Bühne

Landestheater spielt aus seinen Stücken vor

Sie geben ihr Bestes: Die Männer-Strip-Gruppe, hier bestehend aus Carl-Ludwig Weinknecht, Simon Ruszig und Stefan Schleue (v. l.) in „Ladies Night“.
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Sie geben ihr Bestes: Die Männer-Strip-Gruppe, hier bestehend aus Carl-Ludwig Weinknecht, Simon Ruszig und Stefan Schleue (v. l.) in „Ladies Night“.

Kulturkreis wählt für die Spielzeit 2023/24 aus.

Von Claudia Radzwill

Einen Einblick in die Spielzeit 2023/24 gab am Sonntagmorgen das Rheinische Landestheater Neuss. Im Bürgerhaus am Schlossmacherplatz wurden Ausschnitte aus 13 verschiedenen Werken gezeigt, aus denen der Radevormwalder Kulturkreis nun einige Stücke fürs eigene Programm bucht.

Dass das Ensemble aus Neuss in die Bergstadt kommt und in einem kurzweiligen Schnelldurchlauf Ausschnitte aus dem kommenden Programm vorstellt, hat Tradition. „Das ist immer spannend, wir freuen uns jedes Mal darauf“, sagte Michael Teckentrup, Vorsitzender des Kulturkreises. Caroline Stolz, Intendantin des Landestheaters, unterstrich: „Wir sind immer gerne hier zu Gast.“

Carl-Ludwig Weinknecht, geblendet von Farben im Stück „Das schrillste Blau“.

Den Anfang machte ein Auszug aus „Das schrillste Blau“ – ein Kinderstück um die Kraft der Farben von Sergej Gößner. Szenenwechsel. „Was zum Henker, Gevatter Adam, ist geschehen“, lautete die Frage auf der Bühne. „Mit dem Ziegenbock am Ofen focht ich“, so die Antwort. Ganz klar: ein Ausflug in Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“.

In die Welt der Jugend entführte „Tanz der Tiefseequelle“. Ein Stück über Mobbing und Freundschaft. Klassisch wurde es abermals mit Szenen aus William Shakespeares „König Lear“ und „Glaube, Hoffnung“, dem bekannten Schauspiel von Ödön von Horváth. Hinter „Ladies Night“ von Anthony McCarten verbarg sich die provokante Komödie um eine Männer-Strip-Gruppe.

Gleich darauf das Kontrastprogramm auf der Bühne: Ein Rotschopf namens Pippi Langstrumpf stürmte herein. „Ich will ein Seeräuber werden“, verkündete sie mit Nachdruck. Das Bühnenstück um die Kultfigur von Astrid Lindgren wird vom Ensemble aus Neuss als Familienstück in einer Theaterverfassung von Christiane Schönfelder gezeigt.

Mal komisch, mal melancholisch, mal spannend, mal tragisch präsentierte sich das Bühnenspiel am Sonntag. In die Sparte „melancholisch“ ließ sich „La Grande Dame“ einordnen. Basierend auf dem Leben von Marlene Dietrich hat Olivier Carofallo, Dramaturg und Hausautor des Landestheaters, eine Revue mit Livemusik geschaffen. Dazu gehört auch das Lied, „Sag mir, wo die Blumen sind“, bei der Präsentation am Morgen live gesungen von Kathrin Hauptmann.

Zwei Stücke werden im Format „@Whitebox“ angeboten. Heißt: In kleiner Besetzung in einem nahezu neutralen weißen Raum: „Die Verwandlung“ von Franz Kafka und „Emilia Galotti“ von Gotthold Ephraim Lessing. Als weitere Stücke stehen dem Kulturkreis „Madame Bovary“ und „Frau Ada denkt Unerhörtes“ sowie das Jugendstück „Der Entstörer“ zur Auswahl.

Präsentation war in eine kleine Rahmenhandlung eingebettet

Zum Ensemble am Morgen gehörten Kathrin Hauptmann, Carl-Ludwig Weinknecht, Simon Ruszig und Stefan Schleue. Markus Wegner inszenierte die Präsentation eingebettet in eine unterhaltsame Rahmenhandlung, die alle Ausschnitte zusammenhielt. Ein Mann, verlassen von der Freundin, stolperte auf der Bühne in einen Parfümladen. Ein Duft solle ihn mit der Angebeteten wieder vereinen. Man hielt für ihn allerlei Düfte parat – jeder Duft trug den Namen eines Theaterstücks. Mit dem Öffnen der Flasche begann das jeweilige Spiel auf der Bühne.

Zeitnah wird der Programmbeirat des Kulturkreises sich für einige der Stücke nun entscheiden und wird dabei auch Wünsche von Theaterinteressierten aus Radevormwald berücksichtigen. Jeder, der möchte, darf bei der Auswahl fürs Abo-Programm mitvoten. Den Wahlschein gibt es in der Stadtbücherei am Schlossmacherplatz, wo er bis zum 28. Oktober auch abgegeben werden kann.

Neben den Stücken des Landestheaters Neuss wird es auch wieder Kabarettstücke und das ein oder andere Stück eines weiteren Theaters sowie Sonderveranstaltungen in der Spielzeit 2023/24 geben.

Termin

Das nächste Stück der aktuellen Spielzeit wird am Mittwoch, 19. Oktober, um 19.30 Uhr gezeigt. Mit dem Dialog „Wir haben Worte“ ist das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel in der Bergstadt zu Gast. Karten sind in der Stadtbücherei am Schlossmacherplatz erhältlich.

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