70-jähriges Bestehen

Hier gab sogar Johannes Rau den Takt an

Der heutige Posaunenchor in der Dorfkirche Remlingrade. Hier findet auch das Jubiläumskonzert statt.
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Der heutige Posaunenchor in der Dorfkirche Remlingrade. Hier findet auch das Jubiläumskonzert statt.

Posaunenchor Remlingrade feiert 70-jähriges Bestehen mit einem Konzert.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Welches Bläser-Ensemble kann schon von sich behaupten, einmal unter dem Dirigat eines späteren Bundespräsidenten gespielt zu haben? Der Posaunenchor Remlingrade kann das – anno 1991, als die Gemeinde im Kirchdorf ihr 400-jähriges und das Ensemble sein 40-jähriges Bestehen feierten. Johannes Rau, damals noch Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, war als Gast vor Ort und ließ es sich nicht nehmen, selber einmal den Taktstock zu schwingen.

Am Samstag ist in Remlingrade zwar nicht mit einem Besuch des aktuellen Ministerpräsidenten des Landes NRW, Hendrik Wüst, zu rechnen, dennoch werden die Mitglieder des Posaunenchores mit der Gemeinde und vielen Gästen erneut ein Jubiläum feiern. Denn inzwischen gibt es den Posaunenchor Remlingrade seit 70 Jahren.

Der damalige Pfarrer Heinz Bahr hatte 1951 angeregt, dass die Gemeinde einen eigenen Posaunenchor ins Leben rufen sollte. Wie die Chronik berichtet, waren die Anfänge bescheiden: Fünf Jugendliche bildeten den Kern, die gebrauchten Hörner hatte ein befreundeter Pfarrer aus Essen besorgt. Noten lesen konnte keiner der jungen Aspiranten, geprobt wurde nach Gehör, zwei bis drei Mal pro Woche in einer Garage in Herkingrade. Auch in der Küche der Familie Dürholt, in der Schreinerei Reinert und in der Gaststätte Holberg übten die Musiker.

Inzwischen lädt der Chor auch zu eigenen Konzerten ein

Später, ab 1965, wurde das neue Freizeitheim zum Domizil der Bläser. Als Urgestein spielt Hugo Spelsberg noch heute im Posaunenchor mit, von 1963 bis 2001 war er auch der Vorsitzende. Nach den kleinen Anfängen wuchs der Posaunenchor bis auf 38 Mitglieder in 1989, heute zählt das Ensemble 20 aktive Musikerinnen und Musiker. Geprobt wird immer noch in Herkingrade, inzwischen im Gemeindehaus, jeweils am Dienstagabend. Die Musikerinnen und Musiker kommen nicht nur aus den Wupperorten, sondern auch aus Lüttringhausen, Lennep und Beyenburg.

Folgende Personen haben in den vergangenen sieben Jahrzehnten den Posaunenchor geleitet: Wilhelm Anders, Manfred Schnabel, Walter Bartels, Herr Meister, Manfred Schnabel, Hans-Martin Seeland, Georg Frericks, Joan Mokross, Peter Mokross. Aktuell ist Ulrike Donner die Dirigentin des Ensembles.

Die wichtigste Aufgabe des Posaunenchores ist es natürlich, zu den hohen kirchlichen Feiertagen die Gottesdienste musikalisch zu umrahmen. Aber auch auf Sommerfesten, Scheunenfesten und Jubiläen spielen die Mitglieder regelmäßig. Zu den festen Terminen im Jahr gehören die Begleitung diverser Martinszüge an der Wupper und in Beyenburg. Inzwischen lädt der Posaunenchor auch zu eigenen Konzerten in die Kirche kleine Dorfkirche in Remlingrade ein, die ersten Termine gab es 2017 und 2019.

Wie andere Musikvereinigungen auch, hatte die Corona-Pandemie dem Bläser-Ensemble vorübergehend eine Zwangspause verordnet. Doch die Musiker machten das Beste daraus: Während des „Lockdowns“ wurde vor den Altersheimen der Kirchengemeinde gespielt, um den Bewohnern eine Freude zu bereiten.

Unter dem Motto „Gott gab uns Atmen“ lädt der Posaunenchor für den heutigen Samstag, 8. Oktober, um 18 Uhr zum Jubiläumskonzert in die Dorfkirche Remlingrade ein. Das Programm ist abwechslungsreich: klassisch und populär, flott und besinnlich. Im Anschluss sind die Besucher noch zu einem kleinen Imbiss und Umtrunk eingeladen. Der Eintritt zum Konzert ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

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