrte Talbrücke Rahmede sieht Knorz allerdings nicht.

Halver will auswärtigeLkw aussperren

In der Nachbarstadt will man nun zu härteren Maßnahmen greifen, um die Belastung durch die vielen Lkw in den Griff zu bekommen. Die Politik in Halver hat beschlossen, dass der Lkw-Durchgangsverkehr aus der Region verbannt werden soll. Damit schließen sich die Halveraner einer Resolution des Rates in Lüdenscheid an. Darin heißt es: „Ein Verbot des Durchgangsverkehrs für den überregionalen Schwerlastverkehr auf stark belasteten Teilstrecken ist kurzfristig geeignet, unsere Bevölkerung, unsere heimische Wirtschaft mit ihrem Lieferverkehr, die Wege zu und von der Arbeit ihrer Beschäftigten, aber auch unsere stark beeinträchtigte Infrastruktur ein wenig zu entlasten.“

Da man die heimische Wirtschaft nicht schädigen will, die schließlich liefern will und beliefert werden muss, soll der regionale Wirtschaftsverkehr in einem Umkreis „von 75 Kilometer vom Ziel- bzw. Quellort“ nicht unter das Verbot fallen. Im Übrigen schließt sich die Politik in Halver der Vollversammlung der IHK in Hagen an, die in einem Schreiben an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing eine schnelle Lösung für die Brücken-Misere gefordert hatte. Es sei nicht akzeptabel, so die Kammer, dass es fünf Jahre dauern solle, bis die neue Brücke fertig sei.

Was es bedeutet, wenn Schwerlastverkehr wegen Sperrungen Umweg fährt, haben auch in Rade schon Anwohner erfahren müssen. 2019 war die B 229 an der Grenze zu Halver wegen Bauarbeiten gesperrt, viele Lkw nahmen Schleichwege durch Ortschaften wie Buschssiepen. Dort wurden die Bewohner nicht nur durch die von den „Brummis“ aufgewirbelten Staubwolken belästigt, die schweren Fahrzeuge beschädigten auch die kleinen Straßen und walzten Bankette platt.

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