Ferienaktion

Kinder erkunden die Rader Geschichte

Mia, Felix, Mats, Archivarin Iris Kausemann, Marie, Daniele und Sabine (v. l.) erkundeten gemeinsam historische Dokumente und Akten. Foto: Claudia Radzwill
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Mia, Felix, Mats, Archivarin Iris Kausemann, Marie, Daniele und Sabine (v. l.) erkundeten gemeinsam historische Dokumente und Akten.

Ferienspaß im Stadtarchiv

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Auf den Spuren der Rader Geschichte lassen sich spannende Dinge erforschen. Etwa Stadtbrände oder die Geschichte der eigenen Ahnen. Am Donnerstagnachmittag stöberten Mats (9), Felix (12), Daniele (10), Mia (10), Sabine (11) und Marie (11) mit Archivarin Iris Kausemann in alten Akten, Zeitungen und Dokumenten im Rader Stadtarchiv im Erdgeschoss des Rathauses.

Schnell waren die Plätze für das Angebot im Rahmen des Ferienspaßes ausgebucht, erzählte die Archivarin. Jeder in der Gruppe war mit einer konkreten Vorstellung gekommen. Mia interessierte es, wie ein Archiv aussieht und was es dort zu finden gibt. Marie hoffte, etwas über ihre Vorfahren zu erfahren. Mats war auf der Suche nach Ereignissen der Stadtgeschichte, Daniele hatte in den letzten Wochen viel vom Zugunglück in Dahlerau gehört und wollte wissen, was es dazu im Stadtarchiv gibt. Sabine ist erst vor Kurzem nach Radevormwald gekommen und wollte mehr über die neue Heimat erfahren. Felix’ Klasse am Theodor-Heuss-Gymnasium hat in der Pandemie Ideen für Brettspiele rund um das Thema „Corona“ entwickelt, von denen ein Exemplar nun auch im Stadtarchiv aufbewahrt werden, als Zeitzeuge sozusagen. „Ich wollte gern wissen, wo“, sagte der Schüler.

Iris Kausemann hatte auf all die Fragen eine Antwort. Erst einmal gab es eine kleine Führung, bei der der Gruppe gezeigt wurde, wo und wie die Dokumente in einem Archiv aufbewahrt werden – inklusive des Spiels von Felix. Mats’ Frage nach Stadtbränden war schnell beantwortet: 1802 gab es den großen Stadtbrand, dem auch viele historische Akten zum Opfer fielen. Im Archiv gibt es einiges vom Zugunglück. Auch der Frage nach den Ahnen wurde nachgegangen. Da das Personenstandsgesetz Sperrfristen für die öffentliche Einsichtnahme von Geburts-, Sterbe- und Heiratsdaten vorsieht, gibt es aber nur lang zurückliegende Dokumente. „Bei Geburten zum Beispiel beträgt die Sperrfrist 110 Jahre,“ erklärte Iris Kausemann. Wer eine lange Familiengeschichte in Rade hat, wird aber fündig. Beim Stöbern durch alte Texte war Marie ein Name aus ihrer Ahnenreihe aufgefallen. Sie war gespannt, was sie noch im Personenregister findet.

Das Stadtarchiv verwahrt viele alte Schätzchen. Viele Texte sind in Kurrent- oder in Sütterlinschrift geschrieben. Die verschnörkelte Schrift sei aber nicht leicht zu lesen. „Und noch schwerer zu schreiben“, waren sich die Jungen und Mädchen einig. Die Herausforderung nahmen sie dennoch an. Archivarin Kausemann las passend zu den alten Texten die Geschichte über eine Taube vor – geschrieben im Jahr 1843 von Johannes Daniel Spicker aus der Hardt. „Die Taube ist zum Maskottchen für unser Ferienspaßangebot geworden,“ sagte Kausemann.

Ein Besuch im Archiv ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Ferienspaßprogramms. „Schon meine Vorgängerin hat den Nachmittag angeboten“, sagte Iris Kausemann. Es mache jedes Mal viel Spaß. Einziger Wermutstropfen: „Die Zeit ist immer viel zu kurz.“

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