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Jeckes Karnevalstreiben für den Hausgebrauch

Die Karnevalssitzung des „Kunterbuntes Bürgerhauses“ gibt es in dieser Session online. Foto: Claudia Radzwill
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Die Karnevalssitzung des „Kunterbuntes Bürgerhauses“ gibt es in dieser Session online.

„Kunterbuntes Bürgerhaus“ kommt diesmal via Online-Plattform

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die Karnevalisten lassen sich ihren Fastelovend nicht nehmen. Senatspräsident Thomas Lorenz und Präsident Dirk Finger der Radevormwalder Karnevalsgesellschaft „Rua Kapaaf“ begrüßten gestern zur gewohnten Stunde die Gäste zum „Kunterbunten Bürgerhaus“. Gefeiert und geschunkelt wurde allerdings – ganz coronakonform – über eine Online-Plattform.

Mehr als 90 Anmeldungen waren zuvor bei Thomas Lorenz eingegangen. Per Link klickten sich die Besucher in die virtuelle Sitzung ein. Für das Programm griff Thomas Lorenz aufs Archiv zurück und stellte ein buntes Programm mit Ausschnitten der vergangenen sechs Jahre „Kunterbuntes Bürgerhaus“ zusammen. „Da steckt fast so viel Arbeit drin, als wenn man eine Sitzung vorbereitet“, erklärte er zuvor schmunzelnd im Zoom-Gespräch mit dem RGA/Radevormwalder Zeitung.

Heraus kam ein bunter Querschnitt närrischen Treibens. Büttenreden, tanzende Mariechen und – ganz am Ende des Films – einige Bilder des Rader Karnevalszugs brachte die Rua Kapaaf frei Haus. Viele Künstler hatten auch ein Grußwort geschickt, das Thomas Lorenz vor die jeweiligen Filmeinspielungen gesetzt hatte. „Dä Tuppes vum Land“ alias Jörg Runge grüßte neben „Kölle Alaaf“ mit dem Rader Jeckenruf „Rua Kapaaf“. Das Duo „Willi und Ernst“ versprach, auch in Zukunft wieder dabei zu sein, bevor sich die Besucher vor den Bildschirmen zu Hause noch einmal köstlich über einen Auftritt der beiden als schräges Rentnerpaar amüsieren konnten.

Was ein „Stippeföttche“-Tanz ist, demonstrierte im virtuellen Treff die Garde der KG Baulemann Anno Pief. Hoch das Bein lautete gleich darauf das Kommando des Tanzkorps der KG Dürscheder Mellsäck. Getanzt wurde einst zum Song „Leev Marie“. Da passte der anschließende Filmschwenk auf den Auftritt der Band Paveier. Sind sie doch die Interpreten des Stimmungssongs. Gitarrist und Sänger Sven Welter schickte dann noch ganz aktuell per Video jecke Grüße aus Köln.

„Im Herzen behalten wir den Frohsinn.“

Grußbotschaft des Kabarettisten Jürgen B. Hausmann

Zu sehen ist im Film auch das „Rumpelstilzchen“ alias Fritz Schopps. Wohlbekannt durch den legendären Ausruf „Spieglein, Spieglein“. Hintendrein gibt es einen Auftritt seines Sohnes Martin Schopps zu sehen, in dem der Comedian humorvoll seine Einschätzung zur Gesellschaft abgibt. „Fritz Schopps wollte in diesem Jahr als Büttenredner Abschied nehmen“, erzählte Thomas Lorenz. „Wir hatten ihn für Rade gebucht und geplant, dass nach Schopps Auftritt sein Sohn auf die Bühne kommt. Das haben wir nun virtuell umgesetzt.“ Grüße gen Radevormwald schickte auch der Kabarettist Jürgen B. Hausmann. „Im Herzen behalten wir den Frohsinn“, gab er den Jecken in der Bergstadt mit auf den Weg.

Dirk Finger und Thomas Lorenz hatten in den Wochen zuvor Vereinsorden an die Künstler verschickt und um Grußworte gebeten. „Dass sie alle mitmachten, ist einfach toll“, erklärte Lorenz. Das zeige die starke, freundschaftliche Verbundenheit der Karnevalisten. Die gebe es aber nicht nur in der Coronazeit. „Man spürt sie in allen Sitzungen“, sagte Lorenz. So habe die Tanzgruppe Kölsch Hännes’chen beim letzten Auftritt spontan die Abschlusshymne der Rader Karnevalisten auf Sitzungen im „Bunten Bürgerhaus“ mitgesungen – auch an das „Rua-Kapaaf, das soll heut die Parole sein“ erinnerte ein Filmausschnitt.

Bützchen und Ordensverleihung sind derzeit nicht möglich. Doch zum jecken Jubiläum kann auch virtuell gratuliert werden. Dirk Finger übernahm diese Aufgabe und ehrte Thomas Lorenz. Der hatte 1977 als Mitglied des Elferrates auf der Sitzung des Kölner katholischen Männerwerks St. Bruno sein erstes jeckes Amt. Dort ist er heute Sitzungspräsident – neben dem Senatspräsidentenposten in der KG Rua Kapaaf.

Kunterbuntes Bürgerhaus

Sitzung: Am Sonntag, 14. Februar, wird es ab 18 Uhr eine Wiederholung des virtuellen „Kunterbunten Bürgerhauses“ geben. Ein bereits erhaltener Link bleibt bestehen, wer noch einen Link braucht, kann sich per E-Mail anmelden.

karten@rua-kapaaf.de

Name: Der Name „Rua“ der Karnevalsgesellschaft entstammt der Rader Mundart und bedeutet „Rade“. Der Jeckenruf „Rua Kapaaf“ sowie das gleichnamige Lied ist in den 1970er Jahren entstanden, als die Rader Katholiken die Karnevalssitzung der „4K“ feierten.

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