Prozess

Geldstrafe wegen Fahrlässigkeit

Unfall mit ungültigem Führerschein.

Von Heike Karsten

Radevormwald. So ganz wollte der Angeklagte am Wipperfürther Amtsgericht nicht wahrhaben, dass er gegen das Gesetz verstoßen hatte. Am Ende der Verhandlung wurde der 30-jährige Radevormwalder für fahrlässiges Fahren ohne Führerschein zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Euro, also zu einer Zahlung von 1500 Euro verurteilt.

Er war im April 2021 auf der Elberfelder Straße in eine Polizeikontrolle geraten und konnte dabei keine gültige Fahrerlaubnis vorzeigen. Ebenso verursachte er zwei Monate später beim Rückwärtsfahren auf dem Parkplatz eines Getränkemarkts im Industriegebiet einen Unfall – ebenfalls ohne Führerschein.

Den Führerschein hatte er in Polen gemacht

Nach dem Verlesen der Anklageschrift durch den Staatsanwalt lenkte der Angeklagte ein: „Es stimmt nicht, dass das vorsätzlich war. Ich hatte ja einen Führerschein, hatte nur mein Portemonnaie einen Monat vorher verloren“, erklärte er dem Richter. Nach dem Verlust der Fahrerlaubnis sei er zum Straßenverkehrsamt nach Gummersbach gefahren, um sich eine Ersatzbescheinigung ausstellen zu lassen. Die habe man ihm aber verwehrt. Der Grund: Der Radevormwalder hatte 2020 den Motorrad- und Autoführerschein für 1250 Euro in Polen gemacht, wo er ein Haus hat. „Das hätte hier fast das Dreifache gekostet“, betonte der Angeklagte.

Bei der ersten Polizeikontrolle habe er gefragt, ob er die Fahrerlaubnis umschreiben müsse. Eine eindeutige Antwort hätte er von den Polizisten auch nach einstündiger Überprüfung der Fahrerlaubnis nicht bekommen. Der Richter lenkte ein, dass der Führerschein nirgendwo registriert sei. „Das kam aber erst später raus, dass es sich um eine Fälschung handeln soll“, betonte der Angeklagte.

Dass er während der führerscheinlosen Fahrten unter laufender Bewährung stand, ließ das Gericht außer Acht, da es sich bei der Straftat 2019 um einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz gehandelt hatte. „Das steht nicht im Verhältnis zum jetzigen Vorwurf“, sagte der Richter. Er machte ebenso deutlich, dass der Radevormwalder den Führerschein in Deutschland neu machen müsse, da er hier seinen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt habe.

„Man kann Ihnen glauben, dass Sie nicht bewusst gegen das Gesetz verstoßen wollten. Jede weitere einschlägige Straffälligkeit wird aber da enden, dass Sie ins Gefängnis müssen“, warnte der Richter.

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