Asiatisches Museum

In Sieplenbusch erfahren Kinder alles über Asien

Tibetische Mönche haben für das Asiatische Museum in Sieplenbusch einst ein farbenfrohes Sandbild gefertigt. Fotos: Claudia Radzwill
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Tibetische Mönche haben für das Asiatische Museum in Sieplenbusch einst ein farbenfrohes Sandbild gefertigt.

Li Hardt lud zum Museumsrundgang ein – Ferienspaßaktion kam bei den jungen Besuchern gut an.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die Fischfütterung war für die Jungen und Mädchen einer der Höhepunkte der Führung durchs Asiatische Museum. Neugierg und ein bisschen ängstlich verfolgten sie, wie Li Hardt ihre mit Futter gefüllte Hand ins Wasser streckte - und die Kois das Futter heraussaugten. „Wer möchte auch?“, fragte die Museumsbetreiberin. Und die Kids sprangen über ihren Schatten. Auch Angarag (10). Kaum war seine Hand im Wasser, war sie umringt von den Kois. „Es kitzelt“, sagte er. „Es ist sehr spaßig.“

Li Hardt hatte vor dem Lockdown bereits eine Kinderführung durchgeführt. „Die Gruppe hatte so viel Spaß“, erinnert sie sich. Das gab der Anstoß, beim Ferienspaßprogramm mitzumachen. Neun Kinder hatten sich angemeldet, einige Mamas und Papas machten auch bei der Führung mit. Mit Li Hardt, die zusammen mit Ehemann Peter Hardt das Asiatische Museum in Sieplenbusch führt, ging es vorbei an den vielen Exponaten, die von der Geschichte des fernen asiatischen Kontinents erzählen.

Die Gruppe erfuhr, dass der Elefant in Asien ein Glückstier ist. Li Hardt erklärte, wie Buddha seine Erleuchtung fand. Und was es mit Gebetsmühlen auf sich hat. Davon gibt es auch welche im Garten des Museums. Jeder Besucher darf daran entlang gehen und sie drehen. „Gebetsmühlen sind mit Texten versehen. Dreht man sie, werden die Gebete freigesetzt“, sagte Li Hardt. Allerdings müssen die Rollen im Uhrzeigersinn mit der rechten Hand in Gang gesetzt werden. Ann-Katrin (12) und Paula (11) waren angetan vom Ambiente des Areals und von den Geschichten. Die beiden Schülerinnen hatten im Ferienspaßprogramm von der Führung gelesen. „Wir fanden es interessant.“ Ihr Fazit nun: „Einfach toll.“

In den Innenräumen des Museums entdeckte die Gruppe eine Statue mit unzähligen Armen aus Tibet. „Eine tibetische Gottheit. Die Hände haben alle ein Auge, so sieht sie in jede Richtung und ist überall für die Menschen da“, erklärte Li Hardt. Weiter ging es zu den alten Gewichtssteinen, die einst für den Im- und Export von Salz verwendet wurden. Dann fiel ein ganz besonderen Sandbild ins Auge. „Vor einigen Jahren hatten wir tibetische Mönche zu Gast“, erzählte die Gastgeberin. „Sie blieben einige Zeit und haben dieses farbenfrohe Sandbild für uns gefertigt.“ In der Mitte sieht man eine Lotusblüte, ein buddhistisches Glückssymbol. Direkt neben dem Bild befindet sich ein großer Gong – den jedes Kind einmal schlagen durfte. Auf den Rundgang war es der zweite Gong. Ein weiterer befindet sich im Museumsgarten. Auch den durften die Jungen und Mädchen zuvor ertönen lassen. Was sie feststellten: „Jeder klingt anders.“

„Gebetsmühlen sind mit Texten versehen. Dreht man sie, werden die Gebete freigesetzt.“

Li Hardt, Museumsbetreiberin

Auch für das Asiatische Museum in Radevormwald waren die vergangenen Monat nicht einfach. Erst vor drei Wochen haben Li und Peter Hardt die Innenräume und den Garten wieder öffnen können. „Für uns war das eine schwere Zeit“, sagt Li Hardt. Im vergangenen Jahr hatte das Museum nach dem Lockdown ab Juli wieder geöffnet. „Dann mussten wir von November 2020 bis jetzt im Juni wieder schließen. Wir hatten keine Einnahmen.“ Die Kosten für den Unterhalt des Museums und den Garten aber laufen weiter. „Das generieren wir eigentlich über die Eintrittsgelder.“ Auch Konzertveranstaltungen mussten ausfallen, Buchungen für Hochzeiten waren nicht möglich. Jetzt sind die Hardts glücklich, wieder Besucher empfangen zu können.

Einige Kurse sind schon ausgebucht

Und auch Veranstaltungen haben sie wieder im Programm. Ein klassisches Konzert und ein Jazzabend gehören dazu. Einen Abend mit lateinamerikanischer Musik gibt es. Yoga-Workshops finden im Garten statt – zum Sonnenuntergang unter der fünf Meter großen Buddha-Statue. „Das Yogaangebot am 8. August ist schon ausgebucht“, freut sich Li Hardt. Seit der Eröffnung können auch wieder Frühstücktermine und das bergische Waffelessen gebucht werden.

Konzerte und Ferienspaßführung

Ferienspaß: Eine zweite Führung im Rahmen des Ferienspaßes findet am 28. Juli, von 11 bis 12 Uhr statt. Infos und Anmeldung in der Stadtbücherei.

Konzerte: Am 8. August sind Sopranistin Liu Wei, Tenor Ricardo Marinello und Pianisten Aleksandar Filic mit Opernarien, Operetten- und Musicalmelodien zu Gast. Beginn: 16 Uhr. Blues, Jazz und Soul mit Peanut Butter Jelly Pie gibt es am 29. August, 17 Uhr. Musik aus Lateinamerika mit Gonzales gibt es am 19. September, 16 Uhr. Weitere Yoga-Workshops stehen am 12. August und 10. September an. Anmeldungen und Tickets:

www.asianart-museum.de

Öffnungszeiten: Das Museum ist derzeit von dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Montag ist Ruhetag.

Die Koi-Fütterung war ein Höhepunkt für die Jugend und Mädchen bei der Ferienspaßführung.

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