Gemeinde

Konzert mit fast sakraler Stimmung

Organist Andreas Köhs aus Frankfurt am Main richtete einige Worte an die Zuhörer.
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Organist Andreas Köhs aus Frankfurt am Main richtete einige Worte an die Zuhörer.

Organist Andreas Köhs spielte Werke von Buxtehude, Bach und Reger.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Irgendwie passte das gesetzte und feierliche Orgelkonzert, das am späten Sonntagnachmittag in der Martini-Kirche zu Gehör gebracht wurde, insgesamt sehr viel besser zu diesem grauen und verregneten Sonntag als ein buntes und ausgelassenes Fest. Der Frankfurter Organist und Kirchenmusiker Andreas Köhs war zu Gast in der Martini-Gemeinde und hatte Werke von den Barock-Komponisten Dieterich Buxtehude und Johann Sebastian Bach sowie von Max Reger mitgebracht.

Die Zeit des Barocks war auch die Zeit großer Orgelwerke. Und so war es dann auch eine Freude, dem versiert aufspielenden Musiker zuzuhören, wie er das kompakte „Praeludium in F“ des Komponisten Dieterich Buxtehude, der etwas früher als der als Barock-Genie gefeierte Johann Sebastian Bach gelebt hatte, präsentierte.

Die Orgel in der Martini-Kirche erfüllte den Kirchenraum großzügig mit ihrem warmen Klang. Es hatte etwas Sakrales an sich, als Köhs dann Johann Sebastian Bachs „Partite diverse sopra ‚Sei gegrüßet, Jesu gütig‘“ anstimmte. Dabei zeigte sich vor allem, dass eine Orgel auch leise und zerbrechlich klingen konnte. So leise, dass man eine zeternde Amsel vor der Kirche noch gut hören konnte. Aber natürlich konnte das Barock-Genie auch etwas lauter. Wie es sich beim furios anzuhörenden Trio „Toccata, Adagio und Fuge“ problemlos nachhören ließ.

20 Zuhörer empfanden eine innere Ruhe

Die große Stärke des Johann Sebastian Bachs war eine geradezu mathematisch korrekt berechnete Kompositionsstruktur, bei der wirklich jeder Ton und jede Harmoniefolge an genau der Stelle zu finden waren, an die sie auch gehörten. Diese Struktur schaffte eine innere Ruhe der Zuhörer, von denen sich etwa 20 in der Martini-Kirche eingefunden hatten.

Auch die Choralbearbeitung „Von Gott will ich nicht lassen“ des 1685 in Eisenach geborenen Johann Sebastian Bach vermittelte dieses Gefühl von Ordnung in einer chaotischen Welt. So dass nach dem Genuss des Werks durchaus der Wunsch geäußert werden durfte, insgesamt mehr Bach hören zu wollen. Zumal die Orgel als Instrument für die Erlangung zumindest temporäreren inneren Friedens mehr als nur gut geeignet war - wenngleich man sich doch ein wenig klein fühlte, sobald Köhs sämtliche Register an seinem Instrument zog. Und spätestens beim Choral war dann auch von der bereits zuvor erwähnten und scheinbar nach wie vor zornigen Amsel nichts mehr zu hören.  

Der sakrale, gottesdienstliche Charakter des Konzerts, der sich vor allem durch die Auswahl der Werke ergab, wurde dann durch ein Gebet, das Vaterunser und den Segen durch Pastor Roland Johannes nach dem Choral und vor dem das Konzert abschließende Werk Max Regers verstärkt. Reger war ein sehr produktiver Komponist, der von 1873 bis 1916 lebte, also nur 43 Jahre alt wurde. Reger schrieb zahlreiche Werke für Orgel, die „Introduktion und Passacaglia in d-Moll“ war mit seinen rund acht Minuten Dauer ein beinahe meditatives und sehr interessantes.

Zum Schluss gab es dann verdienten Applaus für den Künstler – Pastor Johannes hatte darum gebeten, während des Konzerts darauf zu verzichten. Es passte sehr gut zur gesamten Stimmung.

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