Verkehr

Konzept rät zu Tempo 30 für Innenstadt

Eine der vielen vorgeschlagenen Maßnahmen: In der gesamten Innenstadt soll zugunsten des Radverkehrs die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h – wie hier an der Hohenfuhrstraße – reduziert werden.
+
Eine der vielen vorgeschlagenen Maßnahmen: In der gesamten Innenstadt soll zugunsten des Radverkehrs die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h – wie hier an der Hohenfuhrstraße – reduziert werden.

Kostenschätzung für die Umsetzung: 44 Millionen Euro.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. 189 Seiten lang ist der Erläuterungsbericht, den die Verkehrsplaner des Dortmunder Planungsbüros „Planersocietät“ nach einem guten Jahr Arbeit nun den Mitgliedern des Stadtrats vorlegen. Am Donnerstagabend stellte Planer Niklas Rischbieter den Mitgliedern der Ausschüsse für Stadtentwicklung und Umwelt sowie für Kultur, Tourismus und Verkehr, in einer gemeinsamen Sitzung seinen Bericht vor und referierte in einem einstündigen Vortrag über die zahlreichen Maßnahmen, die das Dortmunder Planungsbüro für einen verbesserten Fuß- und Radverkehr in Radevormwald ausfindig gemacht hat.

Beispielhaft nannte er Lichtsignalanlagen, die nicht barrierefrei sind: An der Kaiser- und Blumenstraße etwa fehlen abgesenkte Bordsteine an den Einmündungen. Auch fehlende Sitzgelegenheiten auf dem Weg in die Innenstadt, wie etwa auf Kaiser- und Lessingstraße, haben die Planer festgestellt. Ebenfalls verbesserungswürdig sind zahlreiche Bushaltestellen, unter anderem die am Rathaus. Hier ist laut Planer der Seitenbereich zu schmal, außerdem fehlen Sitzmöglichkeiten. Statt einer Bucht schlagen die Planer vor, den Bus direkt an der Fahrbahn halten zu lassen. Das schaffe Platz für ein Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten und führe dazu, dass der Verkehr  verlangsamt werde. Ein wesentlicher Vorteil auch für den Radverkehr, der in der Innenstadt gefördert werden soll.

Stadt müsste die Hälfte derKosten selbst übernehmen

Beim Radverkehr müsse das Radnetz vor allem in die Außenortschaften ausgebaut werden. Um den Radfahrern den nötigen Platz einzuräumen, müssten etwa an der Elberfelder Straße/B 229, aber auch an der Kaiserstraße, einige Stellflächen aufgegeben werden. In der Innenstadt sollte zugunsten des Radverkehrs die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h in den Außenortschaften auf 50 bis 70 km/h reduzieren werden.

Das Maßnahmenkataster zeigt auf über 50 Seiten sämtliche Verbesserungsvorschläge der Planer samt Priorisierung auf, deren Realisierung alles in allem rund 44 Millionen Euro kosten würde. Davon müsste die Stadt für die Hälfte aufkommen. Etwas über 16 Millionen Euro würden ins Zuständigkeitsgebiet des Landesbetriebs Straßen NRW fallen. Knapp sechs Millionen Euro müsste der Kreis zahlen.

Die Optimierung des Radverkehrsnetzes würde nach der ersten Kostenschätzung den größeren Anteil mit fast 40 Millionen Euro ausmachen. Die Verbesserung des Fußverkehrs, schätzen die Planer, würde etwas über vier Millionen Euro kosten.

Bernd-Eric Hoffmann (UWG) interpretierte die Größe des Katalogs als deutliches Signal, dass es im Stadtgebiet viel zu verbessern gibt. Er kündigte an, einen Antrag stellen zu wollen, um das Budget von derzeit 25.000 Euro auf 100.000 Euro zu erhöhen, damit es jetzt schnell in die Umsetzung gehen könne.

Tiefbauamtsleiter Ulrich Dippel erklärte, dass einige der im Kataster angeführten Maßnahmen bereits von seiner Abteilung geplant seien und durchgeführt würden, sobald Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Für die Verbesserung von zehn Bushaltestellen etwa gebe es bereits einen Förderantrag. Am 13. Dezember stimmt der Rat der Stadt über das Konzept ab.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Einbruch an der Wasserturmstraße
Einbruch an der Wasserturmstraße
Micaela Schäfer überrascht am Markt
Micaela Schäfer überrascht am Markt
Micaela Schäfer überrascht am Markt

Kommentare