Radevormwald

Gemeinde will ihren Wald retten

Dieser Blick aufs Uelfetal zeigt die Kahlschläge der vergangenen Monate. Auch die reformierte Gemeinde besitzt in diesem Bereich ein Waldstück.
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Dieser Blick aufs Uelfetal zeigt die Kahlschläge der vergangenen Monate. Auch die reformierte Gemeinde besitzt in diesem Bereich ein Waldstück.

Presbyterium der Reformierten hat beschlossen, die stark geschädigten Flächen wieder aufzuforsten.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Sie bieten vielerorts ein Bild des Jammers, die bergischen Wälder – auch in jener Stadt, die in ihrem Namen schon die Silbe „Wald“ trägt. Kahlschläge sind im Radevormwalder Stadtgebiet an vielen Orten zu finden, und statt der Zeile des Bergischen Heimatliedes „Wo die Wälder noch rauschen“ müsste es mittlerweile eher heißen „Wo die Blätter welk rascheln“.

Doch Wälder können wieder aufgeforstet werden. Erste Initiativen sind im Oberbergischen Kreis schon auf den Weg gebracht worden, nachdem der Borkenkäfer und mehrere extrem trockene Sommer den Baumbestand, besonders die Fichten, hart getroffen hat.

Wald hatte bislang immeretwas Geld eingebracht

Einer der größten Waldbesitzer in Rade schickt sich nun an, ebenfalls die Wälder wieder aufzuforsten und zu verjüngen. Die Rede ist – vermutlich überraschend für viele – von der reformierten Kirchengemeinde. Das Presbyterium der Gemeinde hat sich nun zum Ziel gesetzt, die Wälder zu sanieren. Dabei sollen „forstwirtschaftliche und ökologische Anliegen nachhaltig miteinander“ verbunden werden.

Doch wie kommt es, dass eine Kirchengemeinde so viel Waldstücke besitzt ? „Eine gute Frage“, meint Jürgen Richter, der im Presbyterium für Forstangelegenheiten zuständig ist. „Wir wussten das auch nicht so genau. Also haben wir uns bei älteren Gemeindemitgliedern  erkundigt.“ Pfarrer i. R. Wolfgang Motte, ein versierter Kenner der Heimat- und Kirchengeschichte, wurde ebenfalls konsultiert.

Doch richtig aufgeklärt sei die Tatsache, dass die Gemeinde nach der Stadt der größte Waldbesitzer in Rade ist, noch immer nicht, räumt Richter ein. „Am wahrscheinlichsten ist, dass im Laufe der Zeit Gemeindemitglieder verschiedene Parzellen der Kirche überlassen haben.“

Dafür spricht auch, dass die Flächen über Stadtgebiet verstreut sind. Im Uelfetal gibt es ebenso Gemeindewald wie am Kollenberg, wo die Fichten besonders stark geschädigt waren. „Dort wächst allerdings inzwischen auf unseren Flächen schon etwas nach“, berichtet das Presbyteriumsmitglied. „Da wollen wir erst einmal abwarten, wie es sich entwickelt.“

Für die anderen Flächen steht man in engem Kontakt mit Rades neuem Förster Stefan Wende. Mit welchen Baumarten die jeweiligen Waldstücke wieder aufgeforstet werden sollen, sei noch nicht entschieden. „Das kommt auf die jeweiligen Gegebenheiten an – darauf, wie es mit der Wasserversorgung steht oder ob die Bäume dem Wind ausgesetzt sind“, erläutert Richter. Sicher ist, dass die Kirchengemeinde Geld in das Projekt stecken muss. „Unser Wald hatte bislang immer etwas Geld abgeworfen, jetzt wird er uns Geld kosten“, resümiert der Forstbeauftragte.

Nicht zuletzt aus diesem Grund will die reformierte Gemeinde die Öffentlichkeit einbinden und so transparent wie möglich vorgehen. Für Samstag, 22. Oktober, ab 18 Uhr hat eine Arbeitsgruppe mit Unterstützung der örtlichen Förster eine Ausstellung zu diesem Thema vorbereitet. Sie findet statt in der reformierten Kirche am Markt.

Förster Stefan Wende und sein Vorgänger Bernhard Priggel stehen vor Ort für fachkundige Erklärungen und Fragen zur Verfügung. Die Besucher erhalten Einblicke in die Pläne zur Wiederaufforstung, die nach dem Wunsch der Gemeinde-Verantwortlichen noch in diesem Jahr beginnen werden.

Für Kinder (und für die Eltern zum Verschnaufen zwischendurch) gibt es einen Baum-Erlebnis-Parcours mit Diashow, Grabbelkisten, Riechgläsern sowie Multimedia-Klangbildern vom Wald. Abgerundet wird die Veranstaltung durch kulinarische Spezialitäten, die zum Thema Wald passen.

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