Pläne

Jugendamt erarbeitet neues Konzept

Amtsleiter Jörn Ferner startete die Präsentation vor den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Sitzend: Miriam Bönisch, stellvertretende Amtsleiterin, Keith Gehling (Leiter Pädagogischer Dienst) und ganz rechts Sarah Behr (Leiterin Jugendförderung).
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Amtsleiter Jörn Ferner startete die Präsentation vor den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Sitzend: Miriam Bönisch, stellvertretende Amtsleiterin, Keith Gehling (Leiter Pädagogischer Dienst) und ganz rechts Sarah Behr (Leiterin Jugendförderung).

Im Jugendhilfeausschuss haben Amtsleiter Jörn Ferner und sein Team ihre Pläne vorgestellt.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Die Arbeit des Jugendamtes stand im Mittelpunkt der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Amtsleiter Jörn Ferner und die Leiterinnen und Leiter der drei Hauptbereiche stellten in einer 40-minütigen Präsentation die Aufgaben der Behörde vor und gaben einen Ausblick auf Vorhaben. Das gesamte Team des Jugendamtes war dazu ins Bürgerhaus gekommen. Ein Anlass für den Tagesordnungspunkt: Das Jugendamt arbeitet an einem neuen Konzept, das bald vorgestellt werden soll.

Jörn Ferner hat die Leitung des Jugendamtes im November 2021 übernommen. Er wies darauf hin, dass die öffentliche Wahrnehmung von Jugendämtern oft negativ sei. Einerseits werde das Bild einer kaltherzigen Behörde, die Familien auseinanderreißt, beschworen, andererseits bei Fällen Misshandlung oder gar dem Tod von Kindern den zuständigen Jugendämtern vorgeworfen, sie hätten früher eingreifen müssen. Das Eingreifen bei akuter Kindswohlgefährdung sei allerdings nur ein Teil der zahlreichen Aufgaben, erläuterte Ferner. Die drei Säulen seien der Pädagogische Dienst, Verwaltung und die Jugendförderung.

Keith Gehling, der den Pädagogischen Dienst leitet, gab einen Überblick: den allgemeinen Sozialen Dienst, Erziehungs- und Eingliederungshilfe, Pflegekinderdienst, Frühe Hilfen, Jugendgerichtshilfe, Schulsozialarbeit und Vormundschaft. Gehling betonte, dass Rade hier teilweise weiter sei als andere Kommunen. Jörn Ferner ergänzte, dass der Pädagogische Dienst „oft mit Fällen zu tun habe, die den Mitarbeitern viel abfordern.“

Miriam Bönisch, Ferners Stellvertreterin und Leiterin des Teams Verwaltung, erläuterte Aufgaben wie Beistandschaften, Unterhaltsvorschüsse und wirtschaftliche Jugendhilfe. Hier kommentierte Jörn Ferner launig, „zuckt der Kämmerer zusammen“, denn für diese Aufgabe müssten Städte oft hohe Kosten tragen. Ziel sei es auf jeden Fall, die Kinder möglichst in den Familien zu belassen und auf Prävention zu setzen.

In beiden Jugendeinrichtungen tue sich derzeit viel

Sarah Behr, Leiterin des Bereichs Jugendförderung, berichtete von der Arbeit der beiden Jugendeinrichtungen – die Jugendräume im Bürgerhaus und das „Life“ in den Wupperorten – sowie von Kooperationen mit Schulen, der Jugendverbandsarbeit und den Erzieherischen Kinder- und Jugendschutz. „In den beiden Jugendeinrichtungen tut sich derzeit viel“, sagte Behr. Die Räume würden erneuert und verschönert. Der Amtsleiter selber erläuterte schließlich noch seine wichtigsten Aufgaben: die Personalführung und -entwicklung, die Netzwerkarbeit mit anderen Behörden, Trägern, Vereinen und Akteuren und der Brückenschlag zwischen der Politik und dem Jugendamt mit der Schnittstelle des Jugendhilfeausschusses.

So weit der Stand der Dinge – doch Ferner und das Team haben auch Pläne, wie sich das Jugendamt noch besser aufstellen kann. Miriam Bönisch verwies beispielsweise auf die verstärkte Digitalisierung: Man wolle weg von den Papierakten: „Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, viele Anliegen online zu erledigen.“ Die Umbaumaßnahmen im „Life“ sollten dazu beitragen, diesen Standort langfristig zu sichern.

Mit der Fläche „Am Kreuz“, in der Nachbarschaft des künftigen Bildungshauses, habe man ein geeignetes Areal für die Anlage des schon lange geforderten Jugendfreizeitplatzes. Und natürlich freuten sich die Mitarbeiter darauf, die wenig einladenden Räume an der Kaiserstraße zu verlassen und in das neue „WohnZimmer“ an der Nordstraße einzuziehen.

Die Präsentation, für deren überzeugende Gestaltung übrigens „Life“-Leiter Jochen Pries verantwortlich zeigte, kam bei den Ausschussmitgliedern gut an. AL-Fraktionsmitglied Petra Ebbinghaus erklärte, sie habe den Eindruck, es seien im Jugendamt „positive Zeiten angebrochen“.

Stand der Dinge: Jugendamtsleiter Jörn Ferner gab in der Ausschusssitzung auch einen kurzen Zwischenstand bei den Plänen für ein Jugendparlament. Es habe in der vergangenen Woche Gespräche mit Jugendlichen und den politischen Initiatoren von der SPD gegeben.

Termin: Ein weiterer Gesprächstermin sei nun für Mittwoch, 8. Juni, angeberaumt worden, bei dem den Jugendlichen ein erster Satzungsentwurf zur Begutachtung vorgelegt werde. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses seien zu diesem Termin ebenfalls eingeladen.

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