Ausstellung

Heimatmuseum lässt Realschule wieder aufleben

Die große Schau über 161 Jahre Realschule wird im Heimatmuseum aufgebaut. Darum kümmern sich Michael Scholz, Jürgen Offermann und Lothar Fischer (v. l.). Foto Claudia Radzwill
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Die große Schau über 161 Jahre Realschule wird im Heimatmuseum aufgebaut. Darum kümmern sich Michael Scholz, Jürgen Offermann und Lothar Fischer (v. l.).

Neue Ausstellung erzählt die 161-jährige Geschichte der Radevormwalder Institution

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Derzeit wird im Heimatmuseum die neue Sonderausstellung aufgebaut. Sie ist der 161-jährigen Geschichte der Radevormwalder Realschule gewidmet.

„Dem Heimat- und Verkehrsverein ist es wichtig, noch einmal an die Schule zu erinnern, die in diesem Jahr ausgelaufen ist“, sagt Michael Scholz, der zweite Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins. Zusammen mit Lothar Fischer und Jürgen Offermann hängt er Plakatwände mit Fotos auf, bestückt die Vitrinen. Die Bilder erinnern an Schulfeste, Wanderungen, Fahren und Abschlussfeiern.

„Wir wollen dieses Stück Rader Zeitgeschichte aufleben lassen.“

Michael Scholz, HVV

„Viele Radevormwalder und Radevormwalderinnen haben einen persönlichen Bezug zur Realschule. Wir wollen dieses Stück Rader Zeitgeschichte ein Stück weit aufleben lassen“, erklärt Scholz. Auch er und Jürgen Offermann haben einst die Realschule besucht. „2022 feiern wird unseren 50-jährigen Abschluss“, erzählen sie. Offermann war zudem Gründungsmitglied des Fördervereins. Das war 1995.

Jetzt ist die Realschule Geschichte – aber die Exponate lassen sie im Museum an der Hohenfuhrstraße wieder lebendig werden. Viele Exponate stammen noch aus einer Ausstellung, die es zum 150-jähriges Bestehen der Realschule gegeben hat. Sie sind archiviert worden.

Stadtarchivarin Iris Kausemann unterstützt den HVV bei der Schau. Sie stellt auch besondere Schätzchen zur Verfügung – wie die Chronik über die Realschule von Friedhelm Brack, die 1978 erschienen ist. Auch ein Buch von Elli wird in der Ausstellung gezeigt werden, das hat die ehemalige Sekretärin Elli Lack zusammengestellt. Ein ganz persönliches Erinnerungsdokument über die Jahre 1969 bis 1992. Die Besucher können also viel entdecken, wenn die Sonderausstellung am 21. November eröffnet.

Die Schau blickt zurück bis auf Eröffnung der Realschule im Jahr 1860. Als Privatschule war sie einst die erste weiterführende Schule in der Bergstadt - und hatte bis zur Schließung eine bewegende Geschichte hinter sich. 1874 wurde die Schule in eine Rektoratsschule für Jungen mit angeschlossener privater Töchterschule umgewandelt. Ab 1885 war sie eine gemeinsame Rektoratsschule für Jungen und Mädchen.

Die Stadt übernahm die Trägerschaft im Jahr 1897. 1939 wurde aus der Rektoratsschule eine sechsstufige Mittelschule. Den Name Realschule bekam sie 1951.

Auch der Standort wechselte in all den Jahren. Ab 1907 war sie in der Blumenstraße untergebracht, zuvor an der Hohenfuhrstraße. 1962 begann der Bau eines neuen Schulgebäudes an der Hermannstraße. Später gab es einen zweiten größeren Neubau im Schulzentrum an der Hermannstraße, in den die Realschule 1978 umzog.

Lange Jahre mussten die Eltern auch Schulgeld für den Besuch bezahlen, alte Quittungen darüber sind in einer Vitrine des Museums zu sehen.

Coronabedingt hatte das Heimatmuseum an der Hohenfuhrstraße monatelang geschlossen. Seit Anfang September 2021 ist es aber schon wieder geöffnet, nachdem es im März 2020 wegen der Pandemie geschlossen hatte. Es wurde extra ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet. Für den Besuch gilt die 3-G-Regel, das heißt, die Besucher und Besucherinnen müssen geimpft, genesen oder negativ getestet sein. In den Ausstellungsräumen herrscht Maskenpflicht.

„Das alles ist kein Problem“, beobachtet Michael Scholz - der auch schon Führungen durchs Museum anbietet. Zur Wiedereröffnung im September gab es eine Sonderausstellung des Bergischen Geschichtsvereins über die Ennepe-Talsperre über die historische Bauphase der Jahre 1902 bis 1904. Sie war bis zum 31. Oktober zu sehen.

Die Eröffnung der neuen Ausstellung über die Geschichte der Realschule Radevormwald findet am kommenden Sonntag, 21. November, um 14.30 statt.

Hintergrund

Das Heimatmuseum des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) an der Hohenfuhrstraße ist jeden Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Dann ist auch die Sonderausstellung zu sehen, bis zum 30. März. Der Eintritt ist frei, eine Spende willkommen. Die Bergische Kaffeetafel kann wieder gebucht werden, empfängt aber nur zehn Gäste gleichzeitig. Führungen nach Anmeldung,

info@heimatmuseum-radevormwald.de

Die Ausstellung im Heimatmuseum präsentiert auch alte Schulchroniken und Urkunden. Foto Claudia Radzwill

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