Einzelhandel

„Haben noch Geld für Ladenlokale übrig“

Blick in die Fußgängerzone untere Kaiserstraße. Um zu vermeiden, dass der Stadtkern verödet, hat die Stadt neben dem Einzelhandelskonzept auch Förderprogramme zur Verfügung.
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Blick in die Fußgängerzone untere Kaiserstraße. Um zu vermeiden, dass der Stadtkern verödet, hat die Stadt neben dem Einzelhandelskonzept auch Förderprogramme zur Verfügung.

Programm zur Förderung der Innenstadt: Stadt hat bislang 37.000 Euro ausgegeben.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. In vielen Kommunen sind die Innenstädte zum Sorgenkind geworden. Gewerbe wurde oft „auf der grünen Wiese“ angesiedelt, in den Stadtkernen gaben Händler auf. Mit verschiedenen Instrumenten halten die Städte dagegen, um das Abwandern von Kaufkraft zu verhindern. Denn sonst drohen Leerstände das Bild der Innenstädte zu prägen.

In Radevormwald gibt es ein Einzelhandelskonzept, doch die Stadt verfügt auch über andere Mittel, um zu verhindern, dass Geschäfte lange Zeit leer stehen. Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes, teilte im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit, inwieweit durch Fördermittel, die eine Unterstützung beim Anmieten von Ladenlokalen durch die Stadt ermöglichen, die Nutzung von Geschäftsräumen gesichert werden kann. Möglich machte es ein Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte. Die neuen Inhaber müssen dann vorerst nur 20 Prozent der Mietkosten tragen. „Wir haben aus dem Landesprogramm rund 50.000 Euro erhalten“, erläutert der Amtsleiter. Die Kosten werden zu 90 Prozent gefördert, der Anteil der Stadt ist somit überschaubar. Vier Projekte gehören derzeit in der Bergstadt dazu, mit der Stadt ist auch das Citymanagement bei dem Projekt mit im Boot, dazu zählen der E-Scooter-Laden in der Kaiserstraße 100, „music pp“, „Gabis Klamöttchen“ und das Döner-Eck.

Vermieter erhalten nur 70 Prozent der vorherigen Miete

Bislang habe die Verwaltung aus dem Fördertopf rund 37.000 Euro ausgegeben, rechnete Burkhard Klein den Auschussmitgliedern vor. Die Stadt habe von dieser Summe lediglich 2700 Euro selber aufbringen müssen.

„Wir haben also noch Geld übrig“, erklärt Klein. „Das würde reichen, um zwei bis drei weitere Ladenlokale anzumieten.“ Allerdings reagieren manche Vermieter zögerlich, denn laut den Richtlinien der Förderung werden nur 70 Prozent der vorangegangenen Miete gezahlt. Auch ist die Förderung nur möglich bei Gewerbeflächen, die nicht größer als 300 Quadratmeter sind. Bis Ende 2023 läuft das Projekt.

Es gibt in Rade freilich auch Vermieter, die eigenhändig für den Einzug neuer Geschäfte sorgen. Und es gibt in der Innenstadt auch Gebäude, die der Stadt gehören, etwa die Hausnummer Markt 4, wo sich einst „Der Wäschekorb“ befand.

Natürlich habe die Stadt Interesse daran, dass sich Geschäfte ansiedeln, die für einen guten Branchenmix sorgen. So gab es vor einigen Jahren Kritik aus den Reihen der Politik über die Ansiedlung eines Wettbüros an der Kaiserstraße. Dass es eine Gratwanderung ist, die richtige Mitte zwischen Schutz der bestehenden Geschäfte und dem Verhindern von Neuansiedlungen ist, hatte ebenfalls vor geraumer Zeit der Zuzug des Radsportfachgeschäftes Nagel gezeigt. Diese Ansiedlung im Ortsteil Bergerhof war wegen der Vorgaben des Einzelhandelskonzeptes nicht ohne Schwierigkeiten.

Wer Interesse hat, bei der Eröffnung eines Geschäftes vom Sofortprogramm des Landes zu profitieren, kann sich beim Citymanagement unter Tel. 0178 1434382 melden.

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