Fest

Hunderte Rader zieht es aufs Weinfest

Viele nutzten das Weinfest nicht nur, um Wein zu probieren, sondern sich auch dazu, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen und das eine oder andere Schwätzchen zu halten.
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Viele nutzten das Weinfest nicht nur, um Wein zu probieren, sondern sich auch dazu, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen und das eine oder andere Schwätzchen zu halten.

Viele Leute, gute Stimmung: Winzer und die Stadt sind zufrieden.

Von Theresa Demski

Markus Krollmann strahlt. Der Winzer aus Gau-Bickelheim gießt gerade einen gut gekühlten Chardonnay ein und sieht dem hellen Wein zu, wie er im Glas zu schwingen beginnt. „Es läuft einfach super“, sagt er dann und deutet am Samstagabend auf den Marktplatz. Dort brummt es.

Hunderte sind zum Weinfest gekommen – und viele von ihnen gönnen sich ein gutes Gläschen Wein bei Familie Krollmann. „Die meisten wissen, was sie wollen“, sagt der Winzer. Sie würden ganz bewusst ihre Auswahl treffen und sich dann den Wein schmecken lassen. Was Krollmann an diesem Abend auffällt: „In Radevormwald kaufen die Menschen besonders häufig gleich ganze Flaschen“, sagt er. Kaum 20 Prozent der Besucher würden sich nur mit einem Glas begnügen.

Das hat wohl auch damit zu tun, dass viele Besucher des Weinfests gleich in kleinen Gruppen kommen. So wie Andrea Kinder, Kerstin Stadler und Anja Isler: Die drei Damen stoßen gerade gut gelaunt auf den Sommerabend an. „Unsere Männer sind zum Angeln gefahren“, berichtet Andrea Kinder und lacht, „wir Frauen gönnen uns einen Mädelsabend.“ Nach einem gemeinsamen Essen lassen sie den Abend auf dem Marktplatz ausklingen. „Viele Leute und gute Stimmung“, stellt Kerstin Stadler fest, „und der Marktplatz hat genau die richtige Größe.“

Währenddessen betritt die Coverband Le Fleurs Reunion nach einer kleinen Pause wieder die Bühne. Das ganze Wochenende über sorgen Musikgruppen für Melodien auf dem Platz – zwischen Wein und Geselligkeit. Florian Danowski hatte am Freitagabend den Auftakt gemacht – als das wechselhafte Wetter noch den ein oder anderen Radevormwalder vom Besuch des Fests abgehalten hatte. „Gut besucht war es trotzdem“, berichtet Flora Treiber von der Stadt, die an diesem Wochenende die Eventbeauftragte Kirsten Hackländer vertritt. Am Samstag hatte die Pop-Band der Musikschule das Bühnenprogramm eröffnet, bevor die Harmonika Band übernahm. Am Sonntag spielt das Duo Zucker Combo.

„Wir sind selber ein bisschen überrascht, wie viele Menschen hier unterwegs sind“, sagt Flora Treiber dann, als sie sich gut gelaunt auf dem Marktplatz umsieht. „Die Menschen scheinen wirklich happy zu sein, dass sie wieder gemeinsam feiern können.“

Den Eindruck haben am Samstagabend auch Ute und Frank Aurast. Sie lassen sich gerade beim Stand des Weinguts Vogel einen Weißwein einschenken. „Wir sind immer hier“, sagt Ute Aurast, „und wir haben uns sehr darauf gefreut, dass das Weinfest wieder stattfindet.“ Hier hätten sie schließlich damals auch zum ersten Mal Kontakt zum Weingut Vogel geschlossen – und ihn seither gepflegt. „Wir bestellen inzwischen dort unseren Wein“, erzählt das Paar aus Radevormwald. Sie bevorzugt den „Summertime“, er eine etwas herbere Sorte.

Hier treffen sich alte Freunde und neue Bekannte

Und gemeinsam schätzen sie die Atmosphäre beim Fest: So viel Gelegenheit zum Feiern gebe es in Radevormwald nicht, finden die beiden. „Hier ist es heute Abend richtig schön“, sagen sie dann unisono, „wir sind eben doch ein Dorf und können gut gemeinsam feiern.“ Ein weiterer Pluspunkt: Am Ende des Tages können die beiden zu Fuß nach Hause gehen. Vorher aber wollen sie noch das ein oder andere Gläschen probieren. Gerade hat Winzerin Anke Friess eine neue Flasche aus der Kühlung geholt und auf die edle Holzverkleidung gestellt. „Probieren Sie mal“, sagt sie und bietet den beiden einen neuen Wein an.

Die drei kennen sich schon lange. Das sei das Schöne in Rade: Man komme inzwischen zu bekannten Gesichtern, sagt Anke Friess. Das geht vielen Besuchern beim Weinfest so: Kaum einer bleibt alleine, sondern trifft zwischen Sonnenstühlen und Biertischgarnituren alte Freunde oder neue Bekannte – und gemeinsam kommen sie auf den Geschmack.

Franzosen und der deutsche Wein

Direkt am Freitagnachmittag besuchten auch die Gäste aus Châteaubriant das Weinfest – und probierten die edlen Tropfen von deutschen Weinfeldern. Ganz bewusst sei der Besuch zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft auf den Termin des Weinfests gelegt worden, erinnert Flora Treiber von der Stadt. Neun Händler schlugen am Wochenende ihre Zelte auf dem Marktplatz auf – und brachten neben ihren Weinen auch Flammkuchen und Käse mit.

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