„aktiv55plus“

Gerade in der Pandemie wird die Hilfe gebraucht

Kyra Springer vom Trägerverein „aktiv 55plus“ und ihre Kollegen bieten auch im Lockdown eine Senioren- und Pflegeberatung an. Foto: Claudia Radzwill
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Kyra Springer vom Trägerverein „aktiv 55plus“ und ihre Kollegen bieten auch im Lockdown eine Senioren- und Pflegeberatung an.

Trägerverein „aktiv55plus“ ist auch im Lockdown weiter erreichbar.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Der zweite Lockdown schränkt das öffentliche Leben ein. Die Senioren- und Pflegeberatung des Trägervereins „aktiv 55plus“ läuft aber weiter. „Wir machen momentan keine Hausbesuche. Termine vor Ort im Büro sind weiterhin möglich“, sagt Vereinssprecherin Kyra Springer. Für die Gespräche vor Ort im Hürxthal-Haus im Schlossmacherplatz hat man schon nach dem ersten Lockdown ein Hygienekonzept erstellt. Wie überall gelten die Corona-Regeln: „Abstand, Maske, Desinfektion“. Eine Plexiglasscheibe kommt zum Einsatz.

„Alle Vorgaben setzten wir 1:1 um,“ erklärt Springer. Denn die Gesundheit gehe vor, besonders da die Ratsuchenden oft der Risikogruppe angehören. Viele Fragen versuche das Team von „aktiv55plus“ daher auch schon am Telefon zu beantworten. „Oder wir nutzen ganz oldschool den Postweg“, sagt Springer. Ein Vorgespräch am Telefon, per Post die Dokumente verschicken, die Endberatung wieder am Telefonhörer oder per Skype – alles sei möglich. „Es ist zeitintensiv, aber es geht“, erklärt Kyra Springer.

„Für die Angehörigen von Demenzkranken ist der Austausch sehr wichtig.“
Kyra Springer, Sprecherin des Trägervereins

Zusammen mit Kerstin Scheffer, Kristina Scheffels und Mathias Voßwinkel ist sie im Wechseldienst für die Probleme der Senioren da. Sie sind in der Bergstadt auch ein Ansprechpartner, wenn es um Informationen zu Pflegegrad, Pflegeleistung, Kurzzeitpflege oder Wohnen im Alter geht. Große Resonanz gibt es derzeit auf das Angebot „Einfach mal reden“: Ein Gesprächsangebot via Telefon, das „aktiv55plus“ jeden Montag den Rader Bürgern und Bürgerinnen macht. „Man darf auch anonym bleiben“, erläutert Kyra Springer.

Corona sei hier derzeit das allgegenwärtige Gesprächsthema. „Im Sommer war das anders, das wurde auch Small-Talk gehalten. Die Leute erzählten aus ihrem Alltag.“ Doch nun ist die Pandemie wieder in den Fokus gerückt. Insbesondere das Thema Impfen. „Da haben wir viele Anrufe erhalten“, erzählt Kyra Springer. Dass es schwierig sei, einen Termin per Hotline zu bekommen, sei das eine. „Zum anderen ist der Weg ins Impfzentrum nach Gummersbach weit.“ Die Senioren sorgen sich darum, wie sie hinkommen sollen. „Aber auch, ob es dort Stühle mit Lehnen gibt oder Toiletten.“ Kyra Springer hat jüngst mit einer kleinen Liste alltagspraktischer Fragen die zuständigen Stellen vor Ort auf die Sorgen der älteren Menschen hingewiesen (der RGA berichtete).

Hilfsbörse, Reparaturtreff, Handy-Sprechstunde und die Selbsthilfegruppe für Demenz müssen derzeit pausieren. Kyra Springer weiß, dass den Teilnehmern die Treffen und der Austausch fehlen. Sie hofft, dass es die Angebote bald wieder geben kann. „Wir sind im engen Kontakt mit Volker Grossmann, Leiter des Sozialamtes im Rathaus“, sagt sie. Im Frühjahr war mit ersten Lockerungen die Selbsthilfegruppe als erstes gestartet – in Absprache mit Sozial- und Ordnungsamt unter Beachtung der Corona-Regeln. „Für die Angehörigen von Demenzkranken ist der Austausch sehr wichtig“, sagt Kyra Springer.

Es folgte die Handy-Sprechstunde, denn die Corona-App warf bei vielen älteren Radern einige Fragen auf. Der Reparatur-Treff startet mit halber Besetzung und einer rollbaren Trennwand. „So konnten wir die Abstände einhalten.“ Die Ehrenamtler, die die Arbeit von „aktiv55plus“ unterstützen, zogen alle an einem Strang. „Wir halten auch immer Kontakt. Per Mail bleibt jeder auf dem neusten Stand.“ Weiter läuft derzeit eine telefonische Sprechstunde unter dem Motto „Ausgetrickst“ mit Norbert Hengstwerth, Kriminalhauptkommissar im Ruhestand. Er berät regelmäßig über die neusten Gaunermaschen im Kreis – das nächste Mal am 23. Februar.

Trägerverein „aktiv55plus“

Angebote: Jeden Montag bietet der Trägerverein das „Einfach mal reden“ an. Von 10 bis 13 Uhr können Bürger am Telefon Gedanken austauschen, und Sorgen mitteilen. Die Anrufer dürfen anonym bleiben. Kontakt: Tel. (0 21 95) 60 61 55.

Beratung: Am Dienstag, 23. Februar, bietet Norbert Hengstwerth, Kriminalhauptkommissar im Ruhestand, von 10 bis 11.30 Uhr unter dem Motto „Ausgetrickst“ eine telefonische Sprechstunde an. Er erklärt, wie man sich vor Gaunern am Telefon und an der Haustür schützt – ebenfalls unter Tel. (0 21 95) 60 61 55.

Kontakt: Weitere Informationen zu „aktiv 55plus“ unter Tel. (0 21 95) 9 27 73 53 und im Internet.

www.aktiv55plus.de

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