Tradition

Jung und Alt genießen den Jahrmarkt-Trubel

Die erste Schützenkirmes seit Beginn der Corona-Pandemie lockte am Wochenende viele Besucher an.
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Die erste Schützenkirmes seit Beginn der Corona-Pandemie lockte am Wochenende viele Besucher an.

Schützenfest mit Kirmes am Wochenende lockte viele Besucher.

Von Cristina Segovia-Buendía

Schon von weitem weht der sommerliche Wind am Samstagnachmittag einen süßlichen Geruch nach Popcorn durch die Stadt und erweckt Bilder von bunten Fahrgeschäften, herumtollenden Kindern mit gewonnenen Plüschtieren und Familien, die genüsslich an rosafarbener Zuckerwatte naschen. Erinnerungen an eine scheinbar lang zurückliegende Zeit kommen auf. Mit dem Ausbruch der Pandemie verschwanden schließlich die Schausteller aus den Städten, und an Kirmes war zu Inzidenz-Hochzeiten nicht zu denken.

Vielleicht wirkt der erste Blick vom Fahnenkreisel aus hinein in die Hohenfuhrstraße Richtung Rathaus und in die Kaiserstraße Richtung Markt deswegen so ungewöhnlich: Zahlreiche Familien mit kleinen Kindern flanieren gemütlich durch die Innenstadt. Vor dem Bungeetrampolin in Höhe der Sparkasse hat sich eine längere Schlange gebildet: Während die einen Kinder noch fröhlich springen, schauen die anderen erwartungsvoll zu. Freudestrahlend klettert ein Junge vom Trampolin herunter und rennt euphorisch zu seinem Vater: „Darf ich noch mal? Das hat Spaß gemacht“, sagt er mit leuchtenden Augen. Der Vater wimmelt mit Blick auf das Preisschild ab: Vier Minuten Springen für fünf Euro ist ihm dann wohl doch zu viel des Guten.

Bis zum Rathaus säumen verschiedene Greifarmautomaten den Weg. Auch gigantische Stände mit ähnlich großen Plüschtieren animieren die Kirmesbesucher zum Dosenwerfen. Eine Familie scheint ein besonders gutes Händchen gehabt zu haben und staubt gleich zwei XXL-Kuscheltiere ab.

Heitere und gesellige Stimmung findet sich dann zwischen Bierwagen und Würstchenbude vor dem Rathaus wieder: Hier haben es sich zahlreiche Kirmesbesucher mit Familie und Freunden bei einem kühlen Bier und einer deftigen Mahlzeit gemütlich gemacht. „Einfach toll, wieder so viele Menschen in Bewegung zu sehen“, sagt Jörg Henkels. „Ungewohnt, aber schön.“ Ein großer Kirmesfan ist der 56-Jährige eigentlich nicht, gibt er offen zu. „Aber in der neuen Zeit ist man doch froh über jede Veranstaltung, die nach den ganzen Lockdowns stattfinden kann. Das sollte man dann auch mit einem Besuch unterstützen.“

Sowohl auf dem Parkplatz vor der Grundschule Stadt als auch auf dem Marktplatz tobt das Leben: Fahrgeschäfte blinken, Stimmungsmusik dröhnt aus den Boxen, Kinder und Jugendliche jubeln, wenn der „Shaker“ oder der „Flying Swing“ sich rasant in Bewegung setzen, und lachen, wenn beim Autoscooter eine Kollision geglückt ist. Die Jüngsten drehen derweil ihre Runden auf dem Kinderkarussell.

Schausteller Max Blaeser, der auf der Höhe des Cafés Central gebrannte Mandel und Lebkuchenherzen verkauft, ist froh, wieder arbeiten zu können. Von Hannover aus hat er sich auf den Weg nach Radevormwald gemacht, nicht zum ersten Mal. Schon vor Corona kam er gerne. „Es ist schön, dass für uns Schausteller der Alltag wieder zurückkehrt“, sagt er. „Es macht einfach Spaß, Familien eine Freude bereiten zu können.“ Mit der Resonanz bis Samstag Nachmittag sei er zufrieden, obwohl er weiß, dass Samstagabend und Sonntag die Kirmes in Radevormwald immer besser besucht ist. „Man merkt, dass die Leute wieder Lust haben rauszugehen und was zu erleben.“

Schützenkönig

Am Samstagnachmittag im Schützenhaus das Ehrenscheibenschießen statt. Am Sonntag folgte nachmittags der Festzug, am Abend wurde die neue Majestät im Bürgerhaus gekrönt. Neuer Schützenkönig ist Werner Grimm, der im dritten Durchgang den Vogel abschoss.

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