Zirkusprojekt

Aus Grundschülern werden Artisten

Wie bleibt das Glas auf der Stirn? Die Grundschüler testen es aus und klettern später sogar noch mit hochgerecktem Kopf auf eine Leiter.
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Wie bleibt das Glas auf der Stirn? Die Grundschüler testen es aus und klettern später sogar noch mit hochgerecktem Kopf auf eine Leiter.
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Zirkusprojekt in der Grundschule Bergerhof-Wupper: Aufführungen heute und morgen.

Von Nadja Lehmann

Party wollen sie machen, die Bergerhofer Grundschüler. Mit dem Radio am Ohr ziehen sie in die imaginäre Manege ein, stellen die (lautlose) Musik an und fangen an, zu tanzen und zu grooven. Bis ein strenger Aufpasser kommt, ihnen das verbieten will und die Kinder gestisch und mimisch vermitteln, was sie davon halten: Nichts. Hinter der Obrigkeit verbirgt sich Pierre Maatz, 16 Jahre jung, ein Zirkuskind durch und durch. Aus den Bergerhofer Grundschülern, aus Philipp, aus Mia und den anderen formt Pierre Clowns, wie sie im Buche stehen; frech, witzig, keck. Seit Montag ist der „Circus Proscho“ an beiden Standorten der Verbundgrundschule Bergerhof/Wupper) zu Gast, um aus Schülern kleine Artisten zu machen. Heute und morgen gibt es Aufführungen – und übrigens noch Karten für alle, die den Zirkus lieben.

Standpunkt von Nadja Lehmann

„Das Projekt passt sehr gut zu uns, weil wir als Schwerpunkt die Bewegung haben“, sagt Schulleiterin Tanja Heynen. Bewegung im Unterricht, auf dem Schulhof, bei Wandertagen – und nun in der Projektwoche in den beiden Zirkuszelten. Eines steht in Bergerhof auf dem Pausenhof, das andere in Önkfeld. Mehrere Angebote standen zur Wahl: Neben der Clownerie mit Pierre die Bodenakrobatik, Hulahoop, Raubtierdressur, Trapez, Drahtseil und Glasbalance. „Wir betreuen die Kinder hier mit acht, an der Wupper mit vier Artisten“, erzählt Manuela Maatz. Ein Familienunternehmen, in das sie eingeheiratet hat: Pierre ist ihr Sohn, die zehnjährige Edwina, die gerade keine Schule hat und deshalb mit von der Partie ist, ihre Tochter; Schwägerinnen sind dabei, Ehemänner und Kinder.

„Die Robbe“ ist ein Kinderspiel für die jungen Bergerhofer, die sich als Clowns erproben.

Alle vier Jahre ist der Zirkus in Radevormwald. „Wir möchten, dass jedes Grundschulkind das einmal mitmacht“, sagt Tanja Heynen.

Möglich macht es der Bergerhofer Förderverein. „Wir machen es, weil es die Kinder so toll finden“, sagt Kassenwartin Britta Berse. „Sie kommen dabei an ihre Grenzen, werden gefördert und gefordert.“ Und das über alle Altersunterschiede hinweg, die Gruppen sind bunt gemischt, Erstklässler sitzen neben den Viertklässlern. „Sie können voneinander lernen und zu einer Gemeinschaft heranwachsen“, beschreibt Tanja Heynen.

Beide Standorte wachsen langsam, aber sicher, zusammen

Genau so, wie es die Verbundgrundschule mit ihren beiden Standorten selbst tut, seit 2014. „Es war, weil die Schulen sehr unterschiedlich sind, nicht leicht und hat mich manche schlaflose Nacht gekostet“, bekennt Tanja Heynen. Aber: „Es wird. Ich würde sagen: Zu 70 Prozent haben wir es geschafft.“ Das Motto „Wir sind eins“ versucht die Leiterin täglich neu mit Leben zu erfüllen, pendelt ebenso wie Schulsekretärin Elisabeth Klein und zwei Pädagogen täglich hin und her: Der Rest des insgesamt 17-köpfigen Kollegiums ist fest an einem Standort.

AUFTRITTE

TERMIN Willkommen sind alle interessierten Besucher, es gibt noch Karten. Aufführungen sind heute in Bergerhof um 15 und um 18.30 Uhr, an der Wupper um 17 Uhr. Morgen, Samstag, spielen die Bergerhofer Schüler um 11 und um 15 Uhr, an der Wupper ist die Manege um 11 Uhr frei. Betreut wurden die Kinder vom „Circus Proscho“, der von Dülmen aus deutschlandweit unterwegs ist.

Im nächsten Schuljahr knackt die Schule mit ihren Schülern die 300-er Marke, dann wird es in Bergerhof acht und an der Wupper sechs Klassen geben. Enge Kontakte pflegen beide Standorte zu den jeweils nahe gelegenen Kindergärten. „Dieses Wir ist mir wichtig“, sagt Tanja Heynen. Und das bezieht sie auf die Rader Grundschulen insgesamt: „Wir tauschen uns aus, arbeiten gut zusammen.“ So hätten sich die drei Rader Grundschulen im Medienplan auch alle gegen die interaktive Tafel entschieden und setzen auf einen Mix aus Digitalem und Bewährtem.

Für die kleinen Artisten ist heute Früh die Generalprobe angesetzt. Dann heißt es: Daumen drücken und toi, toi, toi.

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