Industrie- und Handelskammer schlägt Alarm

Krisen: Unternehmen wissen nicht, was noch auf sie zukommt

Energie- und Rohstoffpreise verunsichern die Wirtschaft im Oberbergischen.

Von Stefan Gilsbach

Die Unternehmen blicken angesichts des Ukraine-Krieges und der von Wladimir Putin ausgelösten Energiekrise mit Sorge in die Zukunft. Beklagt wird eine unklare und zögerliche Weichenstellungen der Politik. Dazu herrscht Frust über Bürokratie, Entscheidungen in der Verwaltung werden als zu langsam empfunden.

„Die Unternehmen können mitten in der Energiekrise nicht planen, sie wissen nicht, welche Belastungen auf sie zukommen und welche Energie ihnen morgen noch zur Verfügung steht“, nennt Michael Sallmann, Leiter der Geschäftsstelle Oberberg der Industrie- und Handelskammer Köln, als ein Ergebnis der aktuellen Herbstumfrage zur Konjunktur. „Die hohe Inflation, die Zurückhaltung der Kunden und der zunehmende Fach- und Arbeitskräftemangel spielen daneben eine wichtige, aber eher nachgelagerte Rolle.“  

Erholungsprozess nach Corona ist drastisch gestoppt worden

Generell ist das Konjunkturklima in der Region im Herbst deutlich schlechter ausgefallen. So ist der Konjunkturklimaindex seit der Vorumfrage im Frühjahr 2022 von 97,7 Punkten auf 78,5 Punkte gesunken. Der Erholungsprozess der Wirtschaft nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist drastisch gestoppt worden.

Nahezu unverändert im Vergleich zum Frühjahr beurteilen die Betriebe im Oberbergischen Kreis die aktuelle Geschäftslage. 32 Prozent der Unternehmen (Vorumfrage 33 Prozent) melden eine gute Lage, 18 Prozent eine schlechte Lage (Vorumfrage 23 Prozent). Die Erwartungen sind allerdings eingebrochen. Nur noch sieben Prozent (Vorumfrage 21 Prozent) gehen von einer besseren Geschäftsentwicklung aus, 58 Prozent (Vorumfrage 34 Prozent) von einer ungünstigeren.

Die Investitionsbereitschaft der oberbergischen Unternehmen hat sich verschlechtert. Nur noch 16 Prozent (Vorumfrage 20 Prozent) der Betriebe planen höhere Investitionen, 44 Prozent (Vorumfrage 30 Prozent) möchten diese reduzieren. 21 Prozent der Unternehmen planen mit mehr Mitarbeitenden, 27 Prozent möchten mit weniger Personal auskommen als zuvor (Vorumfrage 14 Prozent). Als Hauptrisiken genannt werden die Energie- und Rohstoffpreise (89 Prozent), die Inlandsnachfrage (65 Prozent) sowie der Fachkräftemangel (60 Prozent).

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Freude und Wehmut beim Neustart des Adventsmarkts
Freude und Wehmut beim Neustart des Adventsmarkts
Freude und Wehmut beim Neustart des Adventsmarkts
Sponsoren fühlen sich betrogen
Sponsoren fühlen sich betrogen
Sponsoren fühlen sich betrogen
Exponate sind wieder da, wo sie herkamen
Exponate sind wieder da, wo sie herkamen
Exponate sind wieder da, wo sie herkamen
Feuerwehrorchester beweist vor vollen Rängen Spielfreude
Feuerwehrorchester beweist vor vollen Rängen Spielfreude
Feuerwehrorchester beweist vor vollen Rängen Spielfreude

Kommentare