Unwetter

Herbststurm wütet kurz und heftig

Die Gemeindestraße in Wilhelmstal am Donnerstagmorgen: Umgestürzte Bäume versperrten die Durchfahrt. Foto:
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Die Gemeindestraße in Wilhelmstal am Donnerstagmorgen: Umgestürzte Bäume versperrten die Durchfahrt.

Feuerwehr und Betriebshof mussten zu vielen Einsätzen im gesamten Stadtgebiet ausrücken

Von Joachim Rüttgen

Radevormwald. Der erste Herbststurm der Saison ist am Donnerstagmorgen kurz und heftig auch über die Bergstadt hinweggezogen. Gegen 10 Uhr sprach Dietmar Hasenburg, Wehrführer der Radevormwalder Feuerwehr, von einer „heißen Phase“. Der sogenannte Unwettermeldekopf wurde von 9.45 bis 11.35 Uhr auf der Wache an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße eingerichtet. Die Leitstelle in Gummersbach schickte die Alarmierungen – und von Radevormwald aus wurden die Einsätze der Rettungskräfte dann koordiniert.

Insgesamt gab es 22 Einsätze der Feuerwehr in der Bergstadt, 43 Feuerwehrleute waren im Einsatz, sechs von neun Einheiten wurden alarmiert: Stadtmitte, Herbeck, Herkingrade, Önkfeld, Wellringrade und Hahnenberg. Elf Fahrzeuge fuhren zu den Einsatzorten, die sich quer übers Stadtgebiet verteilten.

„Für uns geht es in erster Linie darum, die Verkehrswege freizuschneiden.“

Ingo Oberkersch, Leiter des Betriebshofs

Der erste Einsatz für die Feuerwehr erfolgte um 8.20 Uhr. Dann ging es für eine relativ kurze Zeit Schlag auf Schlag, ehe sich das Wetter zum Mittag hin wieder beruhigte. Und Hasenburg ging nicht davon aus, dass der Sturm im Laufe des Tages noch mal entscheidend auflebte. In den meisten Fällen handelte es sich bei den Alarmierungen um Bäume, die auf Straßen gestürzt waren. „In Funkenhausen ist außerdem eine Oberleitung abgerissen“, teilte Hasenburg mit.

Zwischendurch wurde die Feuerwehr auch noch zu einem Rettungseinsatz gerufen und musste dort eine Tragehilfe leisten. „Insgesamt sind wir aber glimpflich davongekommen“, sagte Hasenburg in einem ersten Fazit gegen Mittag. Verletzte habe es nach seinem Kenntnisstand nicht gegeben.

Der Betriebshof war auch im Wilhelmstal mit Sägen im Einsatz, um die Straßen von umgestürzten Bäumen zu befreien. Screenshot: Norbert Petri

Dabei war Sturmtief Hendrik verspätet in Radevormwald eingetroffen. Eigentlich sollte er schon nachts ab etwa 1 Uhr wüten, richtig los ging es aber erst gegen 7.30 Uhr, berichtete Ingo Oberkersch, Leiter des Betriebshofs. Er habe keinen Bereitschaftseinsatz anordnen müssen. In drei verschiedenen Kolonnen rückten seine Mitarbeiter frühmorgens aus und waren dann über Stunden im Dauereinsatz. Fast immer waren Bäume auf Straßen gefallen und mussten entfernt werden. „Für uns geht es in erster Linie darum, die Verkehrswege freizuschneiden, erst dann geht es ans Aufräumen“, sagte Oberkersch.

Einsatzorte für den Betriebshof waren zunächst am Talsperrenweg in Honsberg, dann an der Telegrafenstraße/Kollenbergpark, am Karpfenweg und Forellenweg sowie im Wilhelmstal, das die Bewohner frühmorgens zeitweise nur schwerlich verlassen konnten, weil Bäume den Weg versperrten. Genug zu tun hatten auch die Mitarbeiter des Landesbetriebes Straßen NRW.

Sprecherin Isabell Strietholt teilte am Vormittag mit, dass es derzeit zwei Sperrungen auf Radevormwalder Stadtgebiet gebe: auf der B 483 und auf der L 414. Auf welchen Streckenabschnitten die Sperrungen wegen umgestürzter Bäume vorgenommen werden mussten, eruierte der Streckenwart des Landesbetriebes.

Hintergrund

Nachdem gestern die meisten Medien zunächst über das Tief „Ignatz“ berichteten, gab es am Nachmittag eine Berichtigung des Deutschen Wetterdienstes: Ein Sprecher teilte mit, es handele sich um das Sturmtief „Hendrik“, das über Deutschland wüte. Das Tief „Ignatz“ sei bereits über Deutschland hinweggezogen und befinde sich inzwischen im Norden Finnlands. Die Namensgebung bei Tief- und Hochdruckgebieten erfolgt nach einer alphabetischen Liste durch das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin.

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