Teddy-Krankenhaus

Kinder erkunden das Sana Klinikum

Sana lädt Kitas ins Teddy-Krankenhaus ein. Tanja Kern aus der Radiologie und Maxim (5). Selbstverständlich wurde nicht geröntgt.
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Sana lädt Kitas ins Teddy-Krankenhaus ein. Tanja Kern aus der Radiologie und Maxim (5). Selbstverständlich wurde nicht geröntgt.

Zur Anschauung wurde ein verletzter Teddybär behandelt.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Neugierig stehen rund 20 Vorschulkinder am Morgen in der Empfangshalle des Sana Krankenhauses zusammen. Aufmerksam schauen sie sich um, wie Ärzte und Schwestern durch die langen Flure wandern, Patienten kommen und gehen. Dr. Nele Bendick und Sana-Geschäftsführerin Ines P. Grunwald nehmen die jungen Besucher in Empfang, statten sie mit gelben Warnwesten, OP-Hauben und Mundschutz aus und heißen die kleinen Besucher willkommen.

Auch Bürgermeister Johannes Mans ist dabei, „weil, im Bemühen um die ganze Stadt, die Gesundheit eine ganz wichtige Rolle spielt“, sagt das Stadtoberhaupt. „Wer von euch musste denn schon mal ins Krankenhaus?“, fragt er. Viele Finger gehen in die Luft. Bei den einen stellt sich heraus, dass sie nur zu Besuch waren. Andere wurden bereits im Krankenhaus versorgt.

Damit Kinder im Notfall und zusätzlich zu möglichen Schmerzen nicht auch noch Angst vor der Fahrt ins Krankenhaus haben, bietet das Sana-Klinikum schon seit einigen Jahren solche Führungen für Kinder an. „Vor fünf Jahren haben wir eigentlich schon damit angefangen, nur mussten wir die letzten drei Jahren aufgrund der Pandemie pausieren“, erklärt Grunwald.

Weil es aber ein wichtiges Angebot ist, hat das Klinikum nun im Rahmen des Weltkindertages erneut damit angefangen und wird auch in den kommenden Wochen weitere Kinder durch Radiologie und Gipsraum führen. Nun aber sind die Kinder des Awo-Kindergartens Lore Agnes an der Reihe und freuen sich, endlich hinter die großen Türen hindurchzugehen.

Die erste Station führt sie in die Radiologie. Hier sitzt ein junger Mann im Wartezimmer. Vom Fahrrad sei er gestürzt und habe sich die Rippen gebrochen und an der Schulter verletzt, erzählt er. Die Kinder verziehen schmerzerfüllt das Gesicht.

„Was wünscht man jemanden, der sich verletzt hat?“, fragt Dr. Bendick und die Kinder antworten laut im Chor: „Gute Besserung!“ Der junge Mann bedankt sich. Dann dürfen die Kinder in den Röntgenraum, wo schon die medizinische Röntgenassistentin Tanja Kern auf ihre jungen Patienten wartet.

Maxim (5) hat sich als Proband bereiterklärt und tut jetzt so, als ob sein Arm gebrochen wäre. „Wie ist das denn passiert?“, will Kern wissen. Maxim zögert, runzelt die Stirn und zuckt dann mit den Schultern: „Hab‘ ich vergessen.“ Kern schmunzelt und hilft ihm auf die Sprünge. „Sicherlich ist das beim Spielen und Klettern passiert, oder?“ Maxim nickt. „Na, dann wollen wir mal den Arm röntgen und schaue, ob er wirklich gebrochen ist.“

Maxim wird eine schwere Bleischürze umgelegt, eine bunte Kinderweste. „Tut das Röntgen denn weh?“, fragt Bendick in die Runde und Kern antwortet: „Überhaupt nicht. Das ist wie ein Foto.“ Wofür dann die Schürze nötig sei, will Bendick wissen. „Um den Körper vor den Strahlen zu schützen. Denn sich jeden Tag röntgen, ist nicht gesund“, erklärt Kern. Beruhigt und gut geschützt setzt sich Maxim auf einen Hocker, legt den Arm auf eine Platte und Kern rückt das Röntgengerät zurecht. Die übrigen Kinder schauen neugierig, wie auf Maxims Arm ein Kreuz aus Licht sichtbar wird. Damit fokussiert Kern die genaue Stelle in Maxims Arm, die geröntgt werden soll.

Um die Kinder nicht unnötig den Strahlen auszusetzen, wird der Arm nicht wirklich geröntgt. „Wenn wir das jetzt machen würden, müssten wir alle aus dem Raum raus. Ich würde von draußen einen Knopf drücken und dann würden wir kurze Zeit später ein Bild von Maxims Armknochen bekommen“, erklärt Kern.

Doch die Kollegen haben eine gute Alternative parat. Denn auch der Stationsbär hatte sich kürzlich ein Arm gebrochen. Das passende Röntgenbild dazu zeigt Kern den Kindern. Ein kleiner gebrochener Knochen ist darauf zu sehen. Was nach einer solchen Diagnose passiert, erfahren die Kinder dann in der nächsten Station, nämlich im Gipsraum.

Hier stellt die fünfjährige Josie ihren Arm für die Vorführung parat. Schwester Conny erklärt, dass sie sich auf dem Röntgenbild erst mal anschaut, welcher Arm gegipst werden muss, um nicht aus Versehen den falschen zu versorgen. Dann legt sie Josie einige kuschelige Armstulpe an, die ihre Haut vor dem Gips schützt. „Fühlt sich das gut an?“, fragt Schwester Conny und Josie nickt.

Der Gipsstreifen mit Schiene wird vorbereitet, auf Josies Arm zurechtgeschnitten und dann mit Wasser besprüht. Der Gips weicht langsam auf, so dass er auf Josies Arm angepasst werden kann. Und im Nullkommanichts leuchtet Josies rechter Arm in einem feuerroten Gipsverband.

Danach dürfen sich die Kinder untereinander das Herz mit einem Stethoskop abhören, ehe sie selbst bei ihren Stofftieren Handanlegen dürfen, Verbände wickeln und eine Patientenakte anlegen dürfen. Für die Kinder ein spannender Vormittag, der sie lange Zeit prägen wird, ist Erzieherin Carina Winter überzeugt. „Vor Corona waren wir jedes Jahr mit unseren Vorschulkindern hier. Für sie ist das total aufregend und spannend, erzählen nach so einem Tag vieles den Eltern zu Hause.“ Nach solch einer Erfahrung haben die Kinder vor dem nächsten Krankenhausbesuch sicherlich keinen Bammel mehr.

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