Kommunalwahl 2020

„Ich kann die Menschen zusammenbringen“

Johannes Mans am Uelfebad: Die Wähler waren mit seiner Arbeit zufrieden. Foto: Jürgen Moll
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Johannes Mans am Uelfebad: Die Wähler waren mit seiner Arbeit zufrieden. n

Der aktuelle und künftige Bürgermeister von Radevormwald spricht über die Aufgaben der nächsten Jahre.

Von Stefan Gilsbach

Herr Mans, Sie haben die Bürgermeisterwahl im ersten Wahlgang deutlich gewonnen. Haben Ihre beiden Mitbewerber Jürgen Fischer und Thomas Lorenz Sie beglückwünscht?

Johannes Mans: Ja, beide haben mir gratuliert.

Sie waren im Wahlkampf eine Zeit lang durch eine Erkrankung gehandicapt.

Mans: Das war eine schlimme Phase. Ich wollte unbedingt in den Wahlkampf eintreten, musste mich aber gesundheitlich schonen. Zum Glück hatte ich tolle Menschen in meinem Umfeld, die mir versichert haben: Das ist schon in Ordnung, die Menschen können damit leben.

Wie geht es Ihnen inzwischen gesundheitlich?

Mans: Ich fühle mich gut, bin aber weiterhin noch vorsichtig, was eine zu hohe Belastung angeht.

Welche Projekte packt die Stadtverwaltung unter Ihrer Leitung nun als Erstes an?

Mans: Die Sanierung der Nordstraße hat ja mit den Abbrucharbeiten begonnen, das ist ein Projekt mit hoher Priorität. Und auch die weitere Entwicklung der Wupperorte im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes wird natürlich intensiv weiterverfolgt. Ich glaube, die Menschen in Radevormwald haben verstanden, dass wir auf einem guten Weg sind, und das sieht man auch an dem Wahlergebnis.

Ein weiteres Thema, das die Stadt seit Jahren verfolgt, ist der Ausbau des Breitbandnetzes.

Mans: Wir bereiten dazu Gespräche mit dem Kreis vor, um die Pläne nach vorn zu bringen. Am Freitag vor der Wahl hatten wir als Verwaltung ein Gespräch mit Vertretern einer Beratungsfirma, die uns auch damals bei der Beantragung der Fördermittel für den Breitbandausbau unterstützt hat. Ein wichtiger Punkt ist es, den Ausbau so vorzubereiten, dass wir den Einstieg eines Investors sichern können.

Sie haben in den vergangenen Jahren die Verwaltung umgebaut und die Strukturen verändert. Wird dieser Prozess in den kommenden Jahren fortgeführt?

Mans: Die Verwaltung sollte zeigen, dass wir uns als Service-Dienstleister für die Bürger sehen. Ich denke, das Konstrukt, das wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, funktioniert sehr gut. Manches muss sich noch stabilisieren und einspielen, hier und da muss eventuell noch justiert werden. Der neue Beigeordnete und Kämmerer Simon Woywod wird nun natürlich auch seinen Geschäftsbereich abstecken.

Die Wirtschaftsförderung soll stärker in die Verwaltung integriert werden, bislang ist sie eine GmbH. Wie weit sind die Pläne?

Mans: Wir haben mit Björn Borg einen neuen Mitarbeiter, der sich mit diesem Thema beschäftigt, er schaut sich die Prozesse an und wird ein Konzept entwickeln. Sicher ist, dass Wirtschaftsförderung mehr leisten muss, als Grundstücke zu vermitteln.

Mehrheiten für Vorhaben der Stadt im Rat zu organisieren, wird nicht leichter werden. Sehen Sie sich in der Rolle eines Mediators zwischen den Fraktionen?

Mans: Absolut. Ich sehe mich als jemand, der Menschen zusammenbringen kann. Bislang ist es immer gelungen, Unterstützung im Rat zu erhalten, denn es geht um Vorhaben, die gut sind für unsere Stadt.

Die Corona-Folgen sind noch nicht abzuschätzen. Wie sehen Sie die Chance, den Haushaltsausgleich im Jahr 2022 zu erreichen?

Mans: Der ausgeglichene Haushalt in zwei Jahren muss das oberste Ziel sein. Wir bedauern, dass es noch keine konkreten Aussagen des Landes gibt, so dass wir die Auswirkungen auf unsere Finanzen nur schwer abschätzen können. Ich bin weiterhin hoffnungsvoll, dass wir den Ausgleich schaffen werden. Wir werden aber unter Umständen unsere Ausgaben kritisch betrachten und über Einsparungen nachdenken müssen.

Wahlergebnis

Johannes Mans wurde bei der Kommunalwahl am Sonntag mit 59,2 Prozent im Amt bestätigt. Damit erreichte er einen klaren Sieg im ersten Wahlgang. Sein Herausforderer Jürgen Fischer (CDU), dem zunächst Chancen für eine Stichwahl eingeräumt wurden, erreichte 28,6 Prozent. Der dritte Kandidat, Thomas Lorenz (Radevormwalder Unabhängige Alternative - RUA) kam auf 12,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung an der Bürgermeisterwahl in Rade lag bei 53 Prozent.

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