Langjähriger Dirigent ist im Alter von 83 Jahren gestorben

Eberhard Wolf (l.), der damalige Vorsitzende des Rader Männerchores, bedankte sich 2016 bei Ulla und Albert Niessen für die gute Zusammenarbeit. Archivfoto: RMC
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Eberhard Wolf (l.), der damalige Vorsitzende des Rader Männerchores, bedankte sich 2016 bei Ulla und Albert Niessen für die gute Zusammenarbeit. Archivfoto: RMC

Ehemaliger Vorsitzender des Radevormwalder Männerchores erinnert an Albert Niessen

Von Claudia Radzwill

Albert Niessen, langjähriger Dirigent des Radevormwalder Männerchores (RMC), ist am 10. August gestorben. Karl-Heinz Antrecht, 25 Jahre lang Vorsitzender des Chores, erinnert sich an die gemeinsame Zeit: „Wir alle – Dirigent, Vorstand und Sänger – haben immer eng miteinander gearbeitet und viel erreicht“, sagt er. Albert Niessen sei es nie ums Honorar gegangen. „In erster Linie waren ihm die Menschen, die Sänger, die Musik wichtig.“ Für Karl-Heinz Antrecht war Albert Niessen mehr als ein Chorleiter: „Er war zu einem Freund geworden.“ Noch am 16. Juli habe er mit Albert Niessen lange miteinander telefoniert. Es war Niessens 83. Geburtstag.

1984 war der Radevormwalder Männerchor auf der Suche nach einem Nachfolger für ihren Dirigenten Helmut Höngen. Durch Kontakt zum Kölner Musikprofessor Hermannjosef Rübben wurden die Mitglieder des Chores auf Albert Niessen aufmerksam. „Dr. Rübben sagte uns: Wenn ihr den bekommt, habt ihr einen guten Chorleiter“, erzählt Karl-Heinz Antrecht. Niessen kam zu einem Probedirigat – und schon da stand fest: Dirigent und Sänger, das passt.

„Im gleichen Jahr hatten wir einen Auftritt in Wien, da begleitete uns Albert Niessen schon als Pianist,“ blickt Antrecht zurück. Das erste Konzert mit Niessen als Chorleiter fand dann im Herbst 1985 in der Bergstadt statt. Wie schon unter Helmut Höngen erreichte der RMC auch mit den neuen Dirigenten die Auszeichnung „Meisterchor“.

Einige Konzerte sind Karl-Heinz Antrecht besonders in Erinnerung geblieben. „Als wir 1990 auf einer 14-tägigen Konzertreise waren, sangen wir auf dem Sängerfest in Tallinn in Estland und im Höhlenkloster in Kiew in der Ukraine. Das waren zwei unvergessliche Auftritte“, sagt er. Das Repertoire des RMC beinhaltete viele Kirchenlieder. Auch Chorleiter Niessen mochte die Auftritte in sakralen Bauten. Zwei weitere Highlights: Im Petersdom in Rom hat der RMC eine Messe mitgestaltet und auch im Dom von Riga in Lettland hat er gesungen.

Das Repertoire erarbeiteten Chorleiter und Vorstand gemeinsam. „Albert Niessen machte die Vorschläge, und wir fanden immer einen Nenner“, sagt Antrecht: „Er kannte den Chor, er kannte die Sänger. Was er anpackte, war immer gut.“ Die Proben, die einst im Raum unter der Turnhalle in der Blumenstraße stattfanden, begannen stets mit einem gemeinsamen Summen. „Die Stimmbänder wurden warm gemacht, erst dann wurde das erste Lied angestimmt“, erzählt der einstige Vorsitzende.

Am 21. Juni 2015 trat Albert Niessen das letzte Mal mit dem Radevormwalder Männerchor auf – zu seinem Abschiedskonzert im Radevormwalder Bürgerhaus am Schlossmacherplatz. 2017 löste sich dann auch der Chor auf. „Wir zeichneten uns immer durch einen hohen Leistungsanspruch aus, den wir Sänger selbst an uns stellten. Doch es fehlte der Nachwuchs und damit fehlten die Stimmen“, sagt Karl-Heinz Antrecht. Was aber bleibt, ist der Blick zurück auf viele schöne Konzerte, die auch manch Rader nie vergessen wird.

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