Jubelhochzeit

Vor 60 Jahren sind sie vor den Traualtar getreten

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Rosemarie und Rolf Körners Rezept für eine lange Ehe ist es, sich nach dem Streit wieder zu versöhnen.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Heute vor 60 Jahren, am 5. August 1960, haben sich Rosemarie und Rolf Körner das Ja-Wort gegeben. Die Diamantene Hochzeit feierte das Paar im kleinen Kreis am vergangenen Samstag. Kennengelernt haben sich Rosemarie und Rolf Körner in Amelunxen im Weserbergland. „Ich machte dort mit meinen Eltern Urlaub“, erzählt der Jubilar. Rosemarie Körner arbeitete in der Ferienpension.

Es war erst Freundschaft, sagen die beiden. Daraus ist die große Liebe geworden. Nachdem Rolf Körner in seine Heimatstadt Remscheid zurückreiste, hielten die beiden per Brief Kontakt. „Damals hatte man nicht die Möglichkeit, mal eben mit dem Auto 200 Kilometer zu fahren“, sagt der heute 83-Jährige. „Und handgeschriebene Briefe sind doch etwas sehr Schönes“, findet Rosemarie Körner.

„Man darf sich ruhig mal streiten. Und dann wieder versöhnen. Das Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein.“
Rosemarie Körner

Die 78-Jährige ist in Bottrop geboren und in Wehrden nahe Amelunxen aufgewachsen. In Wehrden wurde die Verlobung gefeiert. „Geheiratet haben wir dann in Remscheid, groß mit kirchlicher Trauung“, erzählt das Paar. In Remscheid sind sie geblieben, Tochter Marion wurde dort geboren. Vor eineinhalb Jahren zogen Rolf und Rosemarie Körner nach Radevormwald. Hier leben sie näher zur Tochter.

Täglich schaut der Rader Pflegedienst von Schwester Hetty vorbei. Sie fühlen sich hier aufgehoben – und sie freuten sich auch auf die Seniorenangebote, die es in Rade gibt. „Leider findet wegen der Corona-Pandemie vieles nicht statt“, sagt Rolf Körner. Wie die traditionelle Altenfeier des Erntedankfestes in Önkfeld. Dort waren sie im letzten Herbst. Das hat ihnen sehr gut gefallen.

Was ihr Rezept für eine lange Ehe ist? „Man darf sich ruhig mal streiten. Und dann wieder versöhnen. Das Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein“, sagt Rosemarie Körner. Auch gemeinsame Hobbys halten zusammen. Lange Jahre gehörte bei den Körners der eigene Schrebergarten dazu. „Aus gesundheitlichen Gründen haben sie ihn im Jahr des Umzugs aber abgegeben“, sagt Tochter Marion.

Auch sie selbst hat schöne Erinnerungen an die Schrebergartenzeit. „Ich bin quasi dort aufgewachsen,“ erzählt sie. Das Ehepaar hat den Garten von Grund auf selber aufgebaut. „Es gab am Anfang nur Boden und Wiese“, erinnert sich Rolf Körner. Daraus entstand dann eine grüne Oase.

Ehepaar trug Zeitungen in Remscheid-Honsberg aus

Gemeinsam hat das Ehepaar Körner mehr als 20 Jahre lang auch dafür gesorgt, dass Leser des RGA ihre Zeitungslektüre morgens im Briefkasten vorfanden. „Ich habe eine Beschäftigung gesucht und las, dass der RGA Zeitungszusteller suchte“, erzählt Rosemarie Körner. Das war im Jahr 1998. Seit 1999 war Ehemann Rolf mit dabei. Lange Jahre war das Ehepaar im Bezirk Remscheid-Honsberg unterwegs. Um 4 Uhr holten sie die Zeitungen ab, gut eine Stunde brauchten sie fürs Verteilen. Auch bei Schneefall kam die Zeitung immer pünktlich.

Viele herzliche und nette Erlebnisse verbinden die beiden Eheleute mit dieser Zeit. „Weihnachten bekamen wir kleine Präsente von Abonnenten“, erzählt Rosemarie Körner. Und sie denkt gern an den Hund zurück, vor dem sie am ersten Tag der Begegnung noch ein wenig Angst hatte. „Er hatte ein schwarzes Fell, und vor schwarzen Hunden habe ich großen Respekt. Auch wenn der Besitzer meinte, der Hund tue nichts.“ Bei der nächsten Tour nahm sie kurzerhand ein Leckerchen für den Vierbeiner mit. „Das kam gut an – und ich habe danach gemerkt, dass der Hund wirklich ein ganz lieber war.“ Dem Remscheider Generalanzeiger ist das Ehepaar Körner treu geblieben. Er wird auch heute jeden Tag gelesen, berichtet Rolf Körner.

Jubelhochzeiten

Gefeiert wird die Diamanthochzeit nach 60 Jahren. Die bekanntesten Jubiläen sind daneben die Petersilienhochzeit nach zwölfeinhalb Jahren, die Silberhochzeit nach 25 Jahren und die Goldhochzeit nach 50 Jahren. Ist ein Paar 65 Jahre verheiratet, wird zur Eisernen Hochzeit eingeladen. Die Gnadenhochzeit wird nach 70 Jahren gefeiert. Zu den Festen gibt es auch regionale Bräuche – wie das Kränzen der Tür des Jubelpaares.

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